Göppingen als höflicher Gast

von Holger Riegel

Am Ende feierte die HSG Blomberg-Lippe nach sechzig Minuten einen 27:24 (17:15)-Heimsieg und zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Den Göppingerinnen blieb dagegen nur die Rolle des höflichen Gratulanten, wobei sich die Grün-Weißen selbst in diese Situation gebracht hatten. Vor allem eine Vielzahl an technischen Fehlern und eine mangelhafte Chancenauswertung kostete die Knezevic-Truppe weitere Punkte auf der Habenseite.

Von Beginn an lieferten sich die beiden Mannschaften ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei die große Handballkunst am Samstagnachmittag im Blomberger Schulzentrum über weite Strecken fehlte. Zunächst war es das Team von HSG-Trainer André Fuhr, das vorlegen konnte, aber Göppingen blieb dran und immer wieder prangerte ein Unentschieden auf der Anzeigetafel. Mitte der ersten Halbzeit gelang es den Grün-Weißen dann sogar selbst in Front zu gehen. Beim 10:11 (18.) und 11:12 (19.) hatte man die Nase vorne. Aber Blomberg zeigte bis zum Pausentee einen starken Endspurt und konnte mit 17:15 in die Halbzeit gehen.

Schnell bauten die Gastgeberinnen den Vorsprung auf 18:15 aus, aber schon in der 38. Minute hatte FRISCH AUF wieder zum 18:17 aufgeschlossen. Aber Blomberg zog erneut auf drei Tore davon und schaffte es diesen Abstand bis zum 23:20 in der 49. Minute zu halten. Doch inzwischen standen sich eigentlich nicht mehr die beiden Mannschaften gegenüber, denn die Partie mutierte zu einem Duell zweier Torfrauen. Während die überragende Kristy Zimmermann im Göppinger Tor mit ihren Paraden ihre Farben im Spiel hielt, war es auf der anderen Seite Anna Monz im HSG-Gehäuse, die die Göppingerinnen zur Verzweiflung brachte. Dennoch wurde es am Ende nochmals richtig eng, denn FRISCH AUF gelang in den Schlussminuten gleich mehrmals der direkte Anschluss. Der Ausgleich blieb den Grün-Weißen aber verwehrt, denn durch unnötige technische Fehler und eine weiterhin schwache Chancenauswertung brachte man sich selbst um den Erfolg. Blomberg verschaffte sich im finalen offenen Schlagabtausch wieder mehr Luft und gewann letztlich mit 27:24.

Das Fehlen von Kreisläuferin Lina Krhlikar konnten die FRISCH AUF Frauen zumindest im Angriff hervorragend kompensieren. Petra Adamkova spielte groß auf, war mit sieben Treffern beste Göppinger Torschützin und empfahl sich mit Rückhalt für weitere Aufgaben. Einen großen Tag hatte natürlich auch Kristy Zimmermann im Tor. Dass es dennoch nicht reichte, lag vor allem an vielen unkonzentrierten Momenten im Angriffsspiel. Eine viel zu hohe Anzahl an unnötigen Ballverlusten und die bereits erwähnte Abschlussschwäche, die in drei verworfenen Strafwürfen gipfelte, sorgten dafür, dass die Grün-Weißen zum ersten Mal in dieser Saison mit 16:18 Zählern ein negatives Punktekonto aufweisen.

Am achten Tabellenplatz änderte die Niederlage in Blomberg indes nichts, aber wenn die FRISCH AUF Frauen den Anschluss an die obere Tabellenhälfte nicht verlieren möchten, ist beim Heimspiel gegen Bad Wildungen am 26. März eigentlich ein Sieg Pflicht.

 

Blomberg: Monz, Veith; Rüffieux (3), Klaunig (7), Müller (3), Pichlmeier (4/4), Gera, Großheim (1), Petersen, Mitrovic (2), Stolle (5), Huber, Cardoso de Castro (1), Petersen (1)

FRISCH AUF: Zimmermann, Lengyel; Brugger, Struijs (3/3), Adamkova (7), Schindler (3), Kinlend (3), Hrbkova (3) Guberinic (2), Petrinja, Pielesz

Siebenmeter: 4/4 : 3/6

Schiedsrichter: Lars Geipel / Marcus Helbig

Zuschauer: 834

Zurück