Spielbericht: Derbysieg für Frisch Auf Frauen Rumpfteam

von Redaktion

Wolfgang Karczewski - SWP 24.11.2014

Bei Frisch Auf Göppingen sind alle Spielerinnen froh, dass die Bundesliga wegen der Europameisterschaft in Ungarn und Kroatien eine siebenwöchige Pause einlegt. Nach zahlreichen Verletzungen ging die Mannschaft mit einem Rumpfaufgebot in das Heimspiel gegen den württembergischen Rivalen SG BBM Bietigheim.

Neben der Langzeitverletzten Anja Brugger fielen gestern auch noch Spielführerin Anika Leppert (Rückenprobleme) und Milena Rösler aus, die sich auf Weltreise befindet. Außerdem sind Beate Scheffknecht, Marlene Windisch (beide Fersenprobleme) und Anouk van de Wiel (Sprunggelenk) angeschlagen, bissen jedoch auf die Zähne und gingen auf das Spielfeld. Trainer Aleksandar Knezevic sah sich gezwungen, die beiden A-Jugendlichen Julia Vollmer und Laura Kayser auf die Bank zu setzen.

Umso erstaunlicher war, dass das Göppinger Rumpfteam mit dem Tabellen-Zehnten gut mithielt und nach einem Tor von Linksaußen Iris Guberinic in der 15. Minute zum 6:5 erstmals in Führung ging. Davor hatte es mehr als sechs Minuten gedauert, ehe die Schweizerin Nicole Dinkel das erste Frisch-Auf-Tor zum zwischenzeitlichen 1:2 markierte.

Beide Mannschaften leisteten sich im ersten Durchgang eine Fülle von Fehlwürfen, was auch an der starken Leistung der beiden Torhüterinnen Melanie Herrmann (Göppingen) und Ann-Cathrin Giegerich (Bietigheim) lag. „Ich war mit meiner Leistung im ersten Durchgang sehr zufrieden, im zweiten weniger“, sagte Herrmann, „aber wichtig war, dass wir gut gespielt haben und als Team aufgetreten sind“.

Die Frisch-Auf-Frauen, die vor diesem Spieltag auf dem vorletzten Platz gelegen hatten, hatten in der ersten Hälfte zudem Probleme mit der rustikalen Gangart der Gäste, die innerhalb von 14 Minuten vier Zeitstrafen kassierten. Doch die Gastgeberinnen fighteten weiter und Torhüterin Melanie Herrmann rettete den knappen Vorsprung bis zur Pause (11:10).

Im zweiten Durchgang schlug die Stunde von Frisch-Auf-Rückraumspielerin Beate Scheffknecht. Die mit Schmerzen ins Spiel gegangene Österreicherin, die in der ersten Hälfte zahlreiche Fahrkarten warf und nur einmal getroffen hatte, sorgte nach einem Pfostentreffer für einen wahren Torhagel, markierte sieben Tore und avancierte so neben Torhüterin Melanie Herrmann zur Matchwinnerin.

„Wir haben uns heute zerrissen und gekämpft bis zum Umfallen. Es war ein sehr anstrengendes Spiel, aber ich wusste, dass wir gewinnen“, meinte eine überglückliche und sichtlich geschaffte Beate Scheffknecht. Ihr Trainer Knezevic war begeistert über die Emotionen, die das Team auf dem Parkett gezeigt hat. „Ich bin sehr froh, dass wir trotz vieler Probleme gewonnen haben“, sagte der Coach.

Während Beate Scheffknecht und Nicole Dinkel zu ihren Nationalmannschaften fahren, können sich die übrigen Spielerinnen von den Strapazen der vergangenen Wochen erholen. Knezevic: „Das ist auch bitter nötig. Jetzt gilt es, Kräfte zu sammeln und vor allem wieder gesund zu werden.“

 

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