Lange Wartezeit steigert Vorfreude

von Frank Höhmann

Die FRISCH AUF Frauen erhalten am morgigen Samstag Besuch aus dem Landkreis Bautzen: Um 19 Uhr empfangen Göppingens Bundesliga-Handballerinnen zum zweiten Heimspiel der Saison den HC Rödertal, einen absoluten Newcomer im Oberhaus.

Wieder mussten die Fans mehrere Wochen auf ein Heimspiel ihres Teams warten. Es ist ohnehin erst der zweite Auftritt für die Göppingerinnen vor heimischem Publikum. Eine gewisse Beständigkeit ist in den Spielplan auch weiterhin nicht zu bekommen. Wegen der Weltmeisterschaft ruht der Ball in der Liga erneut für mehrere Wochen und so geht es für das Team von Trainer Aleksandar Knezevic erst am 23. Dezember gegen Dortmund weiter. Doch damit müssen sich die FRISCH AUF Frauen genauso arrangieren wie ihre Kontrahenten. 

Dass es am Samstag im zweiten Heimspiel gleich gegen den zweiten Aufsteiger geht, könnte ein Vorteil sein. Denn Rödertal steht mit 0:10-Zählern auf dem letzten Tabellenplatz und muss sich erst noch finden. Weil die Mannschaft sehr spät komplettiert und das Aufstiegsrecht erst im zweiten Anlauf wahrgenommen wurde, „fehlen uns mehrere Wochen der Vorbereitung“, sagt Trainer Karsten Knöfler, der ebenso neu ist wie eine Vielzahl der Spielerinnen. Alleine fünf kamen vom insolventen HC Leipzig. Beim Aufsteiger baut man nun auf die WM-Pause, um aufzuholen und danach möglichst rasch zu punkten. 

Die FRISCH AUF Frauen als etabliertes Bundesligateam sind also klar favorisiert. Das weiß auch Linksaußen Iris Guberinic, die am Samstag 26 Jahre alt wird und nach dem Spiel auf ihren Geburtstag und die nächsten zwei Punkte anstoßen möchte. „Wir nehmen die Favoritenrolle an und wollen unsere spielerische Qualität auf dem Feld zeigen, müssen unsere Chancen aber wieder besser verwerten als das im Pokalspiel in Bad Wildungen der Fall war. Rödertal kann allerdings ganz locker aufspielen.“ Die vielen Pausen stören die 25-Jährige, die seit 2014 das Göppinger Trikot trägt, nur bedingt. Dann freue man sich auf die Heimspiele umso mehr.

Die „Rödertalbienen“ waren vorige Woche nicht im Einsatz. In Runde zwei des DHB-Pokals waren sie am Zweitligisten Rosengarten (21:27) gescheitert. Auch in der Liga zahlte man bislang Lehrgeld und verlor alle Partien. Im jüngsten Heimspiel gegen Bayer Leverkusen führte man nach 38 Minuten 14:13, ehe ein 0:10-Lauf in eine 17:28-Heimschlappe mündete. Dem Aufsteiger fehlt es noch an Konstanz, Stabilität und Erfahrung.

Aleksandar Knezevic warnt jedoch davor, den morgigen Gegner zu unterschätzen. Rödertal habe in Torhüterin Nele Kurzke, Tamara Bösch und Michelle Urbicht drei gute Spielerinnen aus Leipzig hinzubekommen. „Zudem ist die Litauerin Jurgita Markeviciute gefährlich, die früher in Bietigheim gespielt hat“, weiß Knezevic. Dennoch wolle man sich vor eigenem Publikum mit einem Sieg in die WM-Pause verabschieden, um sich dann in Ruhe auf die vier anstrengenden Partien zwischen den Jahren vorbereiten zu können. „Der Spielplan ist sehr zerstückelt, aber das müssen wir akzeptieren und das Beste daraus machen.“ Nicht optimal sei auch, dass man jetzt erst sein zweites Heimspiel bestreite, obwohl die Saison bereits seit drei Monaten laufe.

Neu ist seit dieser Spielzeit auch, dass die FRISCH AUF Frauen künftig überwiegend samstags in der EWS-Arena auflaufen werden. Knezevic hofft, dass die Fans den Spieltermin annehmen und „und uns weiterhin so zahlreich unterstützen wie bisher. Der Samstagabend ist auch für den Frauenhandball sicher nicht uninteressant“.

Wie in der Vorwoche, kann der FRISCH AUF Frauen-Coach auf den gleichen Kader zurückgreifen. Lina Krhlikar gab in Bad Wildungen ihr Comeback, „braucht aber wie Anja Brugger noch etwas Zeit“.

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