Echte Standortbestimmung - Players' Night gegen Hypo Österreich

von Holger Riegel

„Es ist eine tolle Gelegenheit sich mit einem der besten Teams in Europa zu messen“, beschreibt Aleksandar Knezevic vor dem Vergleich mit den Österreicherinnen. Um 18:15 Uhr treten die Grün-Weißen in der EWS Arena gegen die Truppe von Hypo Niederösterreich an, ein zweites Duell folgt am Sonntag um 15:00 Uhr in der Sporthalle in Wolfschlugen. Entsprechend groß ist die Vorfreude, dass es nach über einem Monat Vorbereitung endlich wieder auf dem Feld und vor Zuschauern zur Sache geht. „Wir freuen uns alle auf die Spiele, die natürlich eine große Aufgabe für uns darstellen“, beschreibt die neue Spielführerin Anja Brugger die Stimmung in der Mannschaft.

Die Gäste aus Österreich sind wahrlich ein sehr starker Gegner für die Göppingerinnen, denn Hypo Niederösterreich gehört zu den weltweit erfolgreichsten Vereinen im Frauenhandball. 40 österreichische Meisterschaften in Folge, 29 nationale Pokalsiege ebenfalls in Serie und dazu noch acht Siege in der Champions League, zwei Titel bei der Club-EM und ein Erfolg im EHF-Pokal machen deutlich, welche Mannschaft am Samstag ihre Visitenkarte im Göppinger Handballtempel abgibt. Vor allem in den 1990er-Jahren dominierten die Österreicherinnen den europäischen Frauenhandball und auch jetzt ist die Teilnahme an der höchsten Spielklasse in Europa fester Bestandteil im Spielplan von Hypo. Johanna Schindler, seit dieser Saison bei Frisch Auf am Ball, kennt die Gäste bestens und hatte in der vergangenen Saison das seltene Erlebnis mit ihrem bisherigen Verein Union Korneuburg einen Sieg gegen den Serienmeister zu gewinnen. Es war für Hypo in der letzten Spielzeit die einzige Niederlage auf nationaler Ebene. „Wir empfangen ein absolutes Topteam“, ist sich Trainer Knezevic sicher.

Für den Coach ist der Vergleich mit den Österreicherinnen auch eine erste Standortbestimmung im Rahmen der Vorbereitung. „Die letzten Wochen laufen sehr gut, die Mädels sind unheimlich fleißig“, erzählt Knezevic zum bisherigen Verlauf der trainingsintensiven Zeit. Er könnte so richtig zufrieden sein, wären da nicht die großen Verletzungssorgen im Kader. Seit Beginn der Vorbereitung steht dem Trainer mit Ana Petrinja, Klaudia Pielesz und der Nachwuchsspielerin Anna Bergschneider gleich ein Trio nicht zur Verfügung. „Die Verletzungen machen die Situation sehr schwierig“, erläutert der Coach. Zumindest Maxime Struijs hat ihre Operation an der Schulter bestens überstanden. „Es freut mich, dass sie wieder voll dabei ist. Ein Eingriff an der Schulter ist immer gefährlich, denn das Gelenk ist sehr sensibel, aber Maxime war unheimlich fleißig in der Reha“, attestiert Knezevic seiner Spielmacherin ein starkes Comeback. Selbiges wird beim verletzten Trio noch auf sich warten lassen. Klaudia Pielesz wurde vergangene Woche operiert, bei Ana Petrinja soll der Eingriff schnellstmöglich erfolgen. „Vor Oktober ist mit beiden nicht zu rechnen, bei Anna Bergscheider wird es bis ins nächste Jahr dauern“, erklärt Knezevic. Somit wird der Doppeltest gegen Hypo auch zur Kraftprobe. „Mit unserem kleinen Kader sind die zwei Spiele über die volle Distanz ein echter Härtetest“, beschreibt Anja Brugger die Aufgaben des Wochenendes.

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