Wichtige Baustelle geschlossen

von Redaktion

Die Frisch Auf Frauen können den nächsten Neuzugang vermelden. Mit der Verpflichtung von Torhüterin Melanie Hermann schließt Aleksandar Kenzevic eine große Baustelle zwischen den Pfosten.

Torhüterin Melanie Herrmann wechselt unter den Hohenstaufen

Mit dem zufriedenen Lächeln einer Siegerin saß Melanie Hermann am Donnerstag in einem Göppinger Café. „Eine erfolgreiche Woche geht heute mit meiner Vertragsunterschrift zu Ende“, berichtet sie und das vollkommen zurecht. Am vergangenen Wochenende feierte die 24-Jährige nicht nur den DHBPokalsieg mit dem HC Leipzig, sondern zugleich noch die Auszeichnung als beste Torhüterin des Final Four. Am Mittwoch wurde mit einem klaren 34:27-Erfolg in Metzingen zudem die Aufgabe in der Liga souverän gelöst. Als Belohnung gab es eine Woche Urlaub vom Leipziger Trainergespann und diese Tage wird Melanie Herrmann großteils schon in der neuen Umgebung verbringen.

„Ich werde mich auf eine erste Wohnungssuche begeben und natürlich beim Spiel gegen Blomberg vorbei schauen“, erzählt die 1,80 Meter große Torfrau. Die zukünftige Bleibe ist momentan noch ungeklärt, ganz im Gegenteil zur sportlichen und beruflichen Zukunft. Melanie Herrmann, die in Göppingen einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, wird ab August eine Stelle beim Landratsamt antreten. „Der Job war mir nach meinem Studium für den gehobenen Verwaltungsdienst sehr wichtig“, erklärt sie. Geholfen hat ihr bei der Jobsuche eine alte Bekannte. Anika Leppert, selbst in der öffentlichen Verwaltung tätig, stellte die Kontakte her. „Ich kenne Anika schon lange, 2008 wurden wir mit Blomberg gemeinsam deutscher A-Jugend-Meister“, blickt Herrmann zurück.

Doch Anika Leppert ist nicht die einzige Bekannte im grün-weißen Kader. Gemeinsam mit Beate Scheffknecht spielt Melanie Herrmann seit 2012 für die österreichische Nationalmannschaft, die auf dem besten Weg ist sich für die kommende Europameisterschaft zu qualifizieren. „Ein Sieg fehlt uns noch für das große Ziel“, erzählt die Torfrau. Eine doppelte Staatsbürgerschaft ebnete Herrmann den Weg in die österreichische Auswahl, denn im Juniorinnenbereich lief sie noch für Deutschland auf und feierte 2008 mit dem Sieg bei der Weltmeisterschaft ihren bisher größten Titel.

Neben dem Job, war auch die zukünftige Nähe zur im bayrischen Ansbach lebenden Familie ein Grund für einen Wechsel ins Stauferland. „130 Kilometer, eine Stunde und fünfzehn Minuten Fahrzeit, das ist schön“, freut sich Melanie Herrmann auf zukünftig kürzere Trips in die Heimat. In Göppingen hofft der Neuzugang auf eine schlagkräftige Truppe: „Wir wollen im Mittelfeld eine gute Rolle spielen und auch ein wenig auf den Europapokal schielen.“

Göppingen war bereits im vergangenen Sommer eine Option für Melanie Herrmann. „Nach der Insolvenz in Frankfurt/Oder hatte ich schon Kontakt zu Aleksandar Knezevic, habe mich dann aber auch wegen meinem Studium in Berlin für Leipzig entschieden“, schildert sie die Situation im Vorjahr. Der Göppinger Geschäftsführer ließ den Draht aber weiter glühen und kann sich nun über einen gelungenen Transfercoup freuen. „Ich bin sehr glücklich, dass sich Melanie für uns entscheiden hat. Die Position im Tor ist im Handball extrem wichtig und diese Position haben wir nun auch nächstes Jahr mit Top-Qualität und internationaler Klasse besetzt“, erklärt der im Sommer zurückkehrende Coach der Grün-Weißen.

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