FRISCH AUF Frauen im Derbyfieber

von Frank Höhmann

Unterm Hohenstaufen grassiert das Derbyfieber: Am Samstag um 19 Uhr treffen die FRISCH AUF Frauen in der EWS-Arena auf die TuS Metzingen. Es ist der Höhepunkt auf dem Weg ins Ziel einer starken Saison der Göppinger Bundesligahandballerinnen. Vier Spiele sind es noch. Und Platz acht ist den FRISCH AUF Frauen schon mal sicher.

Der Erfolgshunger des Teams von Trainer Aleksandar Knezevic ist aber noch lange nicht gestillt. Nach der unglücklichen 25:26-Last-Seconds-Niederlage gegen Bayer Leverkusen wollen die Grün-Weißen nun vor eigenem Publikum wieder punkten. Beim 32:28-Erfolg im Hinspiel vor 5740 Zuschauern in der Stuttgarter Porsche-Arena zeigten die Göppingerinnen eine ihrer besten Vorstellungen, wenn nicht gar die beste überhaupt. „Damals hat das gesamte Team super funktioniert. Wir haben unsere Taktik konsequent umgesetzt“, blickt Torhüterin Edit Lengyel, die vor drei Jahren von den „Pink Ladies“ nach Göppingen wechselte, auf ein unvergessliches Ereignis zurück. So müsse es auch am Samstag sein, wenn man den Favoriten erneut aufs Kreuz legen wolle. 

Zwischen beiden Vereinen liegt derzeit nur ein Tabellenplatz. Klar ist jedoch, dass man sich im Ermstal wesentlich mehr versprochen hatte und im Vorfeld als einer der Clubs galt, die den beiden Topteams der Liga gefährlich werden könnten. Doch nach der Schmach gegen die FRISCH AUF Frauen geriet Metzingen mehr und mehr außer Tritt. Der einstige Dritte wurde nach 3:9-Punkten in der Tabelle durchgereicht. Trainer René Hamann-Boeriths musste vorzeitig gehen und wurde durch Co-Coach Edina Rott ersetzt, die Frau von Manager Ferenc Rott. In der neuen Saison erhofft man sich, mit André Fuhr vom Ligarivalen Blomberg den richtigen Mann gefunden zu haben, um vorne angreifen zu können. Immerhin gelang den „TuSsies“ der Einzug ins Final Four des DHB-Pokals, wo man sich am 19. Mai im Halbfinale mit dem Noch-Meister aus Bietigheim duelliert.

In den Metzinger Kader kommt ordentlich Bewegung: So wechselt Keeperin Jasmina Jankovic, die mit dem Torhüter des Göppinger Männerteams, Daniel Rebmann, liiert ist, zum französischen Club Toulon St/Cyr. Als Ersatz wurde Madita Kohorst vom VfL Oldenburg ins Ermstal geholt. Doch da diese sich am Kreuzband verletzt hat und länger ausfällt, musste Manager Ferenc Rott nochmals tätig werden und verpflichtete Jesse van de Polder vom holländischen Erstligisten Quintus. Verlieren werden die „TuSsies“ Linksaußen Ina Großmann, die sich dem Thüringer HC anschließt. Identifikationsfigur Katharina Beddies, die seit 2011 für die Metzingerinnen spielt, wird dagegen auch in der kommenden Saison das Trikot des derzeitigen Tabellensiebten tragen. Kreisläuferin Annika Ingenpaß entschied sich zum Wechsel nach Bad Wildungen. Im Gegenzug konnte man Tamara Haggerty loslotsen, die Vorschusslorbeeren als eines der größten Talente im holländischen Frauenhandball genießt. Von Vac in Ungarn wechselt Rückraumspielerin Patricia Kovacs ins Ermstal. 

„Wenn wir gegen Metzingen eine Chance haben wollen, müssen wir im Angriff wieder einen Schritt nach vorne machen“, sagt Trainer Aleksandar Knezevic. Die Hauptarbeit bestand für den Trainer nach einem freien Tag darin, die Enttäuschung aus den Köpfen zu bekommen. Doch Leverkusen war gestern. Was jetzt zählt, ist der prestigeträchtige Lokalkampf gegen Metzingen. Und da ergibt sich die Motivation fast von alleine: „Alle sind heiß auf die zweite Sensation.“

Das Video des Hinspiel-Triumphes dürfte für einen zusätzlichen Push-up-Effekt sorgen.

Livestream

Wie alle Spiele der FRISCH AUF Frauen wird auch diese Begegnung im Internet live übertragen. Ab 19:00 Uhr können auch die Fans, die nicht in der EWS-Arena sein können unter www.sportdeutschland.tv die Daumen drücken.

Zurück