Spielbericht: Drei Sekunden fehlen - unglückliche Niederlage beim BSV

von Holger Riegel

Unglückliche 26:27-Niederlage beim Buxtehuder SV

Einen ganz starken Auftritt legten die Bundesligahandballerinnen von Frisch Auf im hohen Norden auf das Parkett, doch für Zählbares reichte es erneut nicht.

Nach dem Schlusspfiff klappten die Grün-Weißen regelrecht zusammen und ein „sehr trauriger“ Aleksandar Knezevic war wenige Minuten nach dem Abpfiff bei der Pressekonferenz noch sichtlich geknickt. Zurecht, denn die Göppingerinnen waren in Buxtehude sehr nahe an den ersten Auswärtspunkten der Saison dran.

Eigentlich waren die Vorzeichen wenig erfolgsversprechend gewesen. Seit fast zehn Jahren hatte man im Norden nicht mehr gewonnen, die Heimniederlage gegen Berlin steckte sicher noch in Kopf und Gliedern und zudem musste Trainer Knezevic auf Ana Petrinja verzichten, die lediglich bei zwei Strafwürfen das Spielfeld betrat. Doch Göppingen schüttelte all diese Widrigkeiten mit dem Anpfiff von sich. So gehörte der erste Treffer der Partie den Frisch Auf Frauen, die weiter über das 1:3 (6.) zum 2:5 in der 11. Minute davon zogen. Buxtehude fand nun auch ins Spiel und erzielte kurze Zeit später den 5:5-Ausgleich, aber Göppingen zeigte sich vollkommen unbeeindruckt. In der 20. Minute war der Vorsprung wieder auf 7:10 ausgebaut. Doch nun begann die schwächste Phase der Grün-Weißen. Binnen weniger Zeigerumdrehungen drehte der BSV die Begegnung dank eines 5:0-Laufs zum 12:10 (26.). Wer nun aber mit einem Einbruch von Frisch Auf rechnete, wurde eines besseren belehrt, denn zur Halbzeit war beim 13:12 der Anschluss wieder hergestellt.

Mit viel Elan kamen den Gastgeberinnen aus der Pause. Das Team von Dirk Leun bestimmte die Anfangsminuten und baute die Führung bis zur 35. Minute auf 18:15 aus. Doch Göppingen, das nahezu die gesamte Spielzeit mit der Stammformation agieren musste, kam mit zwei blitzsauberen Toren von Anja Brugger zurück. In der 42. Minute stand der 20:20-Ausgleich auf der Anzeigetafel des Sportzentrums Nord. Und es sollte noch besser kommen, denn in der Folge waren es die Grün-Weißen, die immer wieder vorlegen konnten. Es entwickelte sich ein wahrer Handball-Krimi. Frisch Auf ging in Front, der BSV egalisierte. Dieses Szenario setzte sich bis zur 56. Minute fort. Wobei die Grün-Weißen auch Chancen hatten, sich höher abzusetzen.

Ein vergebener Gegenstoß ebnete Buxtehude dann den Weg zur eigenen Führung und Lone Fischer, mit 11 Toren erfolgreichste Werferin der Begegnung, brachte ihre Farben mit 26:25 nach vorne. In der Schlussphase musste Frisch Auf noch eine Zeitstrafe hinnehmen, holte aber 30 Sekunden vor dem Ende dennoch einen Strafwurf raus, den Maxime Struijs verwandelte. In Unterzahl wehrte sich die Knezevic-Truppe bis drei Sekunden vor dem Abpfiff aufopferungsvoll, doch Lone Fischer zerstörte die grün-weißen Träume auf einen wichtigen Punktgewinn.

Natürlich war die Enttäuschung riesengroß, zu lange hatte man dem Favoriten alles abverlangt, zu lange hatte es nach einer Sensation gerochen. Letztlich stand man aber erneut mit leeren Händen da. Der große Aufwand, die riesige Moral und der starke Wille blieb unbelohnt, doch genau diese Tugenden, die die Frisch Auf Frauen beim Heimspiel gegen Berlin noch vermissen ließen, gilt es nun aus dem hohen Norden mitzunehmen. Vor allem der Auftritt von Maxime Struijs und die starken Leistungen von Prudence Kinlend und Anja Brugger im zweiten Spielabschnitt müssen für Selbstvertrauen im gesamten Kader sorgen.

 

Buxtehuder SV: Lenz, Gronemann; Grell, Klein (3), Schultze, Fischer (11/5), Bülau, Schulz,  Gubernatis (2/1), Podpolinski (1), Oldenburg (9), Bölk, Schneider, Hayn (1), Prior

Frisch Auf: Lengyel, Jochims; Brugger (3), Struijs (9/2), Zrnec, Schraml, Kinlend (5), Guberinic (1), Leppert (2), Krhlikar (1), Petrinja (1/1), Pielesz (4)

Siebenmeter: 7/6 : 5/3

Zeitstrafen: 8 Min. : 14 Min.

Schiedsrichter: Alan Schaban / Matthes Westphal

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