20 Minuten Spielrausch reichen

von Redaktion

20 Minuten Spielrausch reichen

Andreas Böhringer - NWZ - 05.03.2018

Mit der üblichen Formation und dem Doppelwechsel in Abwehr und Angriff starteten die Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen ins Derby gegen den TV Nellingen. Sie wollten unbedingt den Lapsus aus dem Hinspiel wettmachen, als sie nach ihrer schwächsten Saisonleistung 26:28 verloren.

Die Mannschaft von Aleksandar Knezevic fand gegen gut eingestellte Gäste zunächst keinen Rhythmus, schloss Angriffe zu überhastet ab und hatte in der Abwehr keinen Zugriff. „Im ersten Durchgang waren wir nicht konsequent genug, Nellingen kam immer wieder durch“, analysierte Anja Brugger.

Die Zuschauer sahen zu Beginn ein schnelles Spiel mit zahlreichen Strafwürfen. Die Teams schenkten sich nichts, agierten aber immer fair und lagen permanent gleichauf, bis Petra Adamkova nach sehenswertem Schuhknecht-Anspiel mit der Pausensirene zum 16:15 traf. Es sollte an diesem Abend der einzige Treffer vom Kreis bleiben, was für das Abwehrverhalten der Hornets spricht, die nicht nur das Spiel über den Kreis, sondern auch den Aktionsradius des Göppinger Rückraums wirkungsvoll einschränkten. „Bis auf die 20 Minuten kurz vor und nach der Pause bin ich mit meinem Team hochzufrieden“, lobte Gäste-Coach Pascal Morgant seine Schützlinge und zeigte sich nach der Niederlage enttäuscht: „Das ist bitter. Wir sind nach dem Hinspiel selbstbewusst angereist und wussten, wie Frisch Auf beizukommen ist.“

Dass es diesmal nicht zur Überraschung reichte, lag an der Phase nach dem Seitenwechsel, als die Gastgeberinnen nach einer klaren Leistungssteigerung davonzogen. Die Abwehrreihe war zupackender und verzeichnete einige Ballgewinne, aus denen einfache Gegenstoß-Treffer resultierten. Edit Lengyel zeigte mehrere gute Paraden und in der Offensive liefen die Außenspielerinnen Iris Guberinic, Karin Weigelt und Anja Brugger („Für mich persönlich lief es heute richtig gut“) mit insgesamt zwölf Toren heiß. Frisch Auf spielte sich in einen kurzzeitigen Rausch und zog vom 16:15-Halbzeitstand bis zur 43. Minute entscheidend auf 23:16 weg. Pascal Morgant nahm frühzeitig seine beiden Auszeiten, doch auch von diesen Unterbrechungen ließ sich der grün-weiße Angriffswirbel nicht stoppen. „Von der 30. bis zur 45. Minute war die Abwehr überragend“, lobte Knezevic seine Mannschaft, „das ist die Basis und war der Schlüssel zum Erfolg.“ Der FA-Übungsleiter konnte deshalb auch den Schlendrian in der Schlussphase verschmerzen, als Nellingen noch Ergebniskosmetik zum 31:28-Endstand betreiben durfte: „Das war nicht gut, aber plus drei reicht. Solche Partien muss man gewinnen, das haben wir gemacht, auch wenn es nicht einfach war.“ Neben den zwei Zählern freute sich der 49-Jährige gleichfalls über das Comeback von Torhüterin Kristy Zimmerman. Andreas Böhringer

FA Göppingen: Lengyel, Zimmerman (ab 57./zwei Strafwürfe); Brugger (4), Struijs (2/2), Weigelt (3), Schindler (2), Kinlend (7), Hrbkova (6), Guberinic (5/3), Sviridenko, Schuhknecht (1), Adamkova (1), Krhilkar, Bergschneider (n.e.).

TV Nellingen: Wachter, Bocka; Schoeneberg (2), Wolf (10/6), Blanke (4), Ioneac (3), Tissekker (2), Degenhart, Ahlin (n.e.), Gera (1), Stuttfeld (3), Padutsch (3), Issifou (n.e.).

SR: Fedtke/Wienrich (Berlin).

Zeitstrafen: 6:8 Minuten.

Zuschauer: 1420.

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