Mit Tempohandball zum Klassenerhalt

von Redaktion

Wolfgang Karczewski - NWZ - 01.05.2016 | Foto: Jürgen Weber

Bereits drei Minuten vor dem Ende der Heimpartie am Sonntagnachmittag gegen den Buxtehuder SV lagen sich die Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen in den Armen und klatschten sich ab. Auch die 950 Zuschauer in der EWS-Arena erhoben sich von ihren Plätzen und feierten die Mannschaft von Trainer Aleksandar Knezevic, die sich mit einem deutlichen 33:25-Sieg endgültig den Klassenerhalt sicherte.

„Heute haben wir 30 bis 40 Minuten lang sehr gut gespielt, mit viel Engagement, Tempo und stark sowohl in der Abwehr als auch im Angriff“, schwärmte Knezevic von seinem Team. Dabei sah es nach nervösem Beginn nicht gut aus für die Frisch-Auf-Frauen, denn nach etlichen technischen Fehlern und einem zugleich aufmerksamen Gegner, der jede Schwäche der Grün-Weißen mit schnellen Gegenstößen bestrafte, stand es nach 17 Minuten 12:7 für den Tabellensechsten aus dem hohen Norden.

Nach einer Auszeit von Knezevic setzte Buxtehudes Lotta Heinrich in der 19. Minute noch einen drauf und die Gäste lagen mit 13:7 in Front. Es sollte die höchste Führung der Mannschaft von Trainer Dirk Leun sein, denn von nun an spielte nur noch Frisch Auf. Mit einer 5:0-Serie kämpfte sich der Zwölfte bis auf ein Tor heran (12:13/27. Minute). Dieser Abstand hatte auch beim 13:14 zur Pause Bestand.

Mit frischem Elan und Angriffslust kamen die Göppingerinnen aus der Kabine. „Wir haben in der ersten Hälfte zu viele leichte Fehler gemacht“, erklärte Spielführerin Anika Leppert später, „in der Pause haben wir uns gesagt: Wir können es besser. Dazu müssen wir kein Hexenwerk vollbringen. Wir müssen nur die einfachen Fehler minimieren. Im zweiten Abschnitt hat man gesehen, wozu wir in der Lage sind.“ In den zweiten 30 Minuten knüpften die Frisch-Auf-Frauen nahtlos an die Leistung aus der Schlussphase des ersten Abschnitts an. Mit Traumhandball wiesen sie die ersatzgeschwächten Buxtehuderinnen, die am Sonntag laut BSV-Trainer Leun ohne sechs Stammkräfte in Göppingen antreten mussten, in die Schranken. Nach dem schnellen Ausgleich durch die wieder einmal überragende Tschechin Michaela Hrbkova, mit 11/4 Treffern beste Torschützin des Nachmittags, brachte Kreisläuferin Lina Krhlikar Frisch Auf in der 32. Minute erstmals in Führung, die die Mannschaft auf bis zu neun Tore ausbaute (30:21/50. Minute). Mühelos verteidigte Göppingen den Vorsprung bis zum 33:25-Endstand.

Ein Sonderlob erhielt Hrbkova nach Spielschluss von ihrem Trainer. „Obwohl sie Grippe hatte, wollte sie durchspielen und alles geben. Aber nicht nur sie hat alles gegeben, sondern die ganze Mannschaft“, freute sich Aleksandar Knezevic über die starke Teamleistung seiner Truppe.

Buxtehudes Coach Leun sprach nach der Partie von einem hochverdienten Sieg der Göppingerinnen. „Ein Handballspiel dauert 60 und nicht 20 Minuten“, stelle er zerknirscht fest, „die zweite Halbzeit war einfach schlecht von uns. Unsere vielen jungen Spielerinnen haben heute Lehrgeld gezahlt.“ Nachdem der Klassenerhalt perfekt ist, haben sich Knezevic und sein Team ein weiteres Ziel gesetzt. „Wir wollen in der Tabelle vor Celle bleiben“, erklärte der Frisch-Auf-Trainer. Bei zwei noch ausstehenden Spielen hat Göppingen drei Punkte Vorsprung auf die Niedersächsinnen.


SO SPIELTEN SIE

Frisch Auf Göppingen: Jochims (ein Siebenmeter, ab 57.), Lengyel; Brugger (3), Struijs (1), Zrnec, Weißer, Kinlend (7), Hrbkobva (11/4), Guberinic (3), Vollmer, Leppert, Krhlikar (5), Petrinja (3).

Buxtehuder SV: Lenz (ein Siebenmeter, ab 44.), Gronemann; Grell, Klein (4), Schultze, Puls (1), Fischer (6/1), Schulz, Heinrich (4), Axmann (1/1), Bölk (5), Schneider (1), Hayn (3).

Schiedsrichter: Köppl/Regner (Bingen).

Zeitstrafen: 0:2 Minuten.

Zuschauer: 950.

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