Dem Meister alles abverlangt

von Holger Riegel

Rein von den Positionen der beiden Kontrahenten war die Begegnung zwischen dem Thüringer HC und den Göppingerinnen das Spitzenspiel am letzten Spieltag in 2016 und beide Teams wurden diesem Anspruch in den 60 Minuten in der Salza-Halle gerecht. „Es war wie vor zwei Tagen gegen Buxtehude ein Top-Handballspiel mit zwei starken Mannschaften“, resümierte THC-Coach Herbert Müller die Partie und freute sich über einen hart erkämpften Sieg. Zwar ärgerte sich Aleksandar Knezevic über die Niederlage, hatte aber letztlich nur lobende Worte für seine Truppe. Es waren Nuancen, die am Ende entschieden. Die Frisch-Auf-Frauen wackelten kräftig am Thron des Meisters, konnten die Serientäterinnen aus Erfurt aber nicht zu Fall bringen.

Die Partie vor 1.100 Zuschauern war zunächst von viel Nervosität, Fehlwürfen und technischen Fehlern geprägt. Es waren die beiden jungen Torhüterinnen, die sich in dieser Phase auszeichneten, denn sowohl Dinah Eckerle im THC-Gehäuse, wie auch Kristy Zimmermann im grün-weißen Tor wehrten viele Würfe ab. Und so stand es in der 14. Minute immer noch 4:4, ehe die Hausherrinnen mit einem Zwischenspurt auf eine schnelle Entscheidung drängten. Binnen drei Zeigerumdrehungen klingelte es vier Mal im Göppinger Kasten und Erfurt führte mit 8:4. Aber die Göppingerinnen ließen sich nicht beeindrucken. Aleksandar Knezevic stellte um und brachte für die etwas glücklose Maxime Struijs mit Johanna Schindler eine neue Regisseurin auf das Parkett. Die Maßnahme fruchtete, denn FRISCH AUF fand zurück ins Spiel. Als der Trainer in den Schlussminuten der ersten Halbzeit auch noch Klaudia Pielesz einwechselte und diese sogleich drei Treffer erzielte, war man beim 13:12 wieder dran. Ein vergebener Strafwurf kostete aber ein besseres Pausenresultat und so ging es mit 15:12 für den THC in die Kabinen.

In der zweiten Halbzeit konnten sich zunächst die Gastgeberinnen beim 19:15 (35.) wieder etwas Luft verschaffen, aber die Grün-Weißen hatten Lunte gerochen. Nach einem verwandelten Siebenmeter durch Michaela Hrbkova war man beim 20:19 in der 40. Minute wieder in unmittelbarer Schlagdistanz. Allerdings wollte das Remis nicht gelingen. Der Meister legte vor, setzte sich auch immer wieder auf zwei oder drei Tore ab, doch die Göppingerinnen kämpften sich unermüdlich zurück. So auch in der 49. Minute, als man nach einer Auszeit zwei Treffer in Folge erzielte und nur mit einem Tor in Rückstand lag. Ein strittiger Strafwurf für den THC, eine fragwürdige Zeitstrafe für Göppingen und Erfurt nutzte die Gunst der Stunde und legte erneut drei Tore vor. Doch die grün-weiße Moral war weiter ungebrochen. Vier Minuten vor dem Abpfiff hatte sich Göppingen erneut auf 28:27 heran gepirscht, doch mit zwei weiteren Toren brachten die Gastgeberinnen ihren 30:27-Heimsieg in trockene Tücher.

Für die Grün-Weißen blieben am Ende zwar nur anerkennende Worte und leere Hände, aber die FRISCH AUF Frauen können unter das Handballjahr 2016 einen dicken grünen Haken setzen. Mit 12:8 Punkten feiert man als Tabellenfünfter Silvester und steht damit nicht nur weit weg von den Abstiegsplätzen, sondern zurecht in der oberen Hälfte der Tabelle. Nun gilt es den Schwung ins neue Jahr mitzunehmen, denn in der aktuellen Verfassung ist der Truppe von Aleksandar Knezevic noch einiges zuzutrauen.

 

Thüringer HC: Krause, Eckerle, van de Weil, Scheffknecht (6), Pintea (2), Schmelzer (2), Niederwieser (3), Aguilar Diaz (1), Luzumova (7/1), Engel (2), Houette, Jakubisova (2), Kiedrowski (4), Wohlbold (1), Planeta

FRISCH AUF: Zimmermann, Lengyel; Brugger (4), Struijs, Adamkova (1), Schindler (3), Kinlend (4), Hrbkova (8/4), Krhlikar (3), Petrinja, Pielesz (4)

Zeitstrafen: 6 Min. : 4 Min.

Strafwürfe: 1/1 : 5/4

Schiedsrichter: Moles / Pittner

Zuschauer: 1.100

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