Nicht nachlassen

von Frank Höhmann

Wenn die FRISCH AUF Frauen am Samstag um 19 Uhr in ihrem zehnten Heimspiel die HSG Bad Wildungen Vipers empfangen, ist der Ausgang völlig offen: Das Hinspiel in Nordhessen konnten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen gewinnen, das Achtelfinalspiel im DHB-Pokal ging jedoch an die Vipers. Auch in der vergangenen Saison trumpfte das Team von Trainer Aleksandar Knezevic in der Sporthalle Enseschule beim 37:29 auf, bezog im Heimspiel aber eine empfindliche 28:34-Schlappe. Das soll sich am Samstag nicht wiederholen. War vergangene Saison beim Rückspiel schon etwas die Luft raus, sind die FRISCH AUF Frauen diesmal noch voll bei der Musik und haben bei nur zwei Zählern Rückstand noch alle Chancen auf Rang vier, der zur Europapokalteilnahme berechtigt. Nicht nachlassen, lautet die Devise, um im Klassement so weit vorne wie möglich zu landen.

„Es ist ein spannender Vergleich. Aktuell steht es 1:1. Aber wir wollen unser Heimspiel natürlich gewinnen und dafür sorgen, dass die beiden Punkte in der Hölle Süd bleiben“, sagt Lea Schuhknecht. Die Rückraumshooterin hofft, dass die zuletzt kranken Maxime Struijs und Alexandra Sviridenko wieder auflaufen und ihre Kolleginnen zumindest in einigen Phasen entlasten können. „Beide konnten in der ersten Wochenhälfte kaum beziehungsweise gar nicht trainieren“, berichtet Trainer Aleksandar Knezevic. Im Vollbesitz ihrer Kräfte werden beide am Samstag wohl nicht sein, so muss es vorwiegend der gleiche Kader wie beim 24:17-Auswärtssieg bei Schlusslicht HC Rödertal richten. „Trotzdem wollen wir gewinnen und ein gutes Spiel zeigen. Bad Wildungen ist ein eingespielter und unangenehmer Gegner. Das haben wir in dieser Saison bereits zweimal gesehen.“

Um zum sechsten Heimsieg zu kommen, muss gegen die Giftschlangen über 60 Minuten wieder harte Arbeit verrichtet werden. Beim 31:28-Erfolg im Hinspiel war lange Zeit alles möglich, ehe die Gastgeberinnen zehn Minuten vor dem Ende in Hektik verfielen und zu überhastet abschlossen, was den FRISCH AUF Frauen die Möglichkeit bot, sich entscheidend abzusetzen.

Ruft Bad Wildungen sein volles Potenzial ab, kann die Mannschaft jedem Gegner der Liga gefährlich werden. Auch dem Tabellenersten, wie der 30:27-Coup gegen den Thüringer HC beweist. In der neuen Spielzeit erhält der Kader des Tabellenneunten ein anderes Gesicht. Miranda Robben-Schmidt wird ihre Karriere beenden. Kreisläuferin Tamara Haggerty schließt sich TuS Metzingen an. Von den „TuSsies“ erhofft man sich, in Annika Ingenpaß einen adäquaten Ersatz gefunden zu haben. Auch Göppingens Rückraumspielerin Maxime Struijs hat sich nach drei Jahren unterm Hohenstaufen dazu entschlossen, in Bad Wildungen eine neue Aufgabe anzugehen. Vom TV Nellingen wechselt Torhüterin Anne Bocka zur HSG und bildet mit Manuela Brütsch das neue Gespann. Die bisherige zweite Torhüterin Rinka Duijndam zieht es zu Borussia Dortmund. Der Saisonhöhepunkt steht für die Vipers am Wochenende 19./20. Mai ins Haus: Beim Olymp-Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal treffen sie in ihrem Vorschlussrundenspiel in der Stuttgarter Porsche-Arena auf den VfL Oldenburg – Einzug ins Endspiel nicht ausgeschlossen.

Im Achtelfinale des DHB-Pokals ereilte die Göppingerinnen gegen die HSG zwar das Aus, dafür waren die Darbietungen der Grün-Weißen in vielen anderen Spielen in dieser Saison spitze. Die erfolgreichen Auftritte schlagen sich auch in der Zuschauerstatistik der Handball Bundesliga Frauen (HBF) nieder. Dort ist den FRISCH AUF Frauen mit im Schnitt 1200 Besuchern nun der Sprung aufs Treppchen gelungen. Vor ihnen stehen nur Metzingen und der Buxtehuder SV. „Das ist eine ganz tolle Zahl“, zeigt sich Coach Knezevic über den guten Zuspruch erfreut. Aber auch in dieser Tabelle ist angesichts der ausstehenden Derbys gegen Metzingen und Neckarsulm eine noch bessere Platzierung drin.

Livestream

Wie alle Spiele der FRISCH AUF Frauen wird auch diese Begegnung im Internet live übertragen. Ab 19:00 Uhr können auch die Fans, die nicht in der EWS-Arena sein können unter www.sportdeutschland.tv die Daumen drücken.

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