„1500 Fans wären toll“

von Frank Höhmann

Auf den ersten Blick trifft am Samstag um 19 Uhr der Siebte auf den Vierten. Doch bei genauerem Betrachten der Tabelle wird deutlich, dass zwischen den FRISCH AUF Frauen und dem Buxtehuder SV Big Points vergeben werden. Beide sind dem Tabellendritten Metzingen, der am selben Abend den Thüringer HC empfängt, auf zwei beziehungsweise einen Zähler auf die Pelle gerückt.

Mit einem Heimsieg könnten die Göppinger Bundesligahandballerinnen nicht nur am Kontrahenten aus Hamburg vorbeiziehen, sondern sich nachhaltig ins Gespräch um einen Platz im internationalen Wettbewerb bringen. „Natürlich wissen wir, was aufgrund unserer großartigen Serie möglich ist. Wir haben von den letzten zwölf Spielen nur die Partie gegen den Tabellenführer THC verloren. Dennoch schauen wir von Spiel zu Spiel und wollen weiterhin schönen und erfolgreichen Handball zeigen. Welcher Platz es dann am Ende wird, werden wir sehen“, sagt Aleksandar Knezevic, der Coach der FRISCH AUF Frauen.

Die volle Konzentration gilt nun dem Heimspiel gegen den Buxtehuder SV, dem man beim 21:25 im Hinspiel einen großen Kampf lieferte und erst in der Endphase unterlag. Knezevic weiß, dass am Samstag eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe auf seine Handballerinnen wartet, bei der es auch auf die Tagesform ankommen wird. „In so einem Spiel benötigen wir auch die Unterstützung der Zuschauer. Es wäre toll, wenn wir die 1500 packen würden. Buxtehude gehört zu den vier besten Mannschaften der Liga und spielt einen schnellen und kräftigen Handball.“ Die Hohenstaufengirls müssen im Angriff mit höchster Präzision agieren, um die Gäste nicht über die Nationalspielerinnen Lone Fischer und Maike Schirmer zu einfachen Gegenstößen einzuladen, die diese sicher verwandeln. Immer noch plagen sich einige Göppinger Spielerinnen mit grippalen Infekten oder kleineren Blessuren herum. Knezevic ist aber zuversichtlich, dass die meisten auflaufen können und dem Favoriten einen großen Kampf liefern werden.

Der amtierende Pokalsieger hat nach einer kurzen Schwächephase wieder in die Spur gefunden und jüngst Bayer Leverkusen 23:21 besiegt. „Die Liga ist so ausgeglichen wie lange nicht. Bis zum Tabellenachten haben alle Mannschaften die Chance auf einen Europapokalplatz. Daher ist es wichtig, dass wir zu Hause möglichst alle Punkte holen, die es zu holen gibt“, sagt Trainer Dirk Leun, der nach dem Hinspiel die starke Leistung der Göppingerinnen in der Defensive lobte, die sein Team um Rückraumakteurin Friederike Gubernatis vor große Probleme stellte.

Der Kader des BSV wird sich in der neuen Saison auf einigen Positionen verändern. So verlässt Emily Bölk die Hamburger in Richtung Thüringer HC. Katharina Maier wechselt zu Werder Bremen in die zweite Liga. Die beiden Holländerinnen Lynn Knippenborg und Michelle Goos gehen ebenfalls. Bleiben werden dagegen die Torhüterinnen Antje Peveling und Lea Rühter sowie Isabell Kaiser und Maike Schirmer (alle bis 2020). Julia Gronemann und Lisa Prior tragen ein weiteres Jahr den Buxtehuder Dress. Erste Neuzugänge sind Melissa Luschnat vom Zweitliga-Spitzenreiter HL Buchholz-Rosengarten und Junioren-Nationalspielerin Annika Lott von Bayer Leverkusen.

„Nach dem schwierigen Spiel in Bensheim erwartet uns jetzt ein sehr starker Gegner. Da müssen wir alles in die Waagschale werfen“, sagt Spielführerin Karin Weigelt. „Wir sind sicher nicht chancenlos, müssen aber konzentriert und mannschaftlich geschlossen auftreten, um etwas Zählbares zu holen.“ Auch wenn der für einen internationalen Wettbewerb berechtigende vierte Platz in Reichweite ist, habe man keine speziellen Erwartungen für den Rest der Saison: „Wir geben einfach unser Bestes und schauen, was rauskommt. Vielleicht ist gerade das auch einer unserer Erfolgsfaktoren. Wir können locker aufspielen und machen uns nicht selber unnötigen Druck.“

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