Die Erfolgswelle weiter reiten

von Holger Riegel

Keine Frage, die Grün-Weißen sind aktuell die Mannschaft der Stunde im deutschen Oberhaus. Mit den Siegen gegen Dortmund, in Leverkusen und einen Tag vor Silvester gegen Metzingen kam die Mannschaft von Aleksandar Knezevic hervorragend aus der sechswöchigen WM-Pause. Besonders der Derbysieg gegen die TusSies aus Metzingen war eine riesige Überraschung und ließ die Göppingerinnen und ihren Anhang bereits einen Tag vor dem Jahreswechsel vor 5.740 Zuschauern in der Stuttgarter Porsche-Arena eine rauschende Party feiern. „Es ist schon eine überragende Serie, die wir gegen diese Topteams abgeliefert haben“, blickt der Göppinger Trainer auf die Spiele zum Jahresende zurück, gibt sich aber keineswegs satt: „Wir haben noch Hunger auf mehr.“

Allerdings warnt Aleksandar Knezevic im gleichen Atemzug vor den Gästen aus Oldenburg. „Von den beiden letzten Ergebnissen dürfen wir uns nicht täuschen lassen“, mahnt der Coach und will die Gäste keineswegs an der 19:34-Schlappe in Dortmund und der 29:31-Heimniederlage gegen Leverkusen messen. Zuvor hatte der VfL eindrucksvoll bewiesen, dass man weiterhin zur Beletage des deutschen Frauenhandballs zählt, obwohl es im Sommer zu einem großen Umbruch kam. Zwölf Jahre führte der Pole Leszek Krowicki in Oldenburg Regie, ehe er zum Ende der letzten Saison seinen Dienst quittierte. Ein Trainer-Trio sollte es richten, doch bereits Ende September wurde die neue sportliche Leitung durch den Ausstieg von Henning Sohl gesprengt. Ein Schnitt, der auf dem Spielfeld ohne Folgen blieb. Oldenburg eilte unter der Führung von Niels Bötel von Sieg zu Sieg und festigte eine Spitzenposition. Nach den jüngsten Niederlagen findet man sich inzwischen aber hinter den Göppingerinnen wieder. Punktgleich weist der VfL das schlechtere Torverhältnis aus. Für Aleksandar Knezevic aber kein Grund für Leichtsinn. „Oldenburg hat ein sehr gutes Team, das ein immens schnelles Konterspiel beherrscht und vor allem im Angriff extrem stark ist“, sieht der Trainer erneut Großaufgaben für seine Defensive.

Doch auf eben die war in den letzten Spielen mehr als Verlass. „Das waren sensationelle Auftritte in der Abwehr“, beschreibt Knezevic die jüngste grün-weiße Vergangenheit. Lobt aber auch seine Offensive. 31 Tore gegen Dortmund, 24 in Leverkusen und 32 Treffer gegen Metzingen spiegeln die aktuelle Verfassung der Rückraumachse Kinlend, Struijs und Hrbkova wider. Zudem funktioniert auch das Spiel über den Kreis bestens. Natürlich haben die drei Begegnungen in 8 Tagen viel Kraft gekostet und auch so manche Blessuren mit sich gebracht, doch gegen Oldenburg stehen dem FRISCH AUF-Trainer erneut alle Spielerinnen zur Verfügung. „Sie haben gerade sehr viel Spaß und sind schon wieder heiß auf die nächste Aufgabe, da will keine fehlen“, blickt Knezevic auf seine Truppe. Unbestritten schielen die Grün-Weißen auf die nächsten Sieg und setzen dabei auch auf ihre Fans. „Wir hoffen auf viele Zuschauer und eine tolle Atmosphäre, nach den Auswärtsleistungen hätten sich die Mädels eine volle Halle echt verdient“, nimmt Knezevic das Göppinger Publikum in die Pflicht.

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