Kein Selbstläufer beim Vorletzten

von Frank Höhmann

Mit einem weiteren Kellerkind haben es die FRISCH AUF Frauen am Samstag zu tun: Um 17.30 Uhr steht das Auswärtsspiel beim Tabellenvorletzten HSG Bensheim/Auerbach an.

Ein Selbstläufer wird die Begegnung in der Weststadthalle dennoch nicht. Die „Flames“ sind weitaus gefährlicher, als ihre Tabellenplatzierung vermuten lässt. „Bensheim hat viele Spiele nur sehr knapp verloren und stellt eine eingespielte Mannschaft“, nimmt Göppingens Kreisläuferin Petra Adamkova den Gegner nicht auf die leichte Schulter. Das Torverhältnis von -45 verdeutlicht, dass das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm kein Kanonenfutter ist. Und auch die Tatsache, dass Bensheim Meister Bietigheim beim 24:24 sensationell einen Zähler abgeluchst und die TuS Metzingen nach einem 19:23-Rückstand noch 24:23 bezwungen hat, sind Warnung genug.

„Wir müssen wieder über unsere gute Abwehr ins Spiel kommen. Sie verleiht uns Sicherheit für das Angriffspiel“, sagt die 26-Jährige, die mit dem Verlauf der bisherigen Saison vollauf zufrieden ist. Mit ihren Leistungen hat sie erheblich zum Höhenflug beigetragen: Trotz ihrer Größe von nur 168 Zentimetern setzt sich Petra Adamkova am Kreis immer gut durch und holt viele Siebenmeter heraus. Mit 47 Toren liegt die Kreisläuferin im internen Torschützenranking auf Rang fünf. Mit ihren Teamkolleginnen will sie weiter angreifen: „Wir haben gesehen, welches Niveau wir erreichen können und wollen weiter nach vorne kommen.“

Mit einem Sieg in Bensheim blieben die Hohenstaufengirls im Geschäft im Kampf um einen Platz im europäischen Wettbewerb. Eine verlockende Aussicht, die zusätzlich antreibt. Um in einer Woche ein Topspiel gegen Buxtehude zu haben, muss am Samstag im Kreis Bergstraße gepunktet werden. Am besten doppelt. Doch plagen Aleksandar Knezevic Personalsorgen: Weil ihr Knie wieder anschwoll, konnte Torhüterin Kristy Zimmerman diese Woche kaum trainieren. Zudem schlagen sich einige seiner Spielerinnen mit grippalen Infekten herum. „Ich hoffe, dass bis Samstag möglichst viele wieder fit sind.“ Sollte Kristy Zimmerman nicht oder nur sporadisch einsatzfähig sein, kommt es wie in den jüngsten Spielen wieder auf Edit Lengyel an, die gegen Bietigheim und Nellingen gut gehalten und ihren Vertrag jüngst um ein Jahr verlängert hat.

Die Bensheimerinnen können seit einer Woche etwas befreiter in die weiteren Begegnungen gehen. Da außer dem SV Union Halle-Neustadt kein Zweitligist eine Lizenz für die erste Liga beantragt hat, gibt es wohl nur einen Absteiger. „Das ist aber noch keine Garantie, auch wenn Bensheim sechs Zähler und Rödertal noch keinen Punkt auf dem Konto hat“, relativiert der Trainer der FRISCH AUF Frauen, Aleksandar Knezevic, und rechnet am Samstag mit großer Gegenwehr. „Mit der Verpflichtung von Carolin Schmeele ist der Bensheimer Kader im Vergleich zur Hinrunde weiter aufgewertet worden“, sagt Knezevic. Das Hinspiel (27:19) konnten die FRISCH AUF Frauen zwar letztlich klar für sich entscheiden, „aber wir hatten in den ersten 30 Minuten große Probleme mit dem Aufsteiger.“

An den Klassenerhalt können die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen nach einer bislang begeisternden Saison schon seit geraumer Zeit einen Haken machen. „Jetzt geht es um die Top Ten. Wir wollen weiter alles geben und gewinnen. Das Feld ist dicht gedrängt, von Platz vier bis neun ist alles möglich.“ In der jüngst von der Handball Bundesliga Frauen (HBF) veröffentlichten Zuschauertabelle hat sich der derzeitige Tabellensiebte bereits weiter vorne eingenistet: Hinter Metzingen, Buxtehude und Oldenburg liegen die FRISCH AUF Frauen auf Rang vier. Aber auch in diesem Ranking ist mit weiteren Erfolgserlebnissen und den noch ausstehenden Derbys gegen Metzingen und Neckarsulm noch mehr möglich.

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