Hrbkova rettet Heim-Remis

von Redaktion

Hrbkova rettet Heim-Remis

Wolfgang Karczewski - NWZ - 22.02.2018

Die Frisch-Auf-Frauen haben dem haushohen Favoriten SG BBM Bietigheim gestern Abend in der EWS-Arena ein Bein gestellt und ihm einen wichtigen Punkt im Kampf um die Meisterschaft abgeluchst. Zwei Sekunden vor dem Ende sorgte Göppingens Torjägerin Michaela Hrbkova mit einem Distanzwurf für den 27:27-Endstand und ließ die gut 1000 Zuschauer jubeln.

Die favorisierten Bietigheimerinnen kamen in der ersten Hälfte  nicht mit der sehr offensiven Abwehr der Göppingerinnen zurecht, die ihre Gegenspielerinnen beinahe bis zur Mittellinie verfolgten. Bereits nach dem 7:4 durch Iris Guberinic in der 15. Minute nahm Gästetrainer Martin Albertsen seine erste Auszeit. Doch auch danach zogen die Frisch-Auf-Frauen ihrem Gegner mit kampfstarker und lauffreudiger Defensivarbeit den Zahn. Gut sechs Minuten vor der Pause hatte der Tabellenfünfte sich die erste Fünf-Tore-Führung durch Regisseurin Maxime Struijs zum 12:7 herausgeworfen.

„Wir waren taktisch gut vorbereitet und haben uns gut auf den Bietigheimer Angriff eingestellt. Wir sind schnell in Schwung gekommen“, sagte Linksaußen Iris Guberinic. Da ihre Mannschaftskameradinnen Struijs und Hrbkova bei ihren Siebenmeterversuchen gescheitert waren, durfte die Slowenin sich als Strafwurfschützin versuchen. „Das habe ich zuletzt in der vergangenen Saison gegen Dortmund gemacht“, erinnerte sie sich. Dabei zeigte sich Guberinic gestern zielsicher: Drei von vier Versuchen gingen ins Netz, beim vierten traf sie den Pfosten.

Nach seiner zweiten Auszeit in der 24. Minute stellte Gästecoach Martin Albertsen um, nahm seine Torhüterin Valentyna Salamakha heraus und spielte bei eigenen Angriffen bis zum Schluss mit einer siebten Feldspielerin. Dadurch zwang Bietigheim die Frisch-Auf-Frauen dazu, eine defensivere Abwehrvariante zu wählen. Bis zur Pause zeigte diese Maßnahme keine Wirkung. Die Gastgeberinnen konnten ihren Fünf-Tore-Vorsprung mit in die Pause nehmen (14:9).

20 Minuten vor dem Ende startete der Deutsche Meister, der bereits am Sonntag bei der 18:21-Niederlage in Leverkusen im Titelkampf gegenüber Spitzenreiter Thüringer HC weiter an Boden verloren hatte, eine Aufholjagd und machte aus der Göppinger 18:14-Führung ein 18:18 (45.). Auch das Comeback von Kreisläuferin Lina Krhlikar nach langer Verletzungspause konnte den Negativtrend der Göppingerinnen nicht stoppen. Den Frisch-Auf-Frauen gelang in dieser Phase neun Minuten lang kein Tor mehr, ehe Rechtsaußen Anja Brugger mit dem 19:18 in der 47. Minute den Bann brach.

Von da an sahen die Fans ein Spiel auf Augenhöhe mit wechselnden Führungen. In der vorletzten Minute gaben die Schiedsrichter Thomas Hörath und Timo Hofmann einen Siebenmeter für Bietigheim und schickten die Göppingerin Alexandra Sviridenko vom Feld. Luisa Schulze verwandelte den Strafwurf zur 27:26-Gästeführung. Doch die erkältete Michaela Hrbkova bewahrte die Frisch-Auf-Frauen mit ihrem Rückraumkracher zwei Sekunden vor dem Ende vor der drohenden Niederlage und ließ die Grün-Weißen jubeln.

Für Frisch-Auf-Coach Aleksandar Knezevic war das 27:27 ein gewonnener Punkt. „Das war eine überragende Leistung“, lobte er seine Mannschaft, „wir sind mit drei angeschlagenen Spielerinnen in die Partie gegangen. In der ersten Halbzeit haben wir extrem gut gespielt. Im Unterzahlspiel fehlte uns in der Abwehr ein bisschen die Kraft, aber im Angriff haben wir diszipliniert gespielt und uns keine Krisen geleistet.“

FA Göppingen: Lengyel; Brugger (3), Struijs (3/1), Weigelt (1), Schindler (1), Kinlend (4), Hrbkova (6), Guberinic (7/3), Sviridenko, Schuhknecht (n.e.), Adamkova (2), Krhlikar, Bergschneider (n.e.).

SG BBM Bietigheim: Roth (n.e.), Salamakha (bis 24.), Wester; Rozemalen (2), Lauenroth (1), Smeets (4), Ivancok, C. Woller (2), Schulze (3/1), Kudlacz-Gloc (6/1), Hundahl (4), Loerper (4/1), F. Woller (1).

SR: Hörath/Hofmann (Zirndorf).

Zeitstrafen: 8:6 Minuten.

Zuschauer: 1000.

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