Bittere Derbyschlappe

von Holger Riegel

Bereits vier Minuten vor dem Abpfiff erhoben sich die rund 1.000 Zuschauer in der Ballei und spendeten ihrer Mannschaft stehende Ovationen. Die Göppingerinnen hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits ihrem Schicksal ergeben und lediglich Klaudia Pielesz versuchte noch die Niederlage der Grün-Weißen in Grenzen zu halten. Für die Neckarsulmerinnen war der Sieg ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt, wogegen FRISCH AUF den Sprung in höhere Regionen verpasste. Auch in der Höhe ging der Erfolg für den Neuling in Ordnung, Neckarsulm hatte mehr zu bieten, Göppingen agierte dagegen uninspiriert und stellenweise ideenlos.

Vom Anpfiff weg konnte sie Sportunion vorlegen. Den Führungstreffer glich Michaela Hrbkova noch mit ihrem einzigen Treffer im Spiel aus, aber schon nach acht Minuten führte der Aufsteiger mit 4:1 und baute die Führung weiter auf 8:4 (16.) aus. Göppingen dagegen suchte weiter nach einem Konzept in der Offensive. Der Rückraum kam überhaupt nicht ins Spiel und so war es vor allem die Option über den Kreis, die gesucht und auch immer wieder gefunden wurde. Entweder traf Lina Krhlikar direkt oder die Kreisläuferin wurde regelwidrig gebremst und Maxime Struijs verwandelte den fälligen Strafwurf. Dank einer immer besser werdenden Defensive gelang es die Sportunion bis zur Halbzeit zunehmend zu verunsichern und das machte sich auch auf der Anzeigetafel bemerkbar. Bis zur Pause waren die Grün-Weißen beim 11:10 in unmittelbarer Schlagdistanz.

Doch leider folgte im zweiten Spielabschnitt die bisher sicherlich schlechteste Vorstellung der Göppingerinnen in dieser Saison. Neckarsulm schläferte das Team von Aleksandar Knezevic nun regelrecht ein. Mit langen Ballstafetten, die von den beiden Unparteiischen geduldet wurden, nahm man die Fahrt aus dem Spiel und kam dann mit schnellen Aktionen zum Torerfolg. Zudem hatten sich die Hausherrinnen besser auf das grün-weiße Spiel über den Kreis eingestellt und doppelten Lina Krhlikar in der Abwehr erfolgreich. Der Rückraum wusste die sich daraus bietenden Lücken aber nicht zu nutzen. Der Angriff agierte zu oft parallel zur NSU-Abwehr und ging zu wenig in die Tiefe.

Die Gastgeberinnen nutzen dies und hatten sich in der 38. Minute eine 18:12-Führung erarbeitet. Aber FRISCH AUF setzte nochmals dagegen, kam binnen sechs Zeigerumdrehungen wieder auf 19:17 heran, stand sich dann aber zumeist selbst im Weg. Viele technische Fehler und schwache Abschlüsse brachten den Neuling endgültig auf die Siegerstraße, während sich die Göppingerinnen nur noch bedingt zur Wehr setzten. Am Ende siegte Neckarsulm mit 32:24 und feierte nach fünf Niederlagenin Folge einen befreienden Sieg.

Ausgerechnet die ehemaligen Grün-Weißen Melanie Herrmann und Alena Vojtiskova waren dabei die Garanten für den Erfolg, während Michaela Hrbkova und Prudence Kinlend einen ganz schwachen Tag erwischt hatten. Lediglich Klaudia Pielesz konnte bei FRISCH AUF als erfolgreichste Feldtorschützin überzeugen. Die FRISCH AUF Frauen haben nun bis zum 15. Februar Zeit die Schlappe zu verarbeiten, dann ist aber gegen den HC Leipzig eine Leistungssteigerung notwendig, um vor den eigenen Fans um den Sieg mitspielen zu können.

Neckarsulm: Milenkovic, Herrmann, Rüttinger; Kalmbach, Hoffmann (3), Breitinger (6), Gerber (3), Fischer (3), Tissekker (8/3), Daniels, Ahlin (1), Ineichen, Vlahovic, Galinska, Vojtiskova (8)

Frisch Auf: Zimmermann, Lengyel; Brugger (3), Struijs (7/4), Adamkova (1), Schindler (1), Kinlend (1), Hrbkova (1/1), Guberinic (1), Krhlikar (2), Petrinja, Pielesz (7)

Zeitstrafen: 8 Min. : 2 Min.
Strafwürfe: 4/3 : 6/5

Schiedsrichter: Baumgart / Wild

Zuschauer: 1.012

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