Den Höhenflug fortsetzen

von Frank Höhmann

Eine unangenehme Auswärtsaufgabe müssen die FRISCH AUF Frauen am Samstag bewältigen: Im letzten Hinrundenspiel gastiert das Team von Trainer Aleksandar Knezevic um 19 Uhr in der Sporthalle Enseschule bei der HSG Bad Wildungen Vipers.

Beide Mannschaften sind sich in dieser Saison schon einmal gegenüber gestanden: Im November unterlagen Göppingens Bundeshandballerinnen im Achtelfinale des DHB-Pokals in Nordhessen mit 20:25 und lieferten eine ihrer bislang schwächsten Leistungen ab. Während damit der Traum vom Final Four in der Porsche Arena für die FRISCH AUF Frauen ausgeträumt war, konnten sich die Vipers für das Event qualifizieren. Im Viertelfinale gewannen sie bei Bayer Leverkusen 21:19 und feierten einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte.

Aleksandar Knezevic hat das Ausscheiden längst abgehakt. „Pokal ist Pokal. Jetzt ist Bundesliga angesagt und wir wollen unsere Serie ausbauen und weiter punkten. Aber Bad Wildungen ist schwer zu spielen“, sagt der Trainer der FRISCH AUF Frauen, der um die Kampfstärke und mannschaftliche Geschlossenheit der Giftschlangen weiß. Das musste auch der Branchenprimus Thüringer HC erfahren, der gegen die HSG die bislang einzige Niederlage hinnehmen musste (27:30). Vor einer Woche jedoch enttäuschte das Team von Trainerin Tessa Bremmer und verlor vor eigenem Publikum überraschend gegen den TV Nellingen (26:30). „Das war schlecht, schwach, wir haben total versagt“, redete Linksaußen Miranda Schmidt-Robben Klartext. Bei nur noch drei Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz lastet nun wieder Druck auf den Vipers, die in der neuen Saison nicht mehr auf die niederländische Kreisläuferin Tamara Haggerty bauen können, die sich der TuS Metzingen anschließt. Neben ihr zählen Torhüterin Manuela Brütsch sowie Laura Vasilescu und Anouk Nieuwenweg, die auf den Plätzen vier und neun des Bundesliga-Torschützenrankings liegen, zu den Stützen einer ausgeglichen besetzten Truppe.

Mit 14:10-Punkten im Rücken können die FRISCH AUF Frauen relativ unbeschwert in die Begegnung gehen. Doch das Feld liegt eng beisammen und so kann der Vorsprung von acht Zählern auf den ersten Abstiegsplatz bei ausbleibenden Erfolgserlebnissen recht schnell schmelzen. Umso besser wäre es, am Samstag etwas Zählbares aus Nordhessen mitzunehmen. „Nicht nur, weil wir etwas gutmachen, sondern weil wir im achten Spiel in Folge ungeschlagen bleiben wollen, bevor es gegen die beiden Topteams der Liga geht“, betont Aleksandar Knezevic, der weiterhin auf Lina Krhlikar verzichten muss, sonst aber auf den kompletten Kader zurückgreifen können sollte. Auch auf Alexandra Sviridenko, die Anfang der Woche leicht angeschlagen war.

Kreisläuferin Krhlikar konnte in den vergangenen Wochen nur von außen unterstützen. Sie hofft, dass ihre Teamkolleginnen ihren Höhenflug fortsetzen können: „Um in Bad Wildungen zu punkten, muss unsere Wurfausbeute aber besser werden als im Pokal. Da haben wir viel zu hektisch agiert und zu viele Chancen vergeben. Wichtig wird auch eine gute Abwehrarbeit sein, aus der wir dann im Angriff profitieren können.“ Zuschauen zu müssen stresst Lina Krhlikar weitaus mehr als selbst auf dem Feld zu stehen, sei der Spielstand noch so eng. „Da bin ich überhaupt nicht nervös, sondern total fokussiert.“ Wann die 28-Jährige wieder auflaufen kann, ist noch nicht sicher. „Vielleicht klappt es gegen Nellingen.“ Derzeit befindet sie sich im Aufbautraining. „Das läuft gut. Ich mache große Fortschritte. Alle bemühen sich sehr, mich wieder fit zu bekommen.“ Man wolle jedoch nichts überstürzen und die Verletzung in Ruhe ausheilen lassen. „Natürlich würde ich den Mädels gerne helfen, aber sie haben auch ohne mich sehr gut gespielt“.

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