Ein Punkt gegen Neckarsulm

von Redaktion

Andreas Böhringer - NWZ - 22.01.2018

Es war eine jener Begegnungen, bei der die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen und sich an ereignisreichen und äußerst unterhaltsamen 60 Minuten berauschten, während bei den Übungsleitern die Nerven stark strapaziert wurden. „Das war heute nicht unsere beste Leistung“, fasste Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic die Geschehnisse auf dem Parkett treffend zusammen. Seine Ladies konnten an die überragenden Leistungen der vergangenen Wochen nur phasenweise anknüpfen. Dies war im Gesamten zu wenig, um die Truppe von Ex-FRISCH AUF-Coach Emir Hadzimuhamedovic in die Knie zu zwingen.

Zu Beginn traten die Grün-Weißen mit dem Selbstvertrauen eines Tabellenfünften auf, waren sofort auf Betriebstemperatur und führten durch Iris Guberinic und Michaela Hrbkova mit 2:0, doch schnell zeigte sich, dass es diesmal nicht so perfekt laufen sollte wie in den Wochen zuvor. Die Abwehrreihe stand nicht so bombensicher wie zuletzt, in der Offensive leisteten sich die Göppingerinnen einfache Ballverluste und schlossen oftmals zu überhastet ab. Neckarsulm nutzte diese Unzulänglichkeiten und es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, das in hohem Tempo hin und her wogte. Die Gastgeberinnen suchten wiederholt den Weg über Kreisläuferin Mette Gravholt, bei FRISCH AUF war Prudence Kinlend im Eins-gegen-Eins nicht zu halten. Die Gäste lagen zwar über weite Strecken vorne, doch Neckarsulm konnte regelmäßig verkürzen, sodass die Knezevic-Sieben mit einer 15:14-Führung in die Kabinen ging.

Nach dem Seitenwechsel setzte Hadzimuhamedovic im Angriff auf eine siebte Feldspielerin, worauf sich FRISCH AUF nicht sofort einstellen konnte und von den Gastgeberinnen direkt zu einem 3:0-Lauf genutzt wurde. Knezevic löste die normale 5:1-Abwehrformation auf und zog die vorgezogene Johanna Schindler in den Innenblock. Rund lief es dennoch nicht. Nach dem 17:17 (37.) wechselte die Führung mehrmals und auf beiden Seiten flatterten mit zunehmender Spieldauer die Nerven, wie insgesamt fünf vergebene Strafwürfe und einige technische Fehler belegen.

So steuerte das Derby auf eine dramatische Schlussphase zu, in der die Fans, die es schon längst nicht mehr auf ihren Sitzen hielt, für eine fantastische Stimmung sorgten. Alexandra Sviridenko verpasste freistehend das 25:23, im Gegenzug glich Hannah Breitinger aus (57.). Die FRISCH AUF-Abwehrchefin machte es danach besser und traf 30 Sekunden vor Ende aus der eigenen Hälfte in das verwaiste NSU-Tor, nachdem Maike Daniels am Pfosten scheiterte. Die Ex-Göppingerin Daniels war es schließlich aber, die ihren Farben das Remis sicherte und zwei Sekunden vor Schluss per Siebenmeter traf. „Wir waren nicht so gut wie zuletzt, trotzdem haben wir einen Punkt geholt“, wertete Knezevic das Resultat als Punktgewinn.

Neckarsulmer Sport-Union: Giegerich, Brausch; Kalmbach, Hoffmann (6), Gravholt (2), Brei­tinger (2), Gerber (3), Mack (2), Kaufmann, Daniels (7/5), Namat, Ineichen (2), Reimer (1/1), ­Moldrup.

FRISCH AUF Göppingen: Zimmerman, Lengyel; Brugger, Struijs (2/2), Weigelt, Schindler (1), Kinlend (5), Hrbkova (9/4), Guberinic (3), Sviridenko (3), Adamkova (2), Schuhknecht (n.e.), Bergschneider (n.e.).

Schiedsrichter: Hannes/Hannes (Aachen/Dortmund).

Zeitstrafen: 4:8 Minuten.

Zuschauer: 1150.

Zurück