Spielbericht: Dickes Ausrufezeichen - Sieg in Rosengarten

von Simone Reichelt

Frisch Auf Frauen siegen bei der HSG Rosengarten-Buchholz

Die Bundesligahandballerinnen von Frisch Auf können noch gewinnen. Beim extrem wichtigen Gastspiel in Rosengarten siegten die Göppingerinnen mit 26:33 (9:19).

Der Samstag lief für die Frisch-Auf-Frauen wie gemalt. Mit dem Sieg beim Schlusslicht holte man sich zwei lebensnotwenige Punkte und nur eine schwache Phase im zweiten Durchgang könnte als kleines Haar in der grün-weißen Suppe gesehen werden. Da die SVG Celle gestern ihr Gastspiel in Blomberg mit 21:31 verlor, ist die Truppe von Aleksandar Knezevic nicht nur nach Punkten am direkten Kontrahenten vorbei gezogen, sondern konnte in der Tordifferenz stattliche 17 Treffer gut machen.

Das Spiel beim Tabellenletzten begann ausgeglichen und Rosengarten konnte zum 1:0 und 2:1 zwei Mal vorlegen. Die erste Göppinger Führung besorgte Michaela Hrbkova mit dem 2:3 in der 5. Minute. Nun liefen die Gastgeberinnen hinterher und waren bis zum 5:5 (9.) auf Tuchfühlung. Dann allerdings zündeten die Frisch-Auf-Frauen ein wahres Feuerwerk. Die Abwehr mutierte zum Bollwerk und im Angriff begann die große Show der Michaela Hrbkova. Die Tschechin trat aber keineswegs nur als Torschützin auf, sondern wusste ihre Kolleginnen auch gut einzusetzen. Göppingen ließ sich auch durch zwei Auszeiten der HSG-Bank nicht aus dem Takt bringen und baute den Vorsprung bis zum Pausentee auf eine komfortable 9:19-Führung aus. Die Weichen schienen auf Sieg gestellt.

Auch der Start in den zweiten Abschnitt gelang und beim 11:22 in der 34. Minute war ein Kantersieg im Bereich des Möglichen. Doch Rosengarten kam nun deutlich besser in die Begegnung. Die HSG-Abwehr konnte sich auf Torhüterin Svenja Louwers verlassen, während die Frisch-Auf-Defensive brüchiger wurde. Die Gastgeberinnen nutzten die Gunst der Stunde und holten Tor um Tor auf. Aleksandar Knezevic nahm nach dem sechsten HSG-Treffer in Folge beim 17:22 (43.), eine, vielleicht etwas späte eine Auszeit und der Vorsprung war empfindlich geschmolzen. Zumindest fanden die Grün-Weißen nun wieder den Weg ins gegnerische Tor, aber Rosengarten hatte Lunte gerochen.

Göppingen erlebte nun fast ein Déjà-vu zur Vorwoche, als man selbst nach einem hohen Rückstand gegen Bad Wildungen wieder uns Spiel zurück fand. Die Verunsicherung wurde nun greifbar und die HSG war beim 25:27 (55.) wieder in unmittelbarer Schlagdistanz. Treffer von Prudence Kinlend und Anja Brugger stellten noch zwei Mal eine Drei-Tore-Führung her, ehe der heimische Widerstand endgültig gebrochen war und Göppingen bis zum 26:33 noch etwas für das Torverhältnis tun konnte.

Erneut war Michaela Hrbkova, die dreizehn  Würfe unterbrachte, erfolgreichste Angreiferin, aber auch Maxime Struijs wusste vor allem mit sechs sicher verwandelten Strafwürfen zu glänzen. Letztlich war es aber ein Sieg der gesamten Mannschaft und ein existentiell wichtiger Meilenstein im Kampf um den Klassenerhalt. Nun steht die Knezevic-Truppe einen Zähler vor Celle auf dem ersten Nichtabstiegsplatz und weißt ein um neuen Treffer besseres Torverhältnis auf. Entsprechend gut war die Stimmung nach dem Schlusspfiff. „Ich bin extrem stolz und glücklich. Wir haben als Team gespielt und gekämpft und unsere Fans haben uns riesig geholfen“, resümierte Kreisläuferin Lina Krhlikar. Und als sich der Bus in Bewegung setzte, redete niemand mehr von dem kleinen Haar in der Suppe.

 

SO SPIELTEN SIE:

Vogel, Louwers, Knust; Heusdens (6/2), Naleschinski, Lamp (7), Meijer (2), Nentwich, Schult, Kaiser (3), Prior (5/4), Luschnat, Winter (3)

Frisch Auf: Lengyel, Jochims; Brugger (4), Struijs (8/6), Zrnec (2), Schraml, Kinlend (3), Hrbkova (13), Guberinic (1), Leppert (2), Krhlikar, Petrinja, Pielesz

Siebenmeter: 7/6 : 6/6

Zeitstrafen: 12 Min. : 18 Min.

Schiedsrichter: Andreas Briese / Kim von der Beeck

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