Heimserie in höchster Gefahr

von Holger Riegel

Für die Göppinger Serie von zuletzt acht Heimsiegen in Folge droht durch die „TusSies“ höchste Gefahr, denn mit den Gästen gibt eines der absoluten Topteams der Liga die pinke Visitenkarte im Handballtempel ab. Für Aleksandar Knezevic kein Grund in Panik zu verfallen, denn während der seit März 2016 anhaltenden Heimserie wurden mit dem Thüringer HC und dem Buxtehuder SV schon andere Schwergewichte des deutschen Frauenhandballs in ihre Schranken gewiesen. Nach Ansicht des FRISCH AUF-Trainers müssen seine Mädels den Grundstein für ein starkes Spiel im Kopf legen. „Wir müssen daran glauben, dass wir gegen Metzingen eine Überraschung schaffen können“, baut Knezevic auf die mentale Stärke seiner Truppe. Es gilt mit breiter Brust aufzutreten, zumal die Grün-Weißen im Süd-Klassiker nichts zu verlieren haben. „Metzingen zählt zu den besten Mannschaften in Deutschland und Europa und geht daher als Favorit in das Duell“, analysiert der Coach und sieht den Druck eindeutig bei den Gästen.

Die dürften allerdings mit einer gehörigen Portion Wut unter den Hohenstaufen reisen, denn in der Gruppenphase des EHF-Pokals setzte es am letzten Wochenende eine ärgerliche 29:34-Heimniederlage gegen die Norwegerinnen vom Nykobing Falster Handoldklob. Und so dürfte Anna Loerper und Co. am Mittwoch auf Wiedergutmachung aus sein. Dabei sollte die aktuelle „Handballerin des Jahres“ in gewohnter Manier voraus gehen, doch die Spielmacherin ist nur eine von vielen herausragenden Spielerinnen im Kader von Trainer Csaba Konkoly. Hinzu kommt etwa Julia Behnke als torgefährliche Kreisläuferin und starke Abwehrstrategin. Oder Jasmina Jankovic, die im Gehäuse der „TusSies“ ein Spiel schon mal im Alleingang entscheiden kann. Aber es ist bei weitem nicht nur dieses Trio. Metzingen ist unheimlich ausgeglichen besetzt, was sich auch in der breit gestreuten Statistik der Torschützinnen widerspiegelt. Coach Konkoly verfügt über einen Kader, der es dem Favorit aus Bietigheim sicher noch sehr schwer machen wird, wie auch im direkten Duell der beiden Spitzenteams. Waren es doch die „TusSies“, die als bisher einzige Mannschaft am Thron des Überteams kratzen konnten und sich in Bietigheim nur sehr unglücklich mit 24:25 geschlagen geben mussten. Wenn es einem Verein zuzutrauen ist, die Vormachtstellung des Spitzenreiters noch zu untergraben, dann sind es die Metzingerinnen.

Doch dafür sind Ausrutscher bei weiter hinten platzierten Mannschaften nicht erlaubt und so wird klar, das Metzingen am Mittwoch unter Zugzwang steht. Für die Grün-Weißen, die mit dem 8. Tabellenplatz stark dastehen, bleibt damit die pure Freude auf ein Spiel vor einer hoffentlich großen Kulisse. „Wir wollen dagegen halten und setzen im Derby natürlich auf unsere Fans und die tolle Atmosphäre in der EWS Arena“, erklärt Aleksandar Knezevic, wohlwissend, dass es für ein Handballfest einer Leistungssteigerung seines Teams bedarf. „Wir haben in Erfurt nicht optimal gespielt, aber der Pokal ist jetzt vorbei, es zählt nur noch die Bundesliga“, weiß der Trainer. Die kurze Regenerationsphase sollen seine Mädels nutzen, um die Akkus wieder aufzuladen und kleinere Blessuren auszukurieren: „Wir haben schon ein paar Sorgen, aber beim Derby wollen natürlich alle dabei sein und ich gehe von einem vollständigen Kader aus.“

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