Die letzten paar Prozent fehlen

von Redaktion

Markus Munz - NWZ - 23.04.2018

Trainer Aleksandar Knezevic hatte nach der in letzter Sekunde 25:26 (13:13) verlorenen Bundesliga-Partie seiner Göppingerinnen noch Gesprächsbedarf mit dem Schiedsrichtergespann. „Es gab ein paar bittere Entscheidungen gegen uns“, kommentierte auch Defensivspezialistin Johanna Schindler die Schlussphase, in der Amelie Berger eine Sekunde vor der Schlusssirene von der Rechtsaußenposition Leverkusens Siegtreffer warf.

Die Schiedsrichter waren aber nicht für die Niederlage verantwortlich. „Wir hatten vorne die Chance, das Spiel zuzumachen, aber heute haben uns irgendwie die letzten paar Prozent gefehlt“, räumte Schindler ein. Stattdessen entfaltete der Handball in dieser Partie seine typische Dramatik. Die Gäste legten mit der variableren Spielanlage stets ein oder zwei Tore vor, die Frisch-Auf-Frauen kämpften sich immer wieder heran. Beim 20:20 hatten sie in der 48. Minute erstmals die Möglichkeit zur eigenen Führung. Die gelang nicht und fünf Minuten später lag Frisch Auf wieder 22:24 zurück. nach dem 24:24 steuerte die Begegnung auf ihren spannenden Schlussakkord zu.

Michaela Hrbkova erzwang mit einem ihrer sechs Treffer das 25:25 (57.). Beim nächsten Leverkusener Angriff erkämpften sich die Frisch-Auf-Frauen den Ball und hatten noch zwei Minuten auf der Uhr. Als passives Spiel drohte, nahm Knezevic 30 Sekunden vor Schluss die Auszeit. Maxime Struijs musste mit der letzten Möglichkeit abschließen, ihr Wurf ging deutlich über das Tor. So blieben den Gästen noch 20 Sekunden und Trainerin Renate Wolf bereitete in ihrer Auszeit sieben Sekunden vor dem Ende den letzten Angriff vor, den Berger eiskalt vollendete. „Das ist extrem bitter. Es war eigentlich keine Chance mehr, da müssen wir in der Abwehr zumachen“, analysierte Johanna Schindler. Renate Wolf sah „ein hart umkämpftes Spiel auf hohem Niveau, bei dem wir der glückliche Sieger waren“.

Am Samstag steht in eigener Halle das Derby gegen Metzingen an. „Da müssen wir im Angriff einen Schritt nach vorne machen“, fordert Knezevic.

FA Göppingen: Zimmerman (n.e.), Lengyel; Brugger (2), Struijs (6/3), Weigelt (1), Schindler,  Kinlend (6), Hrbkova (6), Guberinic (1), Sviridenko, Schuhknecht (1), Adamkova (1), Krhlikar (1), Bergschneider (n.e.).

TSV Bayer Leverkusen: Zec, Kramarczyk, Fehr; Jurgutyte (4), Seidel (1), Braun (2), Mietzner, Zschocke, Potocki (7/1), Bruggeman (1), Karolius (4), Berndt (2), Jochin, Berger (5).

SR: Baumgart/Wild. Zeitstrafen: 2:2 Minuten. Zuschauer: 866.

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