Kampf und Moral reichen nicht aus

von Holger Riegel

Ein Blick auf die Verletztenlisten der beiden Kontrahenten endete mit einer Pattsituation. Während Bayer-Trainerin Renate Wolf auf Zivile Jurgutyte, die Ex-Göppingerin Jenny Karolius und Pia Adams verzichten musste, fehlte auf Seiten der Grün-Weißen mit Lina Krhlikar, Prudence Kinlend und Klaudia Pielesz ebenfalls ein Trio. Auf den Spielberichtsbogen brachten die Elfen aber dennoch 15 Spielerinnen, während Aleksandar Knezevic nur 10 Mädels, darunter mit Anja Schwenk eine Spielerin aus der Nachwuchstruppe, zur Verfügung standen.

Auf dem Feld war von der angespannten personellen Situation der Göppingerinnen allerdings nur wenig zu sehen. Angefeuert durch die zahlreichen mitgereisten Fans, die die Halle durchaus im Griff hatten, zeigten sich Anja Brugger und Co angriffslustig und kampfbereit. Zwar gelang es Leverkusen immer wieder vorzulegen, doch meist hatte Göppingen eine schnelle Antwort parat und ließ sich auch von einem zwischenzeitlichen 4:6 (9.) nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, denn in der 17. Spielminute vollendete Maxime Struijs per Strafwurf zur 7:8-Führung ihres Teams. Grund hierfür war eine starke Defensive, die nun sicher stand. Allerdings verpassten es die Grün-Weißen daraus im Angriff  mehr Kapital zuschlagen als einen knappen Vorsprung. So konnten die Elfen jeden Göppinger Treffer ausgleichen und mit 15:15 ging es in die Halbzeitpause.

Nun war es die Bayer-Truppe, die ihrerseits vorlegte und FRISCH AUF zog nach, zumindest bis zur 34. Minute. Dann allerdings verschaffte sich Leverkusen mehr Luft und zog auf 20:17 (37.) davon. Aleksandar Knezevic reagierte schnell, nahm die Auszeit und fand auch die richtigen Worte. Binnen zwei Zeigerumdrehungen konnten die Grün-Weißen mit einem Kraftakt ausgleichen und blieben auf Tuchfühlung. Die Hausherrinnen führten mit zwei Toren, Göppingen verkürzte. In der 51. Minute unterbrach jedoch ein verworfener Siebenmeter durch FRISCH AUF dieses System und Bayer nutzte dies eiskalt. Beim 28:24 (53.) war eine Vorentscheidung gefallen und für einen Endspurt fehlten den Grün-Weißen nun schlichtweg die Körner. So gewann Leverkusen mit 29:27.

Natürlich war danach die Enttäuschung im Göppinger Lager groß, denn der große Kampf und die tolle Moral wurden nicht belohnt. Aber trotz der Niederlage gab es positive Erkenntnisse. So verteilte Aleksandar Knezevic die Spielanteile sehr clever auf seine kleine Truppe. Immer wieder gönnte er den Spielerinnen kurze Pausen, die dafür mit so manch ungewohnter Position zurechtkommen mussten. Letztlich funktionierte diese Taktik lange, aber eben nicht über die komplette Spielzeit. Stark zeigte sich erneut Petra Adamkova, die mit sieben Toren beste Werferin der Partie war.

Auf die FRISCH AUF Frauen warten nun zwei Heimspiele. Mit Oldenburg (09.04.) und Buxtehude (16.04.) trifft man auf besser platzierte Mannschaften, aber mit der Moral vom Samstag und der ein oder anderen Rückkehrerin aus dem Lazarett kann auch dabei Zählbares herauskommen.

Leverkusen: Zec, Kramarczyk, Fehr; Bijan (1), Seidel (6), Braun, Potocki (4), Bruggemann, Berndt (1), Jochin (3/1), Janouskova, Berger, van de Wiel (6), Schilk (3), Rode (5)

FRISCH AUF: Zimmermann, Lengyel; Brugger (1), Struijs (6/3), Adamkova (7), Schindler (5), Schwenk, Hrbkova (4) Guberinic (2), Petrinja (2)

Siebenmeter: 1/1 : 5/3

Schiedsrichter: Robert Schulze / Tobias Tönnies

Zuschauer: 550

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