DHB-Pokal: Krasser Außenseiter

von Holger Riegel

Mittwoch | 11.11.2015 | 19:30 Uhr | Salza-Halle Bad Langensalza

DHB-Achtelfinale beim Thüringer HC

Ab 19.30 Uhr wird der letzte Viertelfinalist im diesjährigen DHB-Pokals der Frauen gesucht. Und die Ausgangssituation vor dem Gastspiel der Frisch-Auf-Frauen beim Thüringer HC ist dabei mehr als klar, denn die Grün-Weißen gehen als kleiner David in den Vergleich mit dem großen Goliath.

Für den Meistertrainer aus Erfurt kann die Partie gegen Göppingen nur einen Verlauf nehmen. „Wir wollen unbedingt eine Runde weiterkommen und müssen das Spiel gegen Frisch Auf gewinnen“, erklärt Herbert Müller im Vorfeld der Begegnung. Wohlwissend, dass er damit auch einen gewissen Druck auf seine Truppe ausübt. „Den müssen wir uns aber auch aufladen“, ergänzt der THC-Coach zur Favoritenrolle der Gastgeberinnen.

Für die Göppingerinnen ist der Auftritt in der Salza-Halle in Bad Langensalza eine denkbar unangenehme Aufgabe. Durch die Teilnahme der Thüringerinnen an der Champions-League wurde das Spiel heute verlegt, während die anderen Achtelfinals bereits am vergangenen Wochenende absolviert wurden. Darunter auch die Begegnung des nächsten Gegners in der Bundesliga, denn Celle, am Sonntag zu Gast unter dem Hohenstaufen, hat damit vor dem wichtigen Kellerduell mehr Regenerationszeit. „Die lange Fahrt, dazu unter der Woche und dann auch noch gegen einen derart starken Gegner, das alles ist nicht optimal für uns“, hadert daher Aleksandar Knezevic durchaus verständlich mit der DHB-Begegnung. Die Flinte ins Korn wirft er aber keineswegs. „Es ist nur ein Spiel, da ist alles offen, auch wenn bei uns natürlich alles passen muss“, beschreibt der Göppinger Trainer die Situation. Und auch sein Gegenüber geht mit ähnlichen Gedanken in die Partie. „Wir haben ein KO-Spiel. Da kann man nichts reparieren“, stellt Herbert Müller, für den der DHB-Pokal der kürzeste Weg zu einem Titel ist, klar.

Und in Sachen Titel sind die Damen aus Thüringen mächtig verwöhnt. Fünf deutsche Meisterschaften in Folge, dazu noch zwei Siege im nationalen Pokalwettbewerb in 2011 und 2013. Beim letzten Triumph im Pokal vor zwei Jahren trafen die Erfurterinnen ebenfalls auf die Grün-Weißen. Seinerzeit beim Final Four, dass in der Göppinger EWS Arena stattfand. Es war das Halbfinale, dass trotz einer 13:11-Führung für Frisch Auf am Ende mit 28:22 an den THC ging. Eine der Protagonistinnen in der Knezevic-Truppe war damals die österreichische Rückraumspielerin Beate Scheffknecht, die inzwischen für die Thüringerinnen aufläuft. Nach fast einem Jahr Verletzungspause gab die Torjägerin Ende Oktober ihr Comeback und steht gegen die alten Kolleginnen im Kader. Fehlen wird dagegen wohl Anouk van de Wiel, bis letztes Jahr ebenfalls bei Frisch Auf, wegen eines ausgekugelten Daumens.

Auch Aleksandar Knezevic reist nicht ohne Personalprobleme in Richtung Erfurt. Dem Frisch Auf-Trainer steht seine Spielführerin und Abwehrchefin Anika Leppert weiterhin nicht zur Verfügung und auch die ein oder andere Spielerin geht angeschlagen in die Partie. Und so wird Knezevic am heutigen Abend sicherlich auf eine Sensation hoffen, doch wichtiger dürfte sein, dass am Ende alle Spielerinnen gesund die Heimfahrt antreten können. Denn die „wichtigere“ Aufgabe wartet ohne Zweifel am Sonntag mit dem Vergleich gegen den SVG Celle auf die Grün-Weißen.

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