Am Ende saft- und kraftlos

von Redaktion

Andreas Böhringer - NWZ - 19.03.2018

Tabellarisch versprach der Vergleich zwischen Frisch Auf Göppingen und dem um einen Zähler besseren Buxtehuder SV ein Duell auf Augenhöhe. Diese Erwartungen bestätigten sich im ersten Durchgang, da zeigten beide Teams ihre Qualitäten und waren sich ebenbürtig, was sich auch im Spielverlauf mit vielen Gleichständen und Führungswechseln äußerte.

Nach dem 5:5 (11.) trafen Prudence Kinlend und die eingelaufene Iris Guberinic vom Kreis zum 7:5 (15.), was Buxtehude zu einer Auszeit zwang und den Göppingerinnen viel Applaus von den Rängen bescherte. Frisch Auf, das mit dem üblichen Doppelwechsel Schindler/Sviridenko für Adamkova/Struijs operierte, zeigte sich variabel und kam von allen Positionen zu Toren. Doch der BSV ließ die Gastgeberinnen nicht wegziehen und egalisierte, angeführt von einer überragenden Emily Bölk, die als sechsfache Torschützin und Vorlagengeberin glänzte, immer wieder, womit es nach ausgeglichenen 30 Minuten folgerichtig mit 16:16 Unentschieden stand.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst nichts am Spielverlauf und beim 20:20, das Michaela Hrbkova in Überzahl erzielte (37.), war weiterhin alles drin für die Grün-Weißen, bei denen kurze Zeit später aus unerfindlichen Gründen der Faden komplett riss. „Frisch Auf leistete sich viele leichte Fehler und hat die Türe für uns geöffnet“, analysierte Dirk Leun. „Wir haben die Fehler konsequent und effektiv genutzt, das war die Entscheidung“, beschrieb der BSV-Coach die Phase bis zur 50. Minute, in der seine Schützlinge auf 29:22 davonzogen. „Mitte der zweiten Halbzeit war das Spiel fertig“, musste Frisch-Auf-Trainer Aleksandar Knezevic die Kräfteverhältnisse in dieser Viertelstunde anerkennen.

Seine Mannschaft bekam während des 9:2-Laufs der Gäste kaum einen Fuß auf den Hallenboden, agierte in der Abwehr zu passiv und reihte offensiv Fehler an Fehler. Der Göppinger Coach versuchte noch gegenzusteuern („Wir probierten verschiedene Varianten, aber es nutzte nichts“), doch es gelang praktisch nichts mehr. Dem Spiel fehlten die Energie und Intensität, die Göppingen normalerweise auszeichnet. Hinten kassierte Frisch Auf einfache Gegentore, vorne waren zwei vergebene Strafwürfe innerhalb weniger Sekunden symptomatisch für die Angriffsbemühungen der Gastgeberinnen.

In den letzten zehn Minuten lief die Begegnung ohne große Aufreger vollends aus, am Ende siegte Buxtehude auch in der Höhe verdient mit 34:28, wie Knezevic anerkannte, der trotz der Niederlage seine Spielerinnen lobte und herausstellte: „Es ist für uns schon eine große Leistung, in der Tabelle mit dem BSV überhaupt auf Augenhöhe zu sein.“ Frisch Auf hat nun bis zur Partie beim Letzten Rödertal zwei Wochen Pause, die der FA-Übungsleiter zur Regeneration, aber auch zur Arbeit im Fitness-Bereich nutzen möchte.

FA Göppingen: Zimmerman, Lengyel; Brugger (1), Struijs (4/1), Weigelt (2), Schindler (3), Kinlend (3), Hrbkova (6/1), Guberinic (5), Sviridenko, Schuhknecht (2), Adamkova (2), Krhlikar, Bergschneider (n.e.).

Buxtehuder SV: Peveling (1), Rüther (n.e.), Gronemann; Borutta, Meier (n.e.), Fischer (3), Haurum (n.e.), Gubernatis (6/2), Knippenborg (1), Schirmer (7), Oldenburg (3), Bölk (6), Goos (2), Kaiser (4), Prior (1).

SR: Brodbeck/Reich (Metzingen). – Zeitstrafen: 12:8 Minuten. – Zuschauer: 1200.

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