Letztes Derby der Saison

von Holger Riegel

Der Paukenschlag bei den „TusSies“ liegt nun rund zehn Tage zurück. Dass die Zeit von Trainer Csaba Konkoly in Metzingen enden würde war schon länger klar, schließlich wurde mit dem Dänen René Hamann-Boeriths bereits ein Nachfolger für die kommende Spielzeit vorgestellt. Doch die Entwicklung der letzten Wochen zwangen Manager Ference Rott wohl zu einer früheren Trennung von dem Ungarn. Seit Mitte März hatten die „TusSies in acht Begegnungen nur zwei Siege feiern können. Dies kostete nicht nur die Chance auf die Verteidigung der letztjährigen Vizemeisterschaft, sondern bedeutete auch das klare Aus im Halbfinale um den EHF-Pokal. Gegen den russischen Vertreter von Rostov-Don gab es für die Metzingerinnen nichts zu holen, denn vor den eigenen Fans musste man sich mit 18:29 geschlagen geben und auch das Rückspiel verlief mit einer 21:31-Schlappe mehr als deutlich. So war der Traum vom erneuten Einzug in das Finale des europäischen Wettbewerbs und die Chance auf einen ersten Titelgewinn vorbei.

Entscheidend für die vorzeitige Freistellung des Coachs war dann aber wohl die böse 22:27-Heimniederlage gegen den VfL Oldenburg. Ference Rott sah nach dem leblosen Auftritt seiner Truppe wohl auch den letzten Saisonhöhepunkt, das Final Four um den DHB-Pokal, gefährdet. Dass die Chemie zwischen Trainer und Team nicht mehr passte, war schon länger bekannt und die Negativserie ließ dann die Mechanismen des Sports greifen. Nun soll die Ehefrau des Managers und bisherige Co-Trainerin Edina Rott den „TusSies“ im Endspurt der Spielzeit neues Leben einhauchen, damit die Chance auf den ersten Titel gewahrt bleibt. Und diese Möglichkeit ist durchaus gegeben. Im Halbfinale um den Pokal trifft die TuS auf den Thüringer HC, ein Einzug ins Finale ist also realistisch. Dort sollte dann der frisch gekürte Meister aus Bietigheim warten und den brachten die pinken Ladies in der Liga zwei Mal an den Rand einer Niederlage.

Auf dem Feld zeigte die Neubesetzung auf der Bank am vergangenen Wochenende erste Wirkung. Beim Derby in Nellingen landete man mit 29:21 einen souveränen Start-Ziel-Sieg und sicherlich wollen sich die „TusSies“ auch gegen die Göppingerinnen weiteres Selbstvertrauen holen. „Metzingen besitzt eine Mannschaft mit einer immensen Qualität, die sich in den letzten Jahren zu einem Topteam der Liga gemausert hat“, blickt Aleksandar Knezevic zwar auf den Gegner, konzentriert sich dabei aber vor allem auf das eigene Team. „Wir wollen es besser machen als letzte Woche gegen den THC und Metzingen einen guten Kampf bieten“, erwartet der Trainer von seinen Mädels eine Leistungssteigerung. Im achten und letzten Derby dieser Saison stehen dem Coach dabei alle Spielerinnen zur Verfügung, lediglich Ana Petrinja geht angeschlagen in die Begegnung. „Wir freuen uns auf das Derby, denn diese Spiele sind durch ihre Atmosphäre immer besonders interessant“, macht Aleksandar Knezevic klar, dass die Duelle unter Lokalrivalen durchaus einen höheren Stellenwert haben.

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