Player's Night: Applaus für die Frisch Auf Frauen

von Redaktion

Von Harald Betz - SWP - 02.08.2015

 

Göppingen ist Grün-Weiß – wenn woanders Fußball-Erstligisten die Massen zur Teampräsentation ins Stadion locken, ist es unterm Hohenstaufen der Handball, der die Fans mobilisiert: 3600 begeisterte Gäste, darunter viele Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern, strömten am Samstag in die EWS-Arena, um sich in der langen Schlange für die heiß begehrten Autogramme auf dem Mannschaftsposter anzustellen. Das Strahlen in den Gesichtern war der Lohn für die Spielerinnen und Spieler für die ungewohnte Übungseinheit mit dem Stift.

Anschließend waren beide Mannschaften auf dem Parkett der EWS-Arena gefordert. Dabei betrieben die Frisch-Auf-Handballerinnen nach Klassenerhalt und großem Umbruch eifrig Werbung in eigener Sache. Zwar war der vielfache Schweizer Meister LC Brühl St. Gallen kein allzu schwieriger Gradmesser in dieser frühen Phase der Saisonvorbereitung – die Frauen- Bundesliga startet am 13. September –, doch für ihr variables und erfolgreiches Angriffsspiel ernteten die Damen in Grün-Weiß schon während der Partie und nach dem 33:26 (16:9)-Sieg verdienten Applaus. „Wir können viel kombinieren, müssen aber auch eine stabile Basis finden“, befand ein zufriedener Trainer Aleksandar Knezevic, der mit Ronja Weißer und Lisanne Petschel auch zwei Kaderküken auflaufen ließ und bis zum Saisonstart auf die Rückkehr von Anika Leppert setzt. „Die Zeit ohne Handball war lang genug“, signalisiert die bisherige Spielführerin Heißhunger aufs Training.

Noch viele Einheiten benötigen die Frisch-Auf-Profis, um ans Vorjahresniveau, als Platz fünf heraussprang, anzuknüpfen. „Meine Mannschaft dachte wohl, da reist eine Gurkenmannschaft aus Schweden an, aber diese Truppe hat uns kaputt gemacht“, ereiferte sich der sonst so besonnene Magnus Andersson nach dem Schlusspfiff über ein großes Maß an „Unsicherheit und Ineffektivität“, „dabei hatte ich vor deren Spielweise gewarnt.“ Der Frisch-Auf-Trainer war nach der letztlich knapp ausgefallenen 25:27 (10:15)-Niederlage bedient, während der Partie gegen den schwedischen Meister IFK Kristianstad mit seinem Freund Ola Lindgren als Coach signalisierten seine vielen Auszeiten Ungemach für die Frisch-Auf-Spieler. Da seine Mannschaft geradezu überfahren wurde und mit der Rückwärtsbewegung nach vergebenen Angriffen überfordert wirkte, nahm Andersson früh viele personelle Änderungen vor, doch seine skandinavischen Landsleute marschierten weiter und führten 9:2 und 11:3, ehe Frisch Auf etwas besser ins Spiel fand.

Ola Lindgren war begeistert: „Das war unser bisher bestes Testspiel. Wir sind jung und nicht so groß, also müssen wir aufs Tempo setzen. Für uns sind auch Auftritte vor einer solchen Kulisse wichtige Erfahrungen für die Champions League.“ Dabei wurde es zusehends ruhiger in der Arena, die Frisch-Auf-Fans hatten sich eine schwungvollere Saisonpremiere von ihren Idolen gewünscht, bei denen Tim Kneule, Marco Rentschler und Kévynn Nyokas wegen Knieproblemen fehlten – Kneule und Rentschler sollen in acht Tagen wieder dabei sein, beim Franzosen hält sich der Trainerstab mit Prognosen zurück. Der Linkshänder selbst wagte sich am Spielfeldrand etwas weiter hinaus: „Ich will in zwei, drei Wochen wieder dabei sein.“

Beim Fantalk zu später Stunde vor der Arena hatte Magnus Andersson dann seine Enttäuschung im Griff. „Jetzt muss ich doch noch etwas Positives rausziehen: Wir haben noch zwei Wochen Zeit“, gewann der Schwede schmunzelnd die Herzen der Anhänger zurück.

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