Ausfälle wiegen zu schwer

von Frank Höhmann

Das Punktekonto der FRISCH AUF Frauen erhielt nach dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund keinen Zuwachs: Das personell gebeutelte Team von Trainer Aleksandar Knezevic verlor am Samstagabend das Verfolgerduell mit 21:28 (10:13) und musste den Kontrahenten in der Tabelle vorerst wieder passieren lassen. 

Aus nicht einfach wurde doppelt schwierig: Ohne ihre beste Torschützin Michaela Hrbkova und Abwehrchefin Alexandra Sviridenko, die zwar dabei, aber nicht fit war, mussten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen ihr Auswärtsspiel bei den aufstrebenden Dortmunder Borussinnen bestreiten. Die Ausfälle der beiden Leistungsträgerinnen wogen schwer, dennoch wehrten sich die Grün-Weißen 45 Minuten lang nach Kräften. Als 14 Minuten vor Schluss aber auch noch die bis dato beste Göppingerin und erfolgreichste Werferin Iris Guberinic Rot sah, war der Widerstand gebrochen. Mit fünf Treffern in Folge zog der Europapokalanwärter aus dem Ruhrpott bis zur 54. Minute entscheidend auf 24:16 davon.

Die Partie in der Sporthalle Wellinghofen begann holprig. FRISCH AUF versuchte die Angriffe lange auszuspielen und über den Kreis und die beiden Außenspielerinnen Anja Brugger und Guberinic, die in Hälfte zwei zusammen mit Lina Krhlikar an den Kreis rückte, zum Erfolg zu kommen. Hrbkovas Position im rechten Rückraum übernahm Karin Weigelt. Bereits in den Anfangsminuten deuteten sich die Probleme im Angriff an. Während Dortmund zu einigen einfachen Treffern aus dem Rückraum kam, mussten sich die FRISCH AUF Frauen jedes Tor hart erarbeiten. Bis zur elften Minute konnten sich die BVB-Handballerinnen einen 5:2-Vorsprung erarbeiten, der Aleksandar Knezevic zu einer ersten Auszeit veranlasste.

Göppingens Torhüterin Edit Lengyel, die die kompletten 60 Minuten durchspielen durfte und ihre gute Form der vergangenen Wochen bestätigte, hielt ihr Team in der ersten Hälfte mit mehreren guten Paraden im Spiel und parierte insgesamt drei Siebenmeter. Das Übrige taten zunächst die Schützlinge der scheidenden Trainerin Ildiko Barna. Sie schlossen einige Male unpräzise ab und verpassten es, sich deutlicher abzusetzen. Die FRISCH AUF Frauen gaben nie auf und versuchten das Bestmögliche herauszuholen. Zwar lagen die Gastgeberinnen in der 27. Minute mit 12:8 vorne, aber bis zum Pausenpfiff waren die Grün-Weißen gegen die Schwarz-Gelben wieder bei der Musik und hatten den Rückstand durch die nun auch im Angriff aufgebotene Johanna Schindler wieder auf drei Tore verringert.

Johanna Schindler rackerte auch in Hälfte zwei unermüdlich, nahm mehrere Male das Heft in die Hand und war nicht nur aus dem Rückraum, sondern auch von der Siebenmeterlinie und vom Kreis aus erfolgreich. Mit insgesamt sechs Treffern gehörte sie zu den besten Werferinnen ihres Teams. Sechs Tore waren Iris Guberinic bereits bis zur 46. Minute gelungen. Dann musste sie jedoch das Spiel von der Tribüne aus verfolgen: Weil sie bei einem Siebenmeter Dortmunds Annamaria Ferenczi unabsichtlich im Gesicht traf, entschied das Schiedsrichterduo Briese/von der Beeck auf Rot. Guberinics Aus bedeutete auch das Ende aller Hoffnungen, doch noch etwas reißen zu können. FRISCH AUF ging die Kraft aus und so konnte sich Dortmund von 19:16 absetzen und mit einem 28:21 für die in der Vorrunde erlittene Last-Second-Niederlage in der EWS-Arena revanchieren.

So spielten sie:

BVB Dortmund: Woltering, Ferenczi - Kramer (4), Grijseels (8/1), Weisheitel (1), C. Müller (1), A. Müller (1), Espinola Perez (3), Galinska, Stockschläder (3), Huber (1), Mansson (4), Emberovics (2), van Kreij, Vaszari, Bleckmann

FRISCH AUF Göppingen: Lengyel, Zimmerman (n.e.); Struijs (4/3), Adamkova, Schuhknecht (2), Guberinic (6/2), Kinlend (2), Sviridenko (n.e.), Krhlikar, Weigelt, Schindler (6/2), Brugger (1), Bergschneider (n.e.)  

Schiedsrichter: Andreas Briese/Kim von der Beeck
Zeitstrafen: 10:8-Minuten
Rot: Galinska (60.) – Guberinic (46.)
Zuschauer: 550.

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