Nichts zu holen in Leipzig - Frisch-Auf-Frauen verlieren beim Titelfavoriten

von Holger Riegel

Den Glaube an eine Überraschung hatten die Grün-Weißen im Gepäck, als gestern Morgen um 6.00 Uhr die Reise nach Sachsen begann. Und so brachte das Team von Aleksandar Knezevic zu Beginn viel Selbstvertrauen auf die Spielfläche. Mit einer beweglichen Defensive und einem abgeklärt und geduldigen Auftreten im Angriff gelang es Frisch Auf immer wieder in Führung zu gehen. In der 13. Minute war man beim 5:3 auf zwei Tore enteilt und beim Favoriten waren Unsicherheiten sichtbar. Besonders Karolina Kudlacz und Maura Visser ließen gute Gelegenheiten liegen und zeigten viel Respekt vor FA-Torhüterin Melanie Herrmann, die im vergangenen Jahr noch das Leipziger Gehäuse hütete.

Aber die Grün-Weißen wussten aus dieser Schwächephase der Gastgeberinnen zu wenig Kapital zu schlagen. Zu oft scheiterte man an der starken HC-Torfrau Katja Schülke. Und so blieb es bis zur 21. Minute beim 8:6 zwar immer noch beim 2-Tore-Vorsprung, aber eigentlich hätte der Vorsprung auch komfortabler ausfallen können. Der Leipziger Trainer Norman Rentsch hatte genug gesehen und bat sein Team zu Auszeit. Dabei fand der Coach wohl die richtigen Worte, denn Leipzig agierte nun konsequenter und glich zum 8:8 (23.) aus, was wiederum Aleksandar Knezevic zur grünen Karte greifen ließ. Doch der HC hatte seinen Rhythmus gefunden und ging mit einer 12:10-Führung in die Halbzeit.

Kurz nach dem Anpfiff zum zweiten Durchgang spielten sich die für Knezevic entscheidenden Minuten der Begegnung ab. Beim Stand von 15:12 für Leipzig agierte Göppingen in Überzahl, musste aber dennoch zwei Gegentreffer hinnehmen. „Da haben wir es verpasst im Spiel zu bleiben“, ärgerte sich der FA-Trainer nach der Begegnung. Der HC und vor allem Karolina Kudlacz kamen nun endgültig auf die Siegerstraße. Die Spielführerin dominierte im Angriff und ließ Melanie Herrmann mit platzierten Würfen keine Chance. Dagegen verrannten sich die Grün-Weißen zu oft im groß gewachsenen Abwehrblock der Gastgeberinnen. Und so setzte sich Leipzig Tor für Tor ab und führte in der 51. Minute gar mit 27:16. Doch Göppingen nutzte die Wechselspiele der Gastgeberinnen zur Ergebniskosmetik, musste dabei aber eine Verletzung von Anouk van de Weil verkraften.

„Sie wurde bei einem Leipziger Wurf direkt auf die Schläfe getroffen und muss die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben“, kommentierte Knezevic die schwere Gehirnerschütterung der Holländerin. Der Einsatz der bisher besten Torschützin der Grün-Weißen am Sonntag beim Derby gegen Metzingen ist fraglich und wäre der nächste Ausfall einer Linkshänderin. Die Niederlage beim Titelfavoriten sollten die Göppingerinnen dagegen schnell abhaken, Leipzig ist mit seinen Mitteln eine andere Kragenweite mit ambitionierte Ziele. Und trotzdem zeigte die erste Halbzeit, dass die Frisch-Auf-Frauen auch in dieser Saison noch für Überraschungen gut sein werden.

 

Frisch Auf: Jochims, Herrmann; Scheffknecht (3), Windisch, Schraml, Daniels (5), Guberinis (1), van de Wiel (5), Rösler (4/1), Dinkel (4/3), Leppert (2)

HC Leipzig: Schülke, Roth, Visser (5), Mazzucco (2), Müller (3), Hertlein (1), Schulze (5/1), Kudlacz (9/2), Hubinger (6), Diehl (1), Ioneac, Urbircht, Rösike

 

Siebenmeter: 4/3 : 5/4

Zeitstrafen: 8 Min. : 6 Min.

 

Schiedsrichter: Hörath / Hofmann

 

Zurück