Spielbericht: BVB Dortmund - FRISCH AUF Frauen

von Holger Riegel

Frisch-Auf-Frauen im Wechselbad der Gefühle

Dass die Trauben beim Liganeuling BVB Dortmund für die Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen hoch hängen, war Trainer Aleksandar Knezevic bewusst, denn die Borussinnen warten mit einem Kader auf, der durchaus in den Kampf um die Plätze im europäischen Geschäft eingreifen kann. Doch wie schon gegen den VfL Oldenburg zum Saisonauftakt verkauften die Grün-Weißen ihre Haut teuer.

Den ersten Höhenflug durfte Knezevic gleich zum Start beobachten. Lina Krhlikar, Anja Brugger und Maxime Struijs sorgten für einen starken Auftakt und Göppingen führte nach fünf Minuten mit 3:0. Jedoch war dieser Beginn nicht nachhaltig, denn nun übernahmen die Gastgeberinnen das Kommando. Über das 7:3 (12.) bis zum 9:4 (20.) hatten die Schwarz-Gelben einen starken Lauf, ehe sich Dortmund ein Tief gönnte und Göppingen Regie führte. Unter dem Applaus der mitgereisten Fans holte die Knezevic-Truppe Tor um Tor auf, und so war beim 11:10-Halbzeitstand alles wieder offen.

Mit ihrem ersten Treffer zum 12:10 verschaffte Nadja Nadgornaja dem BVB nach der Pause nur kurz etwas Luft. Beim 13:13 (34.) war Göppingen wieder dran. Es folgte eine ausgeglichene Phase, in der Frisch Auf es verstand, Anschluss zu halten (16:15/43.). Diese Situation schmeckte dem Favoriten nicht, BVB-Trainerin Ildiko Barna nahm eine Auszeit. Die Neujustierung führte die Gastgeberinnen auf die Siegerstraße.

Binnen sieben Minuten zog die Borussia auf 21:15 davon, und auch eine von Knezevic genommene Auszeit konnte den Lauf der Schwarz-Gelben nicht stoppen. Fortan zeigten die Frisch-Auf-Frauen aber trotz schwindender Kräfte Moral und konnten bis zum 25:21-Endstand zumindest noch Ergebniskosmetik betreiben.

"Wir hatten einen sehr guten Start ins Spiel, aber eben in jeder Halbzeit eine Phase, die uns danach viel Kraft gekostet hat", resümierte Knezevic, der viele Lichtblicke in seinem Team sah. Edit Lengyel im Tor lieferte eine starke Partie ab, auch Maja Zrnec konnte bei ihrem Debüt für Grün-Weiß überzeugen. Einen weiteren Schritt nach vorne machte Klaudia Pielesz, die mit sechs Treffern die erfolgreichste Göppinger Werferin war. Von der Strafwurflinie verwandelte Ana Petrinja vier Mal sicher, strahlte aber sonst zu wenig Torgefahr aus. "Uns fehlt noch die Kontinuität. Wir müssen an unserer Konstanz arbeiten, damit die wirklich sehr guten Abschnitte länger andauern", beschrieb Trainer Knezevic die Hausaufgaben für die nächsten Wochen.



SO SPIELTEN SIE

Borussia Dortmund Handball: Ferenczi, Woltering; Kramer (4), Grijseels (1), Weisheitel, Zimmermann, Potocki (1), Müller (4), Schäfer (1), Schmele (9/5), Selmeci, Nadgornaja (3), Vaszari (2).

Frisch Auf Göppingen: Jochims, Lengyel; Brugger (1), Struijs (4), Zrnec (2), Kinlend (2), Leppert, Krhlikar (2), Petrinja (4/4), Pielesz (6).

Schiedsrichter: Dedens/Geckert (Magdeburg).

Zeitstrafen: 6:10 Minuten.

Zuschauer: 750

Zurück