Spielbericht: Berlin keine Reise wert

von Holger Riegel

Die Vorzeichen des Samstags waren positiv. Der Tabellendreizehnte aus Celle hatte in Buxtehude verloren und die auf dem 11. Platz stehenden Vipers aus Bad Wildungen mussten in Oldenburg eine Niederlage hinnehmen. Für die Grün-Weißen bot sich so die Chance, sich von der einen Mannschaft etwas abzusetzen und zur anderen aufzuschließen. Die Vorzeichen standen dabei nicht schlecht, denn die Berlinerinnen hatten nach der Bekanntgabe ihres Rückzugs aus der 1. Liga zuletzt drei Partien in Folge verloren.

Vor der spärlichen Zuschauerkulisse lieferten sich beide Teams zunächst einen offenen Schlagabtausch. Göppingen legte vor, Berlin zog nach. Bis zum 5:5 in der 9. Minute setzte sich dieses Szenario regelmäßig fort, ehe die Füchse den Spieß umdrehten und erstmals selbst in Führung gingen. Aber die Frisch-Auf-Frauen ließen sich nicht lumpen und so wechselte die Führung nun stetig. Nach dem 10:10 durch Berlin schienen sich die Göppingerinnen aber etwas absetzen zu können. Prudence Kinlend und ein Doppelschlag der starken Iris Guberinic sorgten für eine 10:13-Führung der Grün-Weißen in der 22. Minute. Doch das sollte es für die Knezevic-Truppe in der ersten Halbzeit fast gewesen sein. Erst mit dem Pfiff zum Pausentee erzielte Michaela Hrbkova den nächsten Treffer für Ihre Farben, der einen 4:0-Lauf der Gastgeberinnen stoppte und den 14:14 Halbzeitstand bedeutete.

In der Pause hatte Füchse-Coach Lars Melzer wohl die besseren Worte gefunden und sein Team nach der dreifachen Niederlagenserie an der Ehre gepackt. Berlin legte sogleich die nächsten vier Tore in Folge ins Göppinger Gehäuse, während Frisch Auf bis zur 36. Minute auf den 15. Treffer warten musste. Doch die Füchse waren nun auf den Geschmack gekommen und mobilisierten die Kräfte. Den Grün-Weißen gelang es nicht den Rückstand zu verkürzen, im Gegenteil, bis zur 43. Minute war Berlin auf 16:22 davon gezogen. Und erneut konnte der wirtschaftliche Absteiger diese Differenz halten. In den Schlussminuten ging dann aber nochmals ein Ruck durch die Göppingerinnen. Die Disqualifikation von Spielführerin Anika Leppert nach drei Zeitstrafen weckte das Team auf, doch die Aufholjagd kam zu spät und brachte bis zum Schlusspfiff nur noch Ergebniskosmetik auf die Anzeigetafel.

Für die Göppingerinnen war die 27:29-Niederlage die Nadel, die die Euphorie nach dem Sensationssieg gegen den Meister aus Thüringen wie eine Seifenblase platzen ließ, denn der vorzeitige endgültige Klassenerhalt wurde damit verpasst. Doch der Abstand auf das Schlusslicht aus Rosengarten beträgt weiterhin fünf Zähler und bei drei ausstehenden Saisonspielen, sollte hier nichts mehr anbrennen.

Am Tag der Arbeit haben die Frisch-Auf-Frauen am kommenden Sonntag wieder viel zu tun, denn dann kommt der Buxtehuder SV in die EWS Arena. Und für Knezevic und sein Team bietet sich so die nächste Chance gegen ein Top-Team zu überraschen.

 

Füchse Berlin: Genning, Hedermann; Erlingsdottir, Struparicova (3), Gustin (9/5), Linke (3), Sviridenko (2), Trumpf, Beier (7), Goldhagen, Schoenacker (5/2)

Frisch Auf: Jochims, Lengyel; Brugger (1), Struijs (3), Zrnec, Kinlend (4), Hrbkova (10/5), Guberinic (6), Leppert (1), Krhlikar (2), Petrinja

Siebenmeter: 8/7 : 5/5

Zeitstrafen: 8 Min. : 10 Min.

Schiedsrichter: Matthias Brauer / Kay Holm

Zuschauer: 374

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