Erster kleiner Fleck auf der weißen Heimweste

von Redaktion

Wolfgang Karczewski - NWZ - 05.02.2018

Punktgewinn oder Punktverlust? So lautete die Frage im Lager der Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen nach dem 30:30 (16:13)-Heimremis am Samstagabend gegen Tabellennachbar HSG Blomberg-Lippe vor 1250 Zuschauern in der EWS-Arena. Wenn man nur die erste Hälfte betrachtet, kommt das Unentschieden eher einem Punktverlust gleich. Doch nach dem 27:29-Rückstand in der 54. Minute konnten die Grün-Weißen letztlich froh sein, noch einen Zähler gerettet zu haben.

Nach anfänglicher Führung der Gäste nahmen die Frisch-Auf-Frauen recht schnell das Heft des Handelns in die Hand und gingen in der fünften Minute durch Iris Guberinic mit 3:2 in Führung. Diese gaben sie ab dem 5:4 durch Maxime Struijs (11.) bis zum 16:13-Pausenstand nicht mehr her. In der 29. Minute betrug der Vorsprung nach dem 16:11 durch Göppingens beste Torschützin Michaela Hrbkova – sie traf zehn Mal – fünf Tore, ehe Blomberg noch einmal herankam.

„Wir hatten sogar die Chance gehabt, die Führung bis zur Pause auf fünf, sechs Tore auszubauen“, ärgerte sich Frisch-Auf-Trainer Aleksandar Knezevic über die vergebenen Möglichkeiten. Denn durch einige Fahrlässigkeiten, vor allem bei eigenem Überzahlspiel, ließen die Grün-Weißen den Tabellensechsten noch einmal unnötigerweise herankommen.

Nach dem Siebenmetertreffer durch Maxime Struijs zum 17:13 kurz nach Wiederbeginn setzten die Gäste zu einer Aufholjagd an, die sie innerhalb von vier Minuten auf 17:16 heranbrachte. Dabei offenbarten die Göppingerinnen erneut eklatante Schwächen im Überzahlspiel.

Die Quittung folgte auf dem Fuß: Blomberg glich in der 40. Minute durch Kathrin Pichlmeier zum 19:19 aus, ging nach einem kurzen Göppinger Lebenszeichen zehn Minuten später durch die überragende Linkshänderin Alicia Stolle, mit 12/2 beste Torschützin der Begegnung, sogar mit 26:25 in Führung. „Wir haben in dieser Phase nicht so aggressiv in der Abwehr gespielt und waren oft zu spät dran. Außerdem hat Blomberg gut geworfen und mit viel Energie gespielt“, befand Frisch-Auf-Kreisläuferin Petra Adamkova.

Als die flinken Gäste, die ihr Glück oft über die Schnelle Mitte suchten und dabei häufig erfolgreich waren, in der 54. Minute durch Tessa van Zijl zum 29:27 vorlegten, schien sich die erste Bundesliga-Niederlage der Göppingerinnen seit dem 18. Oktober (21:25 beim Buxtehuder SV) anzubahnen, doch mit einer Energieleistung drehte Frisch Auf mit einer 3:0-Serie die Partie noch einmal und ging seinerseits eine gute Minute vor dem Ende durch den zehnten Treffer von Michaela Hrbkova mit 30:29 in Führung. Aber die Blombergerinnen hatten ja eine Alicia Stolle in ihren Reihen, die sieben Sekunden vor der Schlusssirene zum 30:30 ausglich. Ein letzter Wurfversuch der gerade erst eingewechselten Lea Schuhknecht landete über dem Gästetor.

„Das Unentschieden war ein gerechtes Resultat“, meinte Frisch-Auf-Coach Knezevic, „auch wenn die Chance da war zu gewinnen, muss man mit dem Punkt zufrieden sein“, sagte er und freute sich ebenso wie sein Gegenüber André Fuhr darüber, dass beide Teams ihre Erfolgsserie auf 12:2 Punkte ausbauen konnten und beide seit sieben Spielen ungeschlagen sind.

Einzig die glänzende Heimbilanz wurde durch das Remis etwas getrübt, denn die HSG Blomberg war die erste Mannschaft, die in dieser Saison einen Punkt aus der EWS-Arena entführen konnte. Nach der leistungsgerechten Punkteteilung bleiben beide Mannschaften auf den Plätzen fünf und sechs, punktgleich mit dem Vierten Buxtehude.

FRISCH AUF Göppingen: Zimmerman, Lengyel; Brugger, Struijs (4/2), Weigelt (1), Schindler, Kinlend (7), Hrbkova (10/1), Guberinic (4), Sviridenko, Schuhknecht, Adamkova (4), Bergschneider.
HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith (ab 25.); Schnack, Rüffieux (4), Müller (3), van Buren, van Zijl (4), Pichlmeier (3/1), Kordovska (1), Steenbakkers, Petersen, Michielsen (3), Stolle (12/2), Emidio.

Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Altenheim/Elgersweier).

Zeitstrafen: 6:8 Minuten.

Zuschauer: 1250.

Zurück