Schwarze Serie endet spät

von Redaktion

Markus Munz - NWZ - 15.05.2017

In ihrem letzten Heimspiel der Saison quälten sich die Bundesliga-Handballerinnen von FRISCH AUF Göppingen zu einem 29:27 (16:14)-Erfolg über den Tabellenletzten SVG Celle. Von dem Vorhaben, sich mit einem überzeugenden Auftritt vom heimischen Publikum verabschieden zu wollen, war wenig zu sehen. Neun sieglose Spiele in Folge hatten doch mehr an der Psyche ge­nagt als erwartet.

Nach einer behäbigen Vorstellung lagen die Grün-Weißen fünf Minuten vor der Halbzeit 12:14 im Rückstand, den sie dank der Einwechslung von Torhüterin Edit Lengyel mit einem Zwischenspurt in ein 15:14 drehten. Lina Krhlikar verwandelte nach der Schluss­sirene unter Mithilfe der gegnerischen Torfrau noch einen Freiwurf über die Abwehrmauer zum 16:14-Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel verfielen die FRISCH AUF Frauen in ihren alten Trott und schienen überrascht von der Einstellung der aus finanziellen Gründen bereits abgestiegenen Celler Handballerinnen. In doppelter Überzahl gaben die Gastgeberinnen eine 18:16-Führung aus der Hand und lagen bis fünf Minuten vor Schluss beim 25:26 erneut im Hintertreffen. Erst dann rissen sich die Göppingerinnen am Riemen und das Ruder noch zu einem glücklichen Sieg herum.

Richtig lauten Applaus von den Rängen gab es während der durchwachsenen 60 Handball-Minuten nur in der 45. Minute, als Michaela Hrbkova ihr 200. Saisontor erzielte. Sie wurde nach der Partie von den Anhängern zur Spielerin des Jahres gewählt und ist vor dem letzten Bundesliga-Spieltag mit insgesamt 202 Treffern die beste Werferin der Bundesliga und auch die erfolgreichste Siebenmeter-Schützin. „Meine Tore würde ich gerne gegen ein paar mehr Punkte eintauschen“, erklärte Hrbkova nach dem hart erkämpften achten Saisonsieg, zeigte sich aber insgesamt mit der Saison zufrieden, „weil wir keinen Abstiegsstress hatten“. Niemand hatte von FRISCH AUF eine so gute Hinrunde erwartet mit diesem kleinen Kader. Die Pause im Dezember, sagt Hrbkova, „hat uns dann nicht geholfen, danach hatten wir Verletzungen und die Gegner haben sich besser auf uns eingestellt. Aber wir bleiben zusammen und können noch viel erreichen, wenn wir hart arbeiten.“

Den angestrebten zehnten Tabellenplatz haben die FRISCH AUF Frauen vor dem letzten Spiel in Leipzig sicher. Deshalb zog auch Trainer Aleksandar Knezevic ein positives Vorab-Fazit: „Wir haben unser Ziel erreicht, auch wenn den Mädels am Ende der Saison die Energie ausgegangen ist. Für heute bin ich froh, dass wir ein schwieriges Spiel noch gewonnen haben.“

FRISCH AUF Göppingen: Zimmerman, Lengyel; Brugger (4), Struijs (5/2), Adamkova (4), Schindler (1), Kinlend (1), Hrbkova (8/1), Guberinic, Krhlikar (4), Petrinja (2), Pielesz.
SVG Celle: Pagel; Wahle (1), Laszlo (5/5), Heldmann (8), Ahrens (2), Wagenlader (2), Gräser (3), Lamp (6), Loest, Meijer.
SR: Kuschel/Senk.
Zeitstrafen: 6:8 Minuten.
Zuschauer: 840.

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