Als Außenseiter zum Meister - die FRISCH AUF Frauen reisen zum Thüringer HC

von Holger Riegel

Die Rollen sind klar verteilt, wenn die letzte Partie in 2016 in der Salza-Halle angepfiffen wird. Gegen den Serienmeister der letzten Jahre gehen die Grün-Weißen als klarer Außenseiter in die Partie. „Über den THC muss man nicht viel sagen, sie haben sechs Mal in Folge den Titel geholt und auch dieses Jahr wird die Meisterschaft über die Erfurterinnen entschieden“, schiebt Aleksandar Knezevic die Favoritenrolle vollkommen berechtigt zu den Gastgeberinnen. Aber als Opferlamm fährt man natürlich nicht in Richtung Thüringen. „Wir werden alles geben, vielleicht gelingt uns ja eine Überraschung“, wirft der FRISCH AUF-Trainer die Flinte keineswegs schon vor dem Spiel ins Korn.

Dazu besteht auch kein Anlass, denn die Göppingerinnen nehmen eine gehörige Portion Selbstvertrauen mit auf die letzte Auswärtsfahrt des Jahres. Nach dem holprigen, aber letztlich souveränen und verdienten 27:21-Heimsieg gegen den TV Nellingen geht man als Tabellenfünfter in die Partie. Allerdings ist Aleksandar Knezevic bewusst, dass beim amtierenden Meister einiges besser laufen muss. „Nach der langen Pause zählte gegen Nellingen eigentlich nur das Ergebnis. Wir haben eine Halbzeit gebraucht, um unseren Rhythmus wieder zu finden“, blickt der Coach auf den Derbysieg zurück. Vor allem die Konzentration im Abschluss muss heute Abend besser werden, denn gegen den Thüringer HC sind schwache Spielphasen nicht erlaubt.

Obwohl THC-Trainer Herbert Müller seinen Kader vor der Saison kräftig umbauen musste, spielen die Thüringerinnen auch in dieser Spielzeit eine glänzende Rolle. Mit 16:2 Punkten steht man auf dem 2. Tabellenplatz und ist damit härtester Verfolger der Millionentruppe aus Bietigheim. Dabei hatte Müller den Kampf um die Meisterschaft schon im Sommer abgehakt und die Favoritenrolle schob er in den Süden zu Bietigheim und Metzingen. Ob es reines Understatement war, wird der weitere Saisonverlauf zeigen. Aus der sechswöchigen Spielpause sind die Thüringerinnen mit einem Sieg gestartet, wobei der Spielverlauf gegen den Buxtehuder SV alle Tugenden der Müller-Truppe widerspiegelte. Die Gäste aus dem Norden lagen am Mittwoch bis zur 52. Minute ständig in Führung, doch die Hausherrinnen gaben nie auf und landeten mit einem 6:0-Lauf in den letzten acht Minuten noch einen 35:30-Erfolg gegen den Verfolger. Beeindruckend war dabei auch die Breite im Kader des Meisters, denn von 15 eingesetzten Spielerinnen trugen sich 13, darunter auch das große Torwarttalent Dinah Eckerle in die Torschützenliste ein.

Für die Grün-Weißen heißt es heute dagegen zu halten und sich an den April diesen Jahres zu erinnern. Damals bezwangen die Göppingerinnen den Goliath mit 27:26 und sorgten für eine riesige Sensation. Allerdings nimmt Aleksandar Knezevic Verletzungssorgen mit nach Thüringen. Nachdem am Mittwoch bis auf Anna Bergschneider alle Spielerinnen auf dem Spielberichtsbogen standen, ist der Einsatz von Iris Guberinic , die sich in den Schlussminuten am Knie verletzte, sehr unwahrscheinlich. Eine endgültige Diagnose steht zwar noch aus, aber der FRISCH AUF-Trainer rechnet nicht mit dem Einsatz seiner Linksaußen.

 

Live im Netz

Das Spiel der FRISCH AUF Frauen wird ab 18:00 Uhr als Internet-Stream bei Sportdeutschland.tv live übertragen - hier geht's zum Livestream.

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