Die nächste Herkulesaufgabe

von Frank Höhmann

Die Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen stehen am morgigen Sonntag um 18 Uhr in der Ludwigsburger MHP-Arena vor der nächsten Herkulesaufgabe: Das Team von Trainer Aleksandar Knezevic muss beim Meister SG BBM Bietigheim antreten und bekommt es vier Tage nach der Auftaktpartie beim Thüringer HC, die 24:30 verloren ging, gleich mit einem weiteren Schwergewicht der Liga zu tun. Die Bietigheimer bestreiten am Sonntag einen Doppelspieltag, denn bereits um 15.30 Uhr empfangen die Zweitligamänner die HG Saarlouis.

Dass seine Mannschaft zu so einem frühen Zeitpunkt gegen den württembergischen Rivalen aus dem Enztal ran muss, spielt für Knezevic eine untergeordnete Rolle. Punkte werden in Bietigheim für die Frisch-Auf-Frauen wohl auch ein paar Monate später nicht zu holen sein. Dafür spielt die SG BBM, die sich mit einem 30:22 gegen Buxtehude den Super Cup und damit den ersten Titel der Saison sicherte, in einer anderen Liga. So bleiben lediglich eine geringe Außenseiterchance und die leise Hoffnung, dass der Nachbar einen schwachen Tag erwischt und in der jungen Saison noch nicht so gefestigt ist. „Wir wollen Bietigheim so lange wie möglich ärgern“, gibt Knezevic die Marschroute vor. „Wenn sich eine Chance ergibt, wollen wir sie nutzen. Bietigheim ist eine sehr starke Mannschaft, aber wir werden wie schon am Mittwoch beim Thüringer HC, wo wir leider einen schlechten Start erwischt, uns dann aber wieder herangekämpft haben, alles geben.“

Bei seinem Auftaktspiel gegen Bayer Leverkusen lief bei den Enztälerinnen noch nicht alles nach Wunsch. Zwar holten sie beim 24:20 die beiden Zähler, dennoch hatte das Team von Coach Martin Albertsen noch Luft nach oben. „Vor allem unser Angriffspiel muss besser werden“, war der Trainer mit der Offensivleistung seines Teams noch nicht zufrieden, das sich eine achtminütige Torflaute leistete und immer wieder an Leverkusens Torhüterin Katja Kramarczyk scheiterte. Die Abwehr dagegen packte schon recht gut zu und in Hälfte zwei hielt die eingewechselte Valentyna Salamakha sehr gut. Nicht zurückgreifen können die Bietigheimerinnen die nächsten Monate auf die schwangere Niederländerin Maura Visser. Ihr Ausfall schwächt den Kader unwesentlich, der überragend besetzt ist und mit Spielgestalterin Karolina Kudlacz-Gloc vom insolventen HC Leipzig weiter aufgewertet wurde. Ein großes Augenmerk legt der Göppinger Gegner auf die Champions League, in der man seine Premiere feiert. Fast hätte es vergangene Runde schon zum Titel im EHF-Cup gereicht, doch der russische Topclub Rostov-Don erwies sich dann doch als eine Nummer zu groß.

Die Frisch-Auf-Frauen müssen am Sonntag äußerst diszipliniert und konzentriert auftreten und dürfen dem Meister keine einfachen Kontertore gestatten. Personell hat sich gegenüber Mittwoch nichts verändert. Lina Krhlikar und Anja Brugger fehlen weiterhin. Torjägerin Michaela Hrbkova, die in der zweiten Hälfte des Spiels beim THC kurzzeitig am Sprungelenk behandelt werden musste, dann aber weiterspielen konnte, sollte auflaufen können.

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