FRISCH AUF Frauen wollen ersten Sieg

von Frank Höhmann

Zwei Spieltage haben sie bereits absolviert. Allerdings gegen zwei der absoluten Topteams und Meisterschaftsfavoriten der Liga. Obendrein noch beide Male auswärts. Somit geht die Spielzeit für die Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen eigentlich erst am morgigen Samstag so richtig los, wenn sie um 19 Uhr in der Sporthalle 1 Ostfildern bei den Schwaben Hornets des TV Nellingen antreten. Dort wollen die Göppingerinnen die ersten beiden Zähler der noch jungen Saison einfahren. 

Für das Team von Trainer Aleksandar Knezevic ist es das zweite Derby in Folge. Aber eines mit gänzlich anderen Vorzeichen. Waren die Frisch Auf Frauen in der Vorwoche bei der SG BBM Bietigheim in der krassen Außenseiterrolle, geht es am Samstag gegen einen Gegner auf Augenhöhe, den es auf dem Weg zum Klassenerhalt zu bezwingen gilt. Dabei möchten die Grün-Weißen auf der guten Leistung aufbauen, die sie beim 25:29 gegen den amtierenden Meister zeigten. „Alle sind heiß und wollen das Spiel unbedingt gewinnen. Das spürt man in den Trainingseinheiten und bei den Besprechungen“, berichtet Aleksandar Knezevic, der weiterhin auf Anja Brugger und Lina Krhlikar verzichten muss, aber sonst auf den gleichen Kader wie bei den ersten beiden Auswärtsspielen zurückgreifen kann. Der Frisch-Auf-Frauen-Coach weiß um die unangenehme Aufgabe, die seine Mannschaft in Ostfildern erwartet. „Nellingen ist eine eingespielte Mannschaft, gegen die es gerade auswärts nicht einfach zu spielen ist. Schon im ersten Spiel gegen Dortmund haben sie nur knapp verloren.“ Sein Team müsse über 60 Minuten konzentriert bei der Sache sein.

Die Nellingerinnen, die von Pascal Morgant trainiert werden, mit dem Knezevic mit den Frisch Auf Männern im Jahr 2001 zusammen in die Bundesliga aufgestiegen ist, haben gerade zum Ende der vergangenen Runde sich in der ersten Liga immer besser zurechtgefunden. Zum Klassenerhalt hat es auf sportlichem Wege jedoch nicht mehr gereicht. Eine 20:21-Niederlage im direkten Duell gegen die Neckarsulmer Sport-Union verhinderte dies. Aufgrund des Rückzuges des SVG Celle und des HC Rödertal, der dann aber den Platz des insolventen HC Leipzig einnahm, durften die Hornissen in der ersten Liga bleiben.

Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg soll die weitere Zugehörigkeit nun durch die entsprechende Punktebilanz gerechtfertigt werden. „Wir alle haben an Erfahrung gewonnen und wissen nun, wie es im Oberhaus abläuft“, baut Morgant auf den Lerneffekt. In der vergangenen Runde mussten die Hornets bis zum zwölften Spieltag warten, ehe Zählbares auf das Konto kam. So lange soll es in dieser Saison nicht dauern. Zwar verlor der TVN in Sina Namat (Neckarsulmer Sport-Union) und Torhüterin Evelien Grob (SV Dalfsen) zwei wichtige Akteurinnen, konnte sich aber unter anderem die Dienste von Nives Ahlin vom Nachbarn Neckarsulm und Szimonetta Gera vom Ligakonkurrenten HSG Blomberg-Lippe sichern. Tragende Säulen des Nellinger Spiels sind Annika Blanke und Louisa Wolf. In Julia Schraml steht auch eine ehemalige Göppinger Spielerin im Kader der Hornets, die in ihrem ersten Heimspiel gegen Borussia Dortmund knapp an einem Punktgewinn vorbeischrammten (27:28). In Leverkusen setzte es dann eine 15:25-Pleite und somit steht Nellingen ebenso wie Frisch Auf bei 0:4-Punkten.

Mit einer Vielzahl lautstarker Fans im Rücken, einem ebenso engagierten Auftreten wie in Bietigheim und mehr Präzision bei den Abschlüssen wollen die Göppingerinnen dafür sorgen, dass die Null nach den 60 Minuten weiterhin auf den Fildern bleibt.

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