Spielbericht: Auf Höhenflug folgt Absturz

von Redaktion

Harald Betz - SWP 02.02.2015

Gerade erst zwei Tage unterm Hohenstaufen daheim, hatte die kurzfristig vom Ligarivalen Koblenz verpflichtete Slowenin Lina Krhlikar in ihrer Premiere am Sonntag für die Frisch-Auf-Handballerinnen gleich alle Hände voll zu tun - Trainer Aleksandar Knezevic schickte sie in den Abwehr-Mittelblock seiner Startformation, im Laufe der Partie setzte die 25-Jährige auch am Kreis Akzente. Dass dabei noch lange nicht alles rund lief, wusste sie nach der 27:35-Niederlage selbst. "Die Kommunikation und Abstimmung mit den Kolleginnen müssen wir natürlich noch verbessern", erklärte Krhlikar in gutem Deutsch.

Dabei hatten die Göppingerinnen gefällig begonnen, ehe die Gäste aus dem hohen Norden ihre spielerischen Stärken nutzten, um auf 8:4 und 10:5 (18. Minute) wegzuziehen. Zu viele Fehlpässe und Fehlwürfe von Frisch Auf spielten ihnen dabei in die Karten. Eine Knezevic-Auszeit aber bewirkte Wunder. Mit Ania Rösler in der Regie legten die Gastgeberinnen mächtig an Konsequenz in ihren Aktionen und an Treffsicherheit zu und kamen auf 9:11 heran. Jetzt schienen die Schiedsrichter mit ihrer diskussionswürdigen Regelauslegung diese Aufholjagd zu bestrafen, doch die Frisch-Auf-Frauen steckten die Rückschläge zum 9:14 weg und gingen mit erhobenem Haupt und einem 13:15-Pausenstand in die Kabine.

Im letzten Spiel der Bundesliga-Hinrunde gefielen die Knezevic-Schützlinge vor allem nach Wiederbeginn. Schöne Aktionen mündeten in tollen Toren, der starke Auftakt sorgte für begeisterte Zuschauer. Mit einem ihrer fünf verwandelten Strafwürfe markierte Nicole Dinkel das 16:16 (35.), Anouk van de Wiel, bei der sich die Anzeichen für einen Vereinswechsel am Saisonende verdichten, traf zur ersten Göppinger Führung in dieser nun aufregenden und sehenswerten Partie. Mehrmals legte der jetzt freche und die Gäste verwirrende Außenseiter vor, beim 19:17 und 21:19 (41. Minute) waren es sogar zwei Treffer. Doch nach dem 23:23 (47.) hatten die Frisch-Auf-Frauen ihr Pulver verschossen. Jetzt spielte nur noch der Favorit, der mit viel Tempo dem Schlagabtausch ein Ende setzte und noch - praktisch ohne Gegenwehr des Gastgebers - auf 35:27 davonzog.

Gästetrainer Dirk Leun gestand nach dem Schlusspfiff, dass seine Mannschaft zwischendurch die Kontrolle verloren hatte, das Tempo bei besserer Physis aber der entscheidende Faktor war. Aleksandar Knezevic stellte die noch verbesserungswürdige Integration seiner neuen Spielerin in den Vordergrund und bedauerte die vielen Gegentore in der Schlussphase: "Das war nicht gut fürs Torverhältnis."

SO SPIELTEN SIE

FA Göppingen: Herrmann, Jochims (ab 57.); Windisch (n.e.), Daniels (1), Hrbkova, Guberinic (2), van de Wiel (5), A. Rösler (5), Dinkel (8/5), Ineichen (4), M. Rösler, Krhlikar (2).

Buxtehuder SV: Lenz, Gronemann (ab 37.); Deen (3), Klein (2), Fischer (7/5), Bülau (1), Zelmel (5), Gubernatis (1), Oldenburg (12), Bölk (3/1), Hayn, Melbeck (1). - SR: Hurst/Krag (Niedereschbach/Oberursel). - Zeitstrafen: 2:6 Minuten. - Zuschauer: 700.

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