Göppingen empfängt taumelnden Riesen

von Holger Riegel

Es geht eng zu im Mittelfeld der Handball-Bundesliga, sehr eng. Als Tabellenachter, stehen die Göppingerinnen aktuell so weit unten, wie noch nie in dieser Saison, aber der Abstand zum Tabellenvierten aus Buxtehude beträgt gerade mal ein einziges Pünktchen. Und so ist klar, dass die beiden anstehenden Begegnungen gegen Leipzig (6. Platz) und gegen Dortmund (5. Platz) am Sonntag richtungsweisenden Charakter für das Team von Aleksandar Knezevic haben. „In dieser Woche wird sich zeigen, wo unsere Reise in dieser Saison hingehen kann“, erklärt der FRISCH AUF-Trainer, der seine Mannschaft natürlich so weit oben wie möglich sehen will.

Morgen erwartet die Grün-Weißen mit dem HC Leipzig eines der Schwergewichte der Liga, aber der Riese aus Sachsen taumelt. Die Geschichte des Handball-Clubs ist lang und vor allem erfolgreich. 21 Meistertitel, 9 Pokalsiege, dazu noch Erfolge im internationalen Geschäft, Leipzig ist ohne jeden Zweifel eine große Adresse, sorgt aber aktuell für viele negative Schlagzeilen. Bereits Ende des vergangenen Jahres machten die ersten Gerüchte um finanzielle Schwierigkeiten die Runde. Zunächst unbestätigt, aber in den letzten Wochen verdichten sich Aussagen zum wirtschaftlichen Engpass in Sachsen. Mehr als eine Millionen Euro Schulden sollen aufgelaufen sein, die Kay-Sven Hähner aber nicht kommentieren möchte. Der Manager „arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung“, auch die Stadt wird angesprochen. Besonders die stadtinterne Konkurrenz dürfte den Handballerinnen zu schaffen machen. Mit dem SC DHfK hat man erstklassige männliche Konkurrenz in der eigenen Sportart und auch die Bundesligafußballer von RB dürften ihren Teil zu den großen Sorgen beitragen. War man beim HC über Jahre hinweg das sportliche Aushängeschild in Leipzig, sitzt nun große Konkurrenz mit an den begehrten und lebensnotwendigen Sponsorentöpfen.

Hinzu kommt eine schon fast unglaubliche Verletzungsmisere bei den Leipzigerinnen. Besonders in den vergangenen Wochen hagelte es für Norman Rentsch immer wieder Absagen für die Spiele in der Liga, aber auch auf dem internationalen Parkett. Zumindest diese Belastung hat sich inzwischen erledigt, mit 0:12 Punkten verabschiedeten sich die Sachsen aus der Gruppenphase des EHF-Pokals. Auch in der Liga gab es zuletzt einige Niederlagen, aber eben auch deutliche Lebenszeichen. So besiegte Leipzig im letzten Ligaspiel die TuS Metzingen mit 24:23. „Leipzig ist sehr schwer einzuschätzen, denn der Kader, den die ungewisse Situation sicher schwer beschäftigt, verfügt über viel Qualität“, bewertet Aleksandar Knezevic die Gäste, bei denen diese Woche wohl eine Entscheidung über die Zukunft fallen wird.

Auch deshalb ist der Göppinger Trainer gut beraten, sich auf seine Mannschaft zu konzentrieren, zumal die letzten Auftritte einen kleinen Rückschritt bedeuteten. Besonders die Derby-Niederlage in Neckarsulm schmerzte die Grün-Weißen. „Die kurze Pause hat uns gutgetan, wir wissen, dass wir uns steigern müssen und wollen gegen Leipzig die Punkte behalten“, blickt Knezevic auf den Vergleich mit den Sachsen. In Sachen Personal geht er davon aus, dass ihm alle Spielerinnen zur Verfügung stehen. „Wir spielen bisher eine hervorragende Saison und das wollen wir auch weiterhin“, lässt er keinen Zweifel daran, dass die FRISCH AUF Frauen bereit sind nach oben anzugreifen.

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