Das nächste Schwergewicht

von Holger Riegel

Mit dem amtierenden deutschen Meister empfangen die Göppingerinnen ein weiteres Spitzenteam der Liga in ihrem handballerischen Wohnzimmer. Wie schon am Samstag bei der 18:26-Heimniederlage gegen den aktuellen Tabellenführer vom Thüringer HC gehen die Grün-Weißen auch gegen den Lokalrivalen in der Außenseiterrolle an den Start. Allerdings reist Bietigheim nicht sorgenfrei unter den Hohenstaufen.

In der vergangenen Saison war das Team von Trainer Martin Albertsen das Maß aller Dinge im deutschen Frauenhandball. In der Liga dominierte die SG geradezu nach Belieben und feierte einen Sieg nach dem anderen. Die Dominanz spiegelte sich auch in der Tabelle eindrucksvoll wieder. Die Punktebilanz war mit 52:0 makellos, zudem stellte man den besten Angriff und die stärkste Defensive. Einzig im DHB-Pokal musste man sich im Halbfinale gegen den späteren Titelträger Buxtehude national geschlagen geben. Doch im Super Cup gelang Mitte September mit einem 30:22-Sieg die erfolgreiche Revanche und alles deutete auf ein erneutes Solo in dieser Saison hin. Zumal der ohnehin schon überragend besetzte Kader weiter qualitativ ergänzt wurde.

Bis zum 6. Spieltag blieb die Weste auch in dieser Saison weiß, doch dann ging das Duell gegen den Thüringer HC mit 22:29 verloren. Ein Spiel, dass auch in der Folge zum Knackpunkt wurde, denn innerhalb des Kaders sorgte die Suspendierung von Susann und Nina Müller für Unruhe. Hinzu kam nicht nur der verletzungsbedingte Ausfall von Kim Naidzinavicius während der Weltmeisterschaft, sondern auch nicht erwartete Punkteteilungen in Bensheim/Auerbach und Dortmund. Zumindest die Vakanz auf der Spielmacherposition wurde mit der Verpflichtung von Anna Lörper (Metzingen) Ende Januar geschlossen. Doch der Titelexpress stockte weiter, denn am vergangenen Sonntag musste in Leverkusen eine 18:21-Niederlage hingenommen werden.

Ein Ergebnis, dass man aus grün-weißen Sicht zweigeteilt betrachten kann. Sicherlich zeigt die Schlappe, dass der Ligakrösus etwas wackelt, aber anderseits wird die Albertsen-Truppe auf eine schnelle Wiedergutmachung aus sein. „Sie sind weiterhin ein Topfavorit auf die Meisterschaft, auch wenn der Druck jetzt größer ist“, betrachtet Aleksandar Knezevic den morgigen Kontrahenten, der den FRISCH AUF-Trainer mit seinem Kader beeindruckt: „Da ist extrem viel Qualität vorhanden, sowohl in der Spitze, wie auch in der Breite, gleich mehrere Spielerinnen können ein Spiel im Alleingang entscheiden.“

Allerdings lassen die Grün-Weißen auch nach dem Ende der Serie von acht ungeschlagenen Spielen in Folge den Kopf nicht hängen. „Wir werden wieder unser Bestes geben, uns dem Favoriten stellen und alles probieren“, blickt der Coach auf das Derby. Dabei wird ihm Kristy Zimmerman erneut nicht zur Verfügung stehen, wie auch ein Einsatz von Lina Krhlikar eher unwahrscheinlich ist. „Ich hoffe, dass sich die grippegeschwächten Mädels bis Mittwoch erholen, denn das Spiel wird uns viel Kraft kosten“, schaut Knezevic in seinen Kader und setzt erneut auf eine tolle Stimmung in der EWS Arena.

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