Spielbericht: Ein Sieg des Willens - FRISCH AUF Frauen punkten in Koblenz

von Holger Riegel

Es war ein Finale und das für beide Kontrahenten in der Koblenzer Conlog Arena. Für beide Teams ging es um extrem viel und vermutlich um die letzte Chance in der ablaufenden Saison Punkte einzufahren. Am Ende flossen die Tränen auf beiden Seiten. Bei den Vulkan-Ladies wegen der Heimniederlage und bei den Grün-Weißen über einen extrem wichtigen Auswärtssieg, der die Tür zum Ligaverbleib weit aufgestoßen hat.
 
Zudem spielten auch die Kontrahenten für die Göppingerinnen. Trier verlor in Bad Wildungen knapp mit 29:32 und Celle ging am Sonntag mit 17:31 in Leverkusen unter. Somit bleibt Koblenz/Weibern bei neun Pluspunkten hängen, Trier und Celle bei jeweils zehn Zählern und die Frisch Auf Frauen machen das Dutzend auf der Habenseite voll. In Anbetracht des Restprogramms der vier Kontrahenten sollte der 25:22 (14:7)-Erfolg der Grün-Weißen praktisch für den Klassenerhalt reichen.
 
Die Grundlage für den Sieg legten die Göppingerinnen ohne Zweifel in der Defensive. Wenn Aleksandar Knezevic als Abwehrstratege von einer „sehr guten Deckung“ spricht, dann ist das für seine Truppe ein wahrlich großes Lob. Vor allem ab der 20. Minute rührte Göppingen den ganz dicken Beton an und baute die 6:7-Führung bis zum Pausentee auf 7:14 aus. Ein Zwischenstand der so nicht zu erwarten war, denn kurz vor der Begegnung machte dem FA-Trainer das Personal neue Sorgen. Seline Ineichen reiste trotz Magen-Darm-Erkrankung mit in die Eifel und konnte zumindest minutenweise für Entlastung sorgen.
 
Durch den Ausfall der Eidgenössin musste die ebenfalls angeschlagene Lina Krhlikar über die gesamte Zeit gehen und hielt trotz der großen Schmerzen wegen einer Handverletzung durch. Kein Wunder, dass sie ein Sonderlob von Aleksandar Knezevic erhielt. Aber auch Nicole Dinkel, die er als „Motor im Angriff“ sah, hob der Coach hervor. Dennoch schrumpfte der Vorsprung im Laufe der zweiten Halbzeit ab und an, doch auf mehr als vier Tore Rückstand konnten die Gastgeberinnen nicht verkürzen. „Es war klar, dass es zu Schwächephase bekommen würden, aber wir haben weiter gekämpft und es hat gereicht“, resümierte Knezevic den zweiten Spielabschnitt. Lediglich beim 13:17 (44.) und 18:22 (55.) musste sich der mitgereiste Fan-Club kurz Sorgen machen. Doch spätestens nach dem 20:25 durch Iris Guberinic in der 59. Minute war der wichtige Sieg unter Dach und Fach.
 
„Der Druck war riesig, die Last auf jeder einzelnen Spielerin greifbar, aber die Mannschaft hat einen extrem großen Willen bewiesen“, war Knezevic auch am Sonntag noch von seinem Team begeistert. Dabei war auch Jessica Jochims erneut ein wichtiger Faktor. Zum vierten Mal in Folge erwies sich die 19-jährige Torhüterin als starker Rückhalt für ihre Mannschaft.
 
„Es war ein sehr großer Schritt, aber wir hängen in den letzten beiden Spielen auch von den anderen Ergebnissen ab“, blickt Knezevic auf das Restprogramm. Am 19.Mai gastiert um 18:30 Uhr der Thüringer HC in der EWS Arena, vier Tage später steht die Reise nach Buxtehude an. Ausgerechnet gegen die Titelaspiranten müssen die Grün-Weißen ihre finalen Partien bestreiten, doch vielleicht liegt darin auch eine Chance, denn der Druck liegt eindeutig bei den Gegnern. „Wir werden weiter kämpfen und weiter alles geben, vielleicht gelingt uns ja eine Überraschung“, blickt der Frisch Auf-Trainer auf die restlichen Aufgaben.

Zurück