FRISCH AUF Frauen beenden Leverkusen-Fluch

von Frank Höhmann

Einen ganz starken Auftritt legten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen am gestrigen Abend in Leverkusen aufs Parkett: Im vorletzten Ligaspiel des Jahres gelang dem Team von Trainer Aleksandar Knezevic beim Dino ein 24:20 (13:9)-Auswärtssieg.

Dabei schien der Spielausgang eigentlich vorprogrammiert: In bislang 20 Spielen waren den Göppingerinnen gegen die Werkselfen erst vier Siege gelungen. In Leverkusen gar nur einer. Das war am 24. September 2008 beim 32:31. Gestern Abend beendeten die FRISCH AUF Frauen den Leverkusen-Fluch: Statt der obligatorischen Niederlage entführten die Grün-Weißen diesmal die Punkte und holten sich den ersten Auswärtssieg der Saison.

In der ersten Hälfte zeigten die Gäste, dass sie keineswegs an den Rhein gekommen waren, um die Punkte kampflos abzuliefern. Die FRISCH AUF Frauen agierten strukturiert und ruhig im Aufbauspiel und präsentierten sich nach dem 31:30 gegen Dortmund äußerst selbstbewusst. Maxime Strujis und Prudence Kinlend waren kaum zu halten und eine stabile Deckung um Alexandra Sviridenko und die vorgezogene Johanna Schindler gewährten den Werkselfen mit Fortlauf der Begegnung kaum einen Stich. Dennoch mussten die grün-weißen Ladies nach ihrer 1:0-Führung durch Karin Weigelt bis Mitte der ersten Hälfte einem Rückstand hinterherlaufen. Leverkusen konnte immer wieder einen Treffer vorlegen, den das Team von Trainer Aleksandar Knezevic, der am zweiten Weihnachtsfeiertag seinen 49. Geburtstag feierte, aber umgehend beantworten konnte. Aus einem 5:6-Rückstand machten die Göppingerinnen mit einem 6:0-Lauf eine 11:6-Führung. Leverkusens Trainerin Renate Wolf konnte nicht gefallen, was sie sah und es folgte logischerweise die Auszeit. Nachdem die Bayer-Frauen auf 8:11 verkürzen konnten, nahm auch Göppingens Coach eine Auszeit und versuchte sein Team für die verbleibenden drei Minuten neu einzustellen. Leverkusen deckte nun Strujis kurz, doch das nutzte den Einheimischen nicht viel. Petra Adamkova und Kinlend hielten mit ihren Treffern den Vier-Tore-Abstand bis zur Pause. Fast wären es noch fünf Tore Vorsprung geworden, doch Sekunden vor der Pausensirene scheiterte Michaela Hrbkova am Pfosten und Leverkusens Torhüterin Vanessa Fehr, die die glücklose Nationaltorhüterin Katja Kramarczyk abgelöst hatte, parierte gegen Iris Guberinic.

Der Pausenpfiff schien den FRISCH AUF Frauen jedoch nicht gut bekommen zu sein. Nach dem Seitenwechsel geriet der Spielfluss abhanden und die Gastgeberinnen konnten den Rückstand durch zwei Treffer von Anna Seidel zügig auf 11:13 verkürzen. Beim 15:14 holte sich Leverkusen die erste Führung seit dem 6:5. Die Göppingerinnen ließen sich jedoch nicht beirren und zeigten angeführt von einer immer stärker werdenden Michaela Hrbkova ihren bekannten Kampfgeist. Jenny Karolius legte zwar zum 17:16 vor, doch Weigelt und Hrbkova per Siebenmeter brachten die Grün-Weißen wieder in Führung. Nun begann die heiße Phase der Begegnung, in der die FRISCH AUF Frauen kühlen Kopf bewahrten und die Konzentration und Präzision des ersten Durchganges wieder erlangten. Leverkusens Trainerin Renate Wolf brachte in der 48. Minute Kramarczyk zurück in den Kasten und wollte ihren letzten Trumpf zücken. Doch avancierte nicht sie zur Matchwinnerin, sondern Göppingens Keeperin Kristy Zimmerman, die in der Schlussphase der Partie mit sieben Paraden den Kasten vernagelte. Nachdem Hrbkova Kramarczyk aus krass spitzem Winkel überlistet und Adamkova drei Minuten vor dem Ende auf 23:19 erhöht hatte, nutzte den Gastgeberinnen auch die siebte Feldspielerin nichts mehr. Anja Brugger sorgte mit dem Treffer zum 24:20 für den Schlusspunkt und für ausgelassenen Jubel auf Göppinger Seite.

 

So spielten sie:

Bayer Leverkusen: Kramarczyk, Fehr; Gedroit, Jurgutyte (3), Mietzner (1), Berndt (5/1), Jochin, Zschocke, Bruggeman, Potocki (5/5), Rode, Braun, Berger (1), Karolius (2), Seidel (3), van de Wiel

FA Göppingen: Zimmerman, Lengyel; Struijs (3/1), Hrbkova (6/3), Adamkova (3), Sviridenko, Schuhknecht, Guberinic (2), Kinlend (6), Weigelt (2), Brugger (1), Schindler (1), Krhlikar, Bergschneider 

Schiedsrichter: Hurst/Krag

Zeitstrafen: 4:4-Minuten

Zuschauer: 1150.

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