Hohe Hürde im hohen Norden

von Frank Höhmann

Den ersten Saisonsieg nicht lange auskosten können die Bundesliga-Handballerinnen von FRISCH AUF Göppingen: Bereits am Mittwoch um 19.30 Uhr geht es für das Team von Trainer Aleksandar Knezevic mit einem Auswärtsspiel beim amtierenden Pokalsieger Buxtehuder SV weiter.

Als am Sonntag die ersten beiden Punkte beim 27:19 gegen Neuling Bensheim/Auerbach eingetütet waren, fiel allen Beteiligten ein Stein vom Herzen. „Das war sehr wichtig, nicht nur für unsere Punktebilanz, sondern auch für den Kopf und die Moral“, weiß FRISCH AUF Frauen-Coach Aleksandar Knezevic. Jetzt könne man die nächste Aufgabe etwas beruhigter angehen. „Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen. Aber um in Buxtehude etwas zu holen, müssen wir als Team gut funktionieren. Wir wollen auf jeden Fall ordentlich kämpfen. Vielleicht ist dann etwas drin“, sagt FRISCH AUF-Akteurin Johanna Schindler.

Im hohen Norden erwartet die FRISCH AUF Frauen eine weitere hohe Hürde. Bereits zum vierten Mal in dieser Spielzeit müssen die Göppingerinnen in der Fremde antreten. Und zum dritten Mal bei einem Spitzenteam der Liga, das mit vier Siegen in vier Spielen hervorragend in die Spielzeit gefunden hat. „Buxtehude stellt seit Jahren eines der Topteams in Deutschland und jetzt auch in Europa“, sagt Knezevic. „Das wird sehr schwierig für uns. Der BSV spielt einen schnellen Handball und hat mit Emily Bölk eines der größten deutschen Talente in seinen Reihen. Aber wir waren schon einige Male nah dran an einer Überraschung und auf diese sind wir auch diesmal aus“, gibt sich Knezevic kämpferisch. 

Die Anreise tätigen die FRISCH AUF Frauen am Mittwoch mit dem Flugzeug von Stuttgart aus in Richtung Hamburg. Einen Tag später geht es dann zurück. Die Strapazen halten sich also in Grenzen, das Team muss nicht eine stundenlange Anfahrt mit dem Bus auf überfüllten Autobahnen aus den Knochen kriegen. Dennoch wäre es Knezevic lieber gewesen, wenn man mehr Zeit zur Regeneration gehabt und das Spiel am Wochenende stattgefunden hätte. „Einige Spielerinnen mussten 60 Minuten durchspielen und das kostet viel Kraft.“ Außer den Langzeitverletzten Anja Brugger und Lina Krhlikar gibt es aber keine weiteren Ausfälle zu beklagen.

Auch Gegner Buxtehude, am Samstag im Zweitrunden-Hinspiel des EHF-Pokals gegen den ungarischen Vertreter Vaci KKSE 33:26 siegreich, muss länger auf zwei Akteurinnen verzichten: Die rechte Rückraumspielerin Yara Nijboer zog sich beim 27:20-Sieg in der Liga bei Bayer Leverkusen einen Kreuzbandriss zu. Ihr Pendant auf der linken Seite, Jessica Oldenburg, fehlt wegen eines Innenbandanrisses im Knie schon ein paar Wochen mehr und noch bis zur WM-Pause. Lena Zelmel wurde beim Heimspiel gegen Vaci offiziell verabschiedet: Nach ihrem dritten Kreuzbandriss beendet die 24-Jährige ihre Laufbahn.

Das Team von Trainer Dirk Leun trotzt jedoch der Verletzungsmisere und scheint eines der Teams zu sein, das dem Trio Metzingen, Bietigheim und Thüringer HC in der Liga gefährlich werden und wichtige Punkte abluchsen könnte. Die Qualität im Kader mit dem 19-jährigen Jungstar Bölk, Friederike Gubernatis, Lisa Prior, Maike Schirmer oder Lone Fischer ist hoch. Der BSV-Trainer kann zudem auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen und musste lediglich zwei Neuzugänge integrieren: Katharina Meier aus der eigenen Jugend und Christina Haurum von HyPo Niederösterreich.

Gegen Big Points im hohen Norden hätten die FRISCH AUF Frauen nichts einzuwenden. Dafür muss aber die ganze Mannschaft eine Topleistung abrufen und darf sich keine Anlaufprobleme wie gegen Bensheim erlauben. „Da waren wir in der ersten Hälfte in der Abwehr meist einen Schritt zu spät dran“, sagt Knezevic. „Nach dem Wechsel sind wir viel besser gestanden und haben auch vorne unsere Tore gemacht.“

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