Nach der Pause sitzen die Würfe

von Frank Höhmann

Es war hektisch, es war fehlerreich, aber nach einer Steigerung im Angriff in Hälfte zwei war das Gastspiel der Göppinger Bundesliga-Handballerinnen beim HC Rödertal von Erfolg gekrönt. Und so halten die FRISCH AUF Frauen nach dem 24:17 (9:9)-Erfolg ihre Chance auf einen Platz im oberen Tabellendrittel aufrecht. „Ich bin froh, dass wir am Ende noch relativ deutlich und souverän gewonnen haben“, sagte Trainer Aleksandar Knezevic. „Es war schwierig für uns, weil wir kurzfristig auf die grippekranken Alexandra Sviridenko und Maxime Struijs verzichten mussten.“ Für Strujis durfte Johanna Schindler als Spielgestalterin ran, Sviridenkos Aufgaben im Innenblock übernahm Lina Krhlikar. 

Beim noch sieglosen Schlusslicht wollte das Knezevic-Team nicht das erste sein, das auf die Nase fällt. Obwohl noch keine Zähler auf der Habenseite stehen und der Abstieg sich wohl nicht mehr vermeiden lässt, war die Stimmung in der Sporthalle Großröhrsdorf gut. Auch die Göppingerinnen konnten auf lautstarke Unterstützung durch ihren Fanclub bauen, der bereits am Freitag angereist und bis Ostersonntag geblieben war. Die ersten 30 Minuten erwiesen sich für die Fans der FRISCH AUF Frauen aber als schwer verdauliche Kost. Nach einem recht guten Beginn und einer 3:1-Führung ließen sich die Göppingerinnen von den Fehlern der Gastgeberinnen anstecken. Eine frühe erste Zeitstrafe gegen Spielführerin Karin Weigelt (7.) brachte den Tabellensiebten nach seiner Zwei-Tore-Führung aus dem Tritt und der Tabellenletzte lag nach zwei Treffern von Tamara Bösch beim 5:4 erstmals in Front (17.). In der Folge gelang es keiner Mannschaft, sich abzusetzen. Michaela Hrbkova und Lea Schuhknecht brachten FRISCH AUF wieder in Führung, doch Rödertal kam zwei Minuten vor der Pause in einer zerfahrenen Begegnung per Siebenmeter zum Ausgleich. Ein Treffer von der Linie aus sollte den grün-weißen Ladies in dieser Partie nicht gelingen: Sie konnten beide Siebenmeter nicht verwerten. Die bei vier Siebenmetern eingesetzte Kristy Zimmerman konnte auf der anderen Seite einmal parieren.

Insgesamt verrichtete die Göppinger Abwehr um Torhüterin Edit Lengyel einen guten Dienst. Das sollte auch in der zweiten Hälfte so bleiben. Nur mit dem Unterschied, dass die FRISCH AUF Frauen im Offensivspiel jetzt wesentlich zielstrebiger agierten und die ihnen gebotenen Möglichkeiten konsequent nutzten. „Wir bekamen unsere Probleme aus der ersten Hälfte in den Griff und konnten dann davonziehen“, war Knezevic erleichtert, dass zu einer stabilen Abwehr sich nun erfolgreich abgeschlossene Offensivaktionen gesellten.

Bis zum 11:11 konnte Rödertal noch mithalten, dann setzten sich die Göppingerinnen mit vier Treffern in Folge bis zur 39. Minute erstmals deutlicher ab (15:11). Vor allem Prudence Kinlend entfachte viel Druck auf die Abwehr und bestach durch einige willensstarke Aktionen. Johanna Schindler konnte sich in der zweiten Hälfte dreimal in die Torschützenliste eintragen und entfachte mit einem Wurf ins leere Tor großen Jubel. Bis zur 49. Minute kamen die Rödertalbienen zwar nochmals auf ein Tor heran (15:16), doch mit drei Treffen in Serie setzten sich die Göppingerinnen wieder ab und gaben ihren Vorsprung in den letzten zehn Minuten nicht mehr aus der Hand. Rödertal gelangen nur noch zwei Treffer, während die FRISCH AUF Frauen achtmal erfolgreich waren und die Pflichtaufgabe mit 24:17 am Ende standesgemäß erledigten.

 

So spielten sie:

HC Rödertal: Kurzke, Rammer; Bösch (5/1), J. Hummel, S. Hummel, Ivanauskaite (3), Jander (2), Markeviciute, Urbicht (2), Alesiunaite (2), Nepolsky, Rode, Selmeci (2/2), Szczecina (2), Szary  

FRISCH AUF Frauen: Lengyel, Zimmerman; Hrbkova (5), Adamkova (2), Schuhknecht (1), Guberinic (3), Kinlend (7), Weigelt (1), Brugger (1), Schindler (3), Krhlikar (2), Bergschneider 

Schiedsrichter: Kruska/Lange (Berlin)
Zeitstrafen: 4:10-Minuten
Siebenmeter: 5/3:2/0
Zuschauer: 500.

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