Spielbericht: Das Ende der Serie - 20:31 in Celle

von Holger Riegel

Das Ende der Serie

Nach drei Spielen ohne Niederlage mussten die Bundesligahandballerinnen von Frisch Auf eine Niederlage hinnehmen. In Celle verlor man 20:31 (11:16).

Die Vorzeichen auf Seiten der Göppingerinnen waren alles andere als optimal. Nachdem unter der Woche eine Grippewelle die Grün-Weißen heimsuchte, waren die Kraftreserven der verbleibenden Spielerinnen letztlich nicht ausreichend um gegen die motovierten Gastgeberinnen etwas auszurichten. Ohne Jessica Jochims, Maja Zrnec und die verletzte Rückraumspielerin Klaudia Pielesz fehlte den Frisch-Auf-Frauen die Mittel, zumal noch weitere Spielerinnen zwar aufliefen, aber nicht ganz fit waren.

Dennoch gelang der Start in die Begegnung bestens. Michaela Hrbkova und Maxime Struijs sorgten für eine schnelle 2:0-Führung, doch das sollte es Großteils schon gewesen sein. Bis zur 8. Minute dominierte das Team aus Celle und kaufte den Göppingerinnen binnen weniger Zeigerumdrehungen den Schneid ab. Fünf Tore in Folge bedeuteten die Führung für die Gastgeberinnen, wobei vor allem die ehemalige Göppingerin Maria Kiedrowski ihren früheren Farben gleich drei Tore einschenkte. Ein Strafwurf von Struijs brachte Frisch Auf zwar zwischenzeitlich wieder auf 3:5 heran, aber insgesamt wirkte das grün-weiße Spiel zu konzeptlos. Die SVG wusste dies zu nutzen und drückte weiter aufs Tempo. Die logische Folge war auf der Anzeigentafel zu sehen, denn in der 23. Minute lag Göppingen bereits mit 7:14 zurück. Eine kleine Aufholjagd machte den mitgereisten Fans noch etwas Hoffnung, war beim 11:16 zur Pause der Rückstand zumindest etwas geschrumpft.

Leider konnten die Grün-Weißen die guten Schlussminuten des ersten Abschnitts nicht über die Halbzeit retten. Statt bei eigenem Anwurf weiter zu verkürzen, luden technische Fehler die Gastgeberinnen erneut zu einfachen Toren ein. Binnen drei Zeigerumdrehungen war die Partie nun endgültig gelaufen, denn Celle hatte sich vorentscheidend auf 11:19 abgesetzt. Bei dieser Differenz pendelte sich das Spiel nun ein und letztlich mussten die Frisch-Auf-Frauen eine derbe 20:31-Schlappe quittieren.

Wenn man dem Auftritt beim Tabellenletzten noch etwas Positives abgewinnen möchte, dann waren es die Einsatzzeiten für die Nachwuchskräfte. So hütete Lisanne Petschel ab der 45. Minute das grün-weiße Gehäuse und konnte bei ihrem Debüt einige Bälle parieren. Und auch Ronja Weißer und Julia Vollmer schnupperten in der Schlussphase noch Bundesligaluft.

Aber eben jene Luft schien bei den Göppingerinnen etwas raus zu sein. Und natürlich hatte das emotional sehr hoch gehängte vermeintliche Endspiel um den Klassenerhalt durch die Entwicklungen der letzten Tage - Rosengarten und Berlin verzichteten für die kommende Saison auf ihre Startplätze im Oberhaus - deutlich an Brisanz verloren. Beide Teams werden auch nächstes Jahr erstklassig spielen, doch Celle verstand es diese Nachricht in positive Energie umzuwandeln. Sicherlich war der gesundheitliche Zustand der Grün-Weißen schwierig, aber als alleinige Entschuldigung darf dies nicht gelten. Die Göppingerinnen müssen in den verbleibenden Spielen, auch mit Blick auf die kommende Spielzeit, nochmals alle Kräfte mobilisieren und ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen, denn ein Auftritt wie in Celle sollte eine Eintagsfliege bleiben.

Frisch Auf: Petschel, Lengyel; Brugger (1), Struijs (3/3), Weißer, Kinlend (5), Hrbkova (4/1), Guberinic (2), Vollmer, Vollmer, Leppert (3), Krhlikar (1), Petrinja (1/1)

SVG Celle: Pagel, Arndt, Wahle (3), Verschuren (6/3), Covic, Düvel, Ahlin (5), Robben (2), Ahrens (2), Wagenlader (1), Kiedrowski (9), Loest (2), Schulz (1), Büttner

Siebenmeter: 5/3 : 9/5

Zeitstrafen: 10 Min. : 6 Min.

Schiedsrichter: Frankholz / Frankholz

Zuschauer: 830

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