Die beiden Titelkandidaten können kommen

von Frank Höhmann

Die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen reiten weiter auf der Welle des Erfolgs: Beim 31:28 (15:15) bei der HSG Bad Wildungen Vipers blieb das Team von Trainer Aleksandar Knezevic zum achten Mal in Folge ungeschlagen und holte dabei 14:2-Punkte. „Es ist einfach klasse, was die Mädels Woche für Woche abliefern. Wir haben nach der Vorrunde 16:10-Punkte auf dem Konto, das ist einfach überragend“, jubelte der Göppinger Trainer nach dem hart erkämpften Sieg in Nordhessen. „Es war lange Zeit alles offen. Mal lagen wir ein Tor vorne, mal eines hinten. Wir haben in der Nervenschlacht Ruhe bewahrt und zur rechten Zeit zugeschlagen“, sagte Knezevic. Das Team von Tessa Bremmer schloss mit Beginn der heißen Phase überhastet ab und vergab freie Würfe. „Dazu noch leisten wir uns elf technische Fehler. Da kannst du nicht gewinnen. Dabei war heute mehr drin für uns.“

Waren den FRISCH AUF Frauen im Pokal vor drei Monaten nur 20 Treffer gelungen, trafen sie am Samstag 31 Mal ins gegnerische Gehäuse. Nur in der Anfangsviertelstunde taten sich die Göppingerinnen im Angriff schwer. Aus dem Spiel heraus gelang Iris Guberinic erst nach knapp acht Minuten der erste Treffer. Dann jedoch sorgten Michaela Hrbkova, Maxime Struijs und Prudence Kinlend für wesentlich mehr Druck aus dem Rückraum. Hrbkova und Struijs überzeugten zudem von der Linie aus und verwarfen keinen Siebenmeter. Auf der Gegenseite ließ sich Laura Vasilescu nicht lumpen. Knezevic hatte es im Wechsel mit Kristy Zimmerman und Edit Lengyel probiert, doch die Rumänin verwandelte alle Siebenmeter bombensicher. Hatten die beiden Göppinger Torhüterinnen zuvor nicht viel entschärfen können, war Lengyel in der entscheidenden Phase zur Stelle, parierte bei 23:22 einen Gegenstoß von Sabine Heusdens und sorgte mit dem 28:23 ins verwaiste Vipers-Gehäuse fünf Minuten vor dem Ende für die Entscheidung.  

In der lange Zeit ausgeglichenen Begegnung hatten die Gastgeberinnen vor 700 Zuschauern in der Sporthalle Enseschule den besseren Start erwischt und sich beim 6:4 (10.) einen Zwei-Tore-Vorsprung erarbeitet. Fünf Minuten später hatte FRISCH AUF durch Iris Guberinic aber wieder aufgeschlossen (7:7). Es entwickelte sich ein zähes Ringen, keines der beiden Teams konnte sich bis zum Pausenpfiff auf mehr als ein Tor absetzen. Die Führung wechselte ständig hin und her. Beim 9:8 lag Göppingen erstmals in Front, wenig später wieder Bad Wildungen. Nach einem Steel von Johanna Schindler führten die grün-weißen Ladies 13:12, kurz vor der Halbzeitpause erneut Bad Wildungen. Sechs Sekunden vor Ende der ersten Hälfte traf Hrbkova zum 15:15. Die Tschechin war es auch, die den ersten Treffer in Durchgang zwei markierte. Das muntere Führung-wechsle-dich-Spiel setzte sich weiter fort: Aus dem Göppinger 16:15 wurde ein 16:17, dann ein 18:17. Aus dem 18:19 machten Struijs und Anja Brugger ein 20:19. Dann packten die Göppingerinnen die sich bietende Chance beim Schopfe und wandelten den 20:21-Rückstand mit drei Treffern in Folge in ein 23:21 um. Zudem mussten die Vipers nun auf Tamara Haggerty verzichten, die nach einem Foul an Kinlend ihre dritte Zeitstrafe aufgebrummt bekam und zuschauen musste. Bremmer versuchte in einer Auszeit ihre Mannschaft nochmals neu zu ordnen, doch wurde diese immer hektischer. Die FRISCH AUF Frauen spielten geduldig und mit Übersicht weiter. Beim 26:22 waren die Göppingerinnen erstmals vier Tore weggezogen, nach dem Lengyel-Treffer wenig später fünf. Die Entscheidung war gefallen und Feierstimmung machte sich breit.

Die Göppingerinnen fiebern nun dem Heimspiel-Doppelpack gegen die Titelkandidaten Thüringer HC und Bietigheim entgegen. Wohlwissend, dass ihre Serie dann akut gefährdet ist.

So spielten sie:

HSG Bad Wildungen: Brütsch, Duijndam; Vasilescu (10/9), Blase, Heusdens (5), Ritter, Schmidt-Robben (5), Beugels, Preis (3), Frankova (2), Haggerty (1), Spielvogel, Nieuwenweg (2)

FRISCH AUF Frauen: Zimmerman, Lengyel (1); Weigelt, Sviridenko, Kinlend (4), Brugger (2), Adamkova (2), Hrbkova (8/4), Struijs (8/5), Guberinic (3), Schindler (3), Schuhknecht, Bergschneider

Schiedsrichter: Hurst/Krag

Zeitstrafen: 8:8 Min.
Rot: Haggerty (3x2 Min.)
Zuschauer: 700.

 

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