Jeder Zähler zählt jetzt

von Holger Riegel

Holger Riegel - SWP 25.10.2014

Für das Team von Aleksandar Knezevic ist der Auftritt bei den "Giftschlangen" nicht nur der dritte Vergleich in Folge mit einem Neuling im Oberhaus, sondern auch eine Begegnung, die für den weiteren Saisonverlauf von großer Bedeutung ist. Bisher musste man sich den beiden Aufsteigern aus Berlin und Celle geschlagen geben und besonders die Niederlage gegen die Niedersachsen in der heimischen EWS-Arena am vergangenen Sonntag sorgte für leere Blicke und reichlich Redebedarf bei den Grün-Weißen.

"Wir haben diese Woche viele Gespräche geführt", erläutert Trainer Aleksandar Knezevic die interne Verarbeitung der 24:25-Heimschlappe. Vor allem im mentalen Bereich setzte der Coach an: "Wir müssen unsere Kräfte für die nächsten Spiele sammeln." Knezevic ist bewusst, dass sein Team in den kommenden Wochen unter Druck stehen wird. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Szenario Abstiegskampf seit Jahren kein Thema mehr war. "Wir müssen lernen, dass jeder Punkt wichtig ist und es keine leichten Gegner gibt", ergänzt der erfahrene Fachmann.

In Bad Wildungen trifft man auf einen Gegner, der erfolgreich in die Saison gestartet ist. Das Team von Trainerin Tessa Bremmer steht mit 4:6 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz und das, obwohl die Vipers noch kein Heimspiel gewonnen haben. Dafür sammelte man in Bietigheim und Koblenz nicht unbedingt zu erwartende Punkte. Dass die Spiele gegen Oldenburg und den Thüringer HC vor den eigenen Zuschauern deutlich verloren gingen, kam ebenso wenig überraschend wie die hohe 20:34-Niederlage in Buxtehude vor Wochenfrist.

Tessa Bremmer steht ein eingespielter Kader zur Verfügung, der mit der Rumänin Laura Vasilescu die aktuell drittbeste Torschützin der Liga in seinen Reihen hat. Mit Sicherheit werden die Vipers die Giftzähne zeigen und dies nicht nur für den ersten Heimerfolg der Saison, sondern auch für zwei Big Points gegen einen direkten Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt. "Die bisherigen Ergebnisse haben gezeigt, dass Bad Wildungen eine starke Mannschaft hat", beschreibt Knezevic den Gegner.

Doch allzu viel möchte sich der Göppinger Coach nicht mit den Vipers beschäftigen, viel mehr gilt es, die Augen auf die eigene Truppe zu wenden. Wo die Hebel anzusetzen sind, ist Knezevic klar: "Unsere Chancenverwertung muss sich verbessern und die technischen Fehler müssen minimiert werden." Schönspielerei passt nicht zum Abstiegskampf, stattdessen gilt es, gradlinigen und kampfbetonten Sport zu zeigen. Die Göppingerinnen müssen in der aktuellen Situation zunächst die Pflicht erfüllen, bevor es an die Kür geht. Dazu gilt es aber auch, den Schalter im Kopf umzulegen und sich der Aufgabe Klassenerhalt zu stellen. "Die mentale Stärke ist sehr wichtig, es kommt darauf an, welches Team mehr Energie einbringt und die höhere Konzentration hat", blickt Knezevic auf das Duell bei den Nordhessen und hofft, dass die vielen Gespräche unter der Woche gefruchtet haben.

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