Frisch Auf bleibt erstklassig

von Holger Riegel

Am Ende hat es für die Bundesligahandballerinnen von Frisch Auf gereicht. Auch in der kommenden Saison gehen die Göppingerinnen im Oberhaus auf Torejagd.

Die Saison endete für die Grün-Weißen genauso, wie sich die gesamte Spielzeit gestaltet hatte. Mit Nicole Dinkel, die in Buxtehude eigentlich ihr letztes Spiel für Göppingen absolvieren sollte, musste man wegen einer Verletzung auf eine weitere Stammkraft verzichten. Somit stand Trainer Knezevic von der vermeintlichen Stammformation die beim ersten Spiel gegen Trier souverän gewonnen hatte, gerade noch Iris Guberinic zur Verfügung. "Damit hatten wir natürlich noch weniger Möglichkeiten", erklärte der FA-Coach und gab offen zu, dass "unser Blick mehr in Richtung Leverkusen gerichtet war".

Eine Taktik, die dem Spielverlauf durchaus angepasst war, denn das verbleibende Häuflein an Göppingerinnen hatte gegen den frischgebackenen DHB-Pokalsieger nicht viel auszurichten. Buxtehude war ohne jeden Druck in die Begegnung gestartet, denn bereits zum Anpfiff war klar, dass dem Thüringer HC die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen war. Der Titelverteidiger hatte bereits eine Stunde davor mit dem Sieg gegen Leipzig alles klar gemacht und seine fünfte Meisterschaft in Folge eingetütet.

Lediglich bis zum 2:2 (5.) konnten die Grün-Weißen mithalten, ehe sich der BSV Tor für Tor absetzte und die Partie eine schnelle Entscheidung fand. Über ein 10:5 (16.) zog das euphorisierte Nordlicht bis auf 16:6 weiter davon und mit gleicher Tordifferenz wurden beim 19:9 die Seiten gewechselt. Auch im zweiten Spielabschnitt hatten die Grün-Weißen mit zudem ausgehenden Kräften wenig entgegen zu setzen. Dagegen konnte Buxtehude mit 16 Spielerinnen auf dem Bogen aus dem Vollen schöpfen. So baute sich der Rückstand weiter auf und betrug beim 26:14 in der 45. Minute ein Dutzend Tore. Doch das Team von Dirk Leun zeigte sich enorm torhungrig und so setzte es für die Frisch-Auf-Frauen eine hohe 17:34-Niederlage.

Doch mit dem Abpfiff war das Leiden noch lange nicht beendet, denn die Zwischenstände der Begegnung von Bayer Leverkusen und Trier deuteten ein sehr enges Match an. "Wir haben nach dem Spielende über fünf Minuten gemeinsam in den Ticker geschaut und waren sehr angespannt", beschreibt Knezevic die nervenaufreibende Wartezeit. Zudem kämpften sich die Miezen aus Trier immer wieder an die Bayer-Truppe heran und schnupperten am Klassenerhalt. Doch letztlich endete die Begegnung in Leverkusen mit einem 32:29-Erfolg von Bayer, der den Abstieg der Miezen besiegelte und den Klassenerhalt der Grün-Weißen endgültig in trockene Tücher packte. "Die Mädels haben sich riesig gefreut", berichtet der FA-Coach über die Momente der Entscheidung. Das eigene Ergebnis war nur noch zweitrangig. "Ich bin sehr froh, dass diese schwere Saison endlich vorbei ist, ab jetzt schauen wir nur noch nach vorne", blickte ein glücklicher Trainer in die Zukunft, wohlwissend, dass dort viel Arbeit auf ihn warten wird.

Buxtehuder SV: Lenz, Gronemann; Deen (6), Klein (2), Schultze, Fischer (3), Bülau (4), Luschnat, Zelmel, Prior, Gubernatis (4), Podpolinski (3), Oldenburg (7), Bölk  (2), Hayn (1), Melbeck (2/1)

FA Göppingen: Jochims, Herrmann; Windisch (1), Schraml, Hrbkova (5/2), Guberinic, A. Rösler (5), Dinkel (n.e.), Ineichen (1), M. Rösler (1), Krhlikar, Petrinja (4/2)

Zeitstrafen: 0 Min. : 4 Min.

Strafwürfe: 1/5 : 4/5

Schiedrichter: Fratczak / Ribeiro

Zurück