Arbeitssieg beim Angstgegner

von Holger Riegel

Die Göppingerinnen können den ersten Haken unter die richtungsweisenden Spiele der kommenden Wochen setzen. Mit dem Erfolg in Celle holten sich die Grün-Weißen zwei wichtige Zähler und stehen zumindest vorübergehend wieder auf dem 5. Tabellenplatz. Allerdings hatte der Sieg beim Tabellenvorletzten viel mehr mit harter Arbeit zu tun als mit filigranem Handball mit Gefühl.

Die Partie hatte noch gar nicht so richtig begonnen, da mussten die Göppingerinnen schon die erste Zeitstrafe hinnehmen und die Gastgeberinnen nutzten die Überzahl um mit 2:0 in Führung zu gehen. Zwar traf Frisch Auf nun auch, aber Celle konnte immer wieder auf zwei Tore Vorsprung erhöhen. Zu löchrig war die grün-weiße Defensive und auch im Angriff fehlte im Abschluss das letzte Quäntchen Konzentration. Beim 6:6 (10.) konnte Michaela Hrbkova erstmals wieder ausgleichen, aber eine eigene Führung wollte Göppingen einfach nicht gelingen. Zwar stand die Defensive nun besser, aber die Offensive agierte häufig zu kompliziert. So konnte die SVG immer wieder vorlegen und fast schon folgerichtig nahm Celle eine 15:14-Führung in die Halbzeit.

Nach der Pause änderte sich daran zunächst nur wenig. Die Hausherrinnen legten vor, die FRISCH AUF Frauen zogen nach. Als Celle Mitte der zweiten Halbzeit beim Stand von 22:21 in doppelter Unterzahl eine Auszeit nahm, nutzte Aleksandar Knezevic die Unterbrechung um seine Abwehr neu zu justieren. Die Grün-Weißen bekamen das Team von Trainer Martin Kahle mit einer sehr offensiven Formation nun zusehends besser in den Griff. Ein Doppelschlag von Michaela Hrbkova bedeutete beim 22:23 (49.) die erste Führung. Lina Krhlikar gelang es wenige Minuten später mit einem direkten Wurf ins leere Celler Tor den Vorsprung auf 23:25 auszubauen. Es war ihre vorletzte Aktion, denn kurz darauf kassierte sie ihre dritte Zeitstrafe und damit die rote Karte. Die Göppingerinnen brachte dies aber nicht mehr von der Siegerstraße ab. Letztlich gewannen die Grün-Weißen am Ende verdient mit 25:28 weil man den längeren Atem hatte und auch in der Schlussphase noch zulegen konnte.

Natürlich wurde der Erfolg nach dem Abpfiff gebührend gefeiert und es wurde klar, dass der Druck für die Göppinger Mädels groß gewesen war. Doch die FRISCH AUF Frauen bewiesen gerade mit diesem Arbeitssieg beim Angstgegner welche Entwicklung der Kader von Aleksandar Knezevic in den letzten Monaten durchlaufen hat. Auch von einem holprigen Spielverlauf ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen, glaubte an die eigene Stärke und schaffte am Ende den Sieg. Dies gilt es nun am kommenden Samstag (18:00 Uhr) erneut abzurufen, wenn es zum Derby nach Neckarsulm geht. Auch die heimische Sportunion wird den Göppingerinnen alles abverlangen und vom aktuellen Negativlauf der Neckarsulmerinnen, der am Samstag in einer Heimniederlage gegen den bisher punktlosen TV Nellingen gipfelte, darf man sich keineswegs täuschen lassen.

 

SVG Celle: Pagel, Morf; Wahle (1), Verschuren (3/2), Laszlo (5/1), Heldmann (6), Ahrens (2), Wagenlader (1), Gräser (3), Lamp (3), Meijer (1)

FRISCH AUF: Zimmermann, Lengyel; Brugger (3), Struijs (5/2), Adamkova (1), Schindler (3), Kinlend (1), Hrbkova (10/4), Guberinic (n.e.), Krhlikar (2), Petrinja (n.e.), Pielesz (3)

Zeitstrafen: 10 Min. : 8 Min.

Strafwürfe: 5/3 : 8/6

Schiedsrichter: Dedens / Geckert

Zuschauer: 510

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