FRISCH AUF Frauen ärgern Spitzenreiter Bietigheim

von Redaktion

Foto: Peter Poller
Foto: Peter Poller

Wolfgang Karzewski - NWZ - 01.03.2017

Nachdem Rückraumspielerin Prudence Kinlend gestern Abend im Bundesliga-Heimspiel von FRISCH AUF Göppingen gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter SG BBM Bietigheim in der letzten Sekunde ein Tor erzielt hatte, jubelte sie, als ob sie den Siegtreffer erzielt hätte. Dabei war es nur das Tor zum 24:28-Endstand. Doch diese Szene verdeutlichte, dass die FRISCH AUF Frauen trotz der Niederlage vor den knapp 1000 Zuschauern in der EWS-Arena keineswegs enttäuscht waren, denn über weite Strecken hatten sie dem haushohen Favoriten  Paroli geboten.

Auch die Fans goutierten die Leistung ihrer Mannschaft, applaudierten in der letzten Spielminute im Stehen und klatschten nach der Partie die FRISCH AUF Frauen auf deren kleiner Ehrenrunde ab.

Nur einmal, beim 25:24- ­Heimerfolg über die TuS Metzingen, hatte Nachbar Bietigheim, der bislang in allen seiner 14 Saisonspielen triumphieren konnte, knapper gewonnen als gestern in der EWS-Arena. Im Schnitt ging der württembergische Rivale in seinen Partien mit mehr als zwölf Toren Differenz als Sieger von der Platte. Kein Wunder, dass FRISCH AUF-Trainer Aleksandar Knezevic mit der Vier-Tore-Niederlage gut leben konnte. „Mit dem Spiel meiner Mannschaft bin ich zufrieden, natürlich nicht mit dem Ergebnis. Vielleicht haben wir ein paar technische Fehler zu viel gemacht“, bemängelte er.

Die FRISCH AUF Frauen starteten gut in die Begegnung und konnten die Führungstreffer der vermeintlich übermächtigen Gäste bis zum 5:5 stets ausgleichen. Linkshänderin Michaela Hrbkova besorgte in der zehnten Minute sogar die erste Führung der Gastgeberinnen. Als die Göppingerinnen nach einer Viertelstunde erneut in Front gingen – Kreisläuferin Lina Krhlikar hatte zum 8:7 getroffen – nahm der sichtlich unzufriedene Bietigheimer Coach Martin Albertsen die erste Auszeit. Die kurze Ansprache des Gäste-Trainers zeigte Wirkung. Der Spitzenreiter wirkte hernach konzentrierter und zeigte sich in der Abwehr stark verbessert.

Die Bietigheimerinnen drehten den Spieß um, glichen zum 8:8 aus (17. Minute) und gingen fünf Minuten vor der Pause mit 15:10 in Führung. Bereits zu diesem Zeitpunkt nahm FRISCH AUF -Coach Knezevic seine zweite Auszeit, um den Lauf der quirligen Gäste zu stoppen. Bis zur Pause kamen die Gastgeberinnen bis auf 13:16 heran.

Nach dem Seitenwechsel brachen die Göppingerinnen nicht wie befürchtet ein, sondern konnten den Rückstand auf das Topteam im Rahmen halten. Maximal sechs Tore betrug die Differenz zwischen dem Tabellensechsten und dem Ersten (14:20/35.; 15:21/39.; 16:22/41.; 20:26./53.). Als FRISCH AUF beim 19:22 (47.) und beim 20:23 (48.) zwei Mal bis auf drei Tore an den Spitzenreiter herankam, keimte bei den Fans noch einmal Hoffnung auf, doch letztlich ließen die Gäste nichts mehr anbrennen.

Bietigheims Coach Albertsen hatte seine Damen vor Göppingen gewarnt. „Das Spitzenteam des Thüringer HC hat hier vergangene Saison verloren. Das wollten wir nicht“, erklärte er nach der Partie. Auch wenn sein Team in den ersten 20 Minuten wackelte, ging sein Plan auf. Der Knackpunkt war für ihn die Defensivleistung seiner Mannschaft: „In der zweiten Halbzeit haben wir unsere richtige Abwehrformation gefunden. Dagegen hatte Göppingen keine Mittel.“

Trotz der Niederlage der FRISCH AUF Frauen konnten beide Seiten mit dem Ergebnis gut leben. Einziger Wermutstropfen aus Göppinger Sicht war der Ausfall von Kreisläuferin Lina Krhlikar, die sich bei einem Zweikampf im Angriff fünf Minuten vor Spiel­ende am rechten Knie verletzte. Wie schwer die Verletzung ist, war gestern noch unklar.

FRISCH AUF Göppingen: Zimmerman (1.-60.), Lengyel (ein Siebenmeter); Brugger (1), Struijs (4/2), Adamkova, Schindler (1), Kinlend (5), Hrbkova (4), Guberinic (2), ­Krhlikar (4), Petrinja (n.e.), ­Pielesz (3).

SG BBM Bietigheim: Roch (n.e.), Salamakha, Wester (n.e.); Biltoft, Visser (3), Lauenroth (5), Mack (2), N. Müller (2), Smeets (5), Schulze, Baun Eriksen, Naidzinavicius (5/3), Woller (2), S. Müller (1), Malestein (3).

Schiedsrichter: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Münchberg).

Zeitstrafen: 4:2 Minuten.

Zuschauer: 1000.

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