Göppingen auf Fuchsjagd - Frisch-Auf-Frauen gastieren heute in Berlin

von Holger Riegel

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ Mit diesem wohlbekannten Satz kommentiert Spielführerin Anika Leppert die Reise in die Bundeshauptstadt und gibt gleichzeitig das Motto des bereits gestern gestarteten Trips aus. Nach der Auswärtsniederlage gegen Leipzig und der schmerzlichen Derby-Schlappe gegen Metzingen vor Wochenfrist treffen die Grün-Weißen mit den Füchsen auf einen Gegner, der sich auf Augenhöhe bewegt. Wobei Aleksandar Knezevic in den Hauptstädterinnen keineswegs einen klassischen Aufsteiger sieht. „Der Kader hat absolutes Erstliganiveau“, erklärt der FA-Coach und blickt dabei auf einige namhafte Spielerinnen im Fuchsbau.

Zurecht, denn betrachtet man den aktuellen Kader der deutschen Nationalmannschaft finden sich mit Nathalie Augsburg als Stammkraft und Christine Beier als Reservistin gleich zwei Berlinerinnen im Aufgebot von Bundestrainer Heine Jensen. Insgesamt verfügt Trainer Lars-Melzer über einen eingespielten Kader, der vor der ersten Saison der „Spreefüxxe“ im Oberhaus punktuell ergänzt wurde. Der Start in die 1. Liga verlief für Berlin ähnlich wie für Frisch Auf. Bei den Vulkan-Ladies aus Koblenz/Weibern überraschte man mit einem 31:17-Erfolg und auch bei den Duellen gegen den Thüringer HC und den Buxtehuder SV verkaufte man sich lange teuer, konnte aber letztlich klare Niederlagen nicht vermeiden. Nun hofft der Neuling gegen Göppingen auf den ersten Heimsieg der noch jungen Spielzeit.

„Berlin war letzte Saison extrem heimstark“, erinnert sich Anouk van de Wiel an die Vergleiche mit den Füchsen in der Vorsaison. Mit Dortmund konnte die Niederländerin dem späteren Aufsteiger im Heimspiel noch einen Punkt abtrotzen, musste sich aber in Berlin mit einer 23:28-Niederlage abfinden. „Die Füchse haben gute Einzelspielerinnen, funktionieren aber auch als Mannschaft“, charakterisiert die Linkshänderin den Gegner gegen den sie in den beiden Spielen jeweils sieben Treffer erzielen konnte. Heute soll es dann aber endlich mit einem Erfolg in der Hauptstadt klappen. „Unser Ziel ist ein Sieg, es wird nach zwei Niederlagen Zeit für die nächsten Punkte“, gibt van de Wiel, die mit 20 Treffern erfolgreichste Feldtorschützin der Liga ist, die Losung für die Auswärtsaufgabe aus.

Auch Aleksandar Knezevic will die Zähler drei und vier auf dem Konto verbuchen, die herbe Niederlage gegen Metzingen ist verarbeitet. „Wir mussten uns auf Berlin konzentrieren, daher war das kein Thema mehr“, erklärt der Trainer. Auch vor der zuletzt gezeigten Abschlussschwäche ist ihm nicht Bange. „Es war gegen den TuS eine einmalige Konstellation und Situation“, ist sich Knezevic sicher. Zudem kann er auf seinen kompletten Kader zurück greifen, lediglich Jessica Jochims wurde unter der Woche von Zahnschmerzen geplagt, ist aber gestern in den Mannschaftsbus eingestiegen. „Es wird sicher sehr schwierig, aber wir haben die Motivation, den Willen und das Ziel bei den Füchsen zu gewinnen“, gibt sich der Coach kämpferisch. Den vielzitierten Koffer könnten die Grün-Weißen dabei ruhig in Berlin vergessen, viel wichtiger wäre, dass beide Punkte auf der Rückfahrt im Gepäck sind.

Zurück