Spielbericht: Frisch-Auf-Frauen gelingt Sensation

von Redaktion

Markus Munz - NWZ - 17.04.2016

Nachdem Meisterschafts-Konkurrent TuS Metzingen am Samstag mit einem 34:24 beim BVB Dortmund vorgelegt hatte, wollte sich der Thüringer HC am Sonntag mit einem Sieg in Göppingen die Tabellenführung zurückholen. Doch wer einen entsprechenden Sturmlauf des Serienmeisters erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die Frisch-Auf-Frauen erwischten vor 850 begeisterten Zuschauern einen Glanztag und rangen den Favoriten mit einem verdienten 27:26 (16:15) nieder.

Beim Thüringer HC zeigte allein die frühere Göppingerin Beate Scheffknecht Normalform und hielt mit acht Treffern aus dem Rückraum ihre Farben im Spiel. Die alles überragende Akteurin auf dem Parkett kam aus den Reihen der Frisch-Auf-Frauen. Michaela Hrbkova brachte den Ball 15 Mal im Thüringer Tor unter, wo sich Nationaltorhüterin Dinah Eckerle entnervt mit ihrer Kollegin Jana Krause, ebenfalls schon im DHB-Dress aktiv, abwechselte. Auf der anderen Seite steigerte sich Edith Lengyel im zweiten Durchgang enorm und stahl ihren Gegenüberinnen klar die Schau.

Den 16:15-Halbzeitstand drehten die Thüringerinnen in den ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel noch in ein 19:20. Doch die Frisch-Auf-Frauen bauten weiter in Ruhe ihre Angriffe auf und warteten auf die Lücken, die sich auftaten. Die ebenfalls gut aufgelegte Prudence Kinlend ging immer wieder erfolgreich durch die Thüringer Deckung und sorgte für die 22:20-Führung. Zwei Auszeiten binnen drei Minuten von THC-Trainer Herbert Müller zeigten ebenso wenig Wirkung wie eine Manndeckung für Hrbkova oder der Einsatz einer siebten Feldspielerin im Angriff. Hrbkova ließ mit ihrem zweiten Siebenmeter-Heber zum 25:22 die Halle beben. Trotzdem kam der Meister nochmals auf ein Tor heran. Beim 27:26 hielt Lengyel den letzten Thüringer Wurf. Trainer Aleksandar Knezevic nahm vor den verbleibenden Sekunden noch eine Auszeit, dann war die Sensation perfekt.

„Meine Spielerinnen haben heute fast Unmögliches geleistet“, lobte Knezevic, „wir haben wenig technische Fehler gemacht und in der Abwehr die erste und zweite Welle der Thüringer gestoppt. Wenn man bedenkt, dass ich kaum Wechselmöglichkeiten hatte, war das auch läuferisch eine fantastische Leistung.“ Gästetrainer Müller räumte einen verdienten FA-Sieg ein: „Sie haben gefightet bis zum Umfallen und hatten in der entscheidenden Phase eine gute Torhüterin. Unsere eigene Leistung war alles andere als meisterschaftswürdig.“ Die zum Saisonende scheidende Frisch-Auf-Spielführerin Anika Leppert genoss ihr drittletztes Heimspiel: „Das war heute nochmals ein absolutes Highlight. Wir haben gut mitgehalten und kaum Fehler gemacht. Ab der 45. Minute war ich mir sicher, dass wir das Spiel nicht mehr verlieren werden.“

 

SO SPIELTEN SIE

Frisch Auf Göppingen: Lengyel, Jochims (n.e).; Brugger (2), Struijs (1), Zrnec, Weißer (n.e.), Kinlend (7), Hrbkova (15/6), Guberinic, Leppert (1), Krhlikar (1).

Thüringer HC: Krause, Eckerle; Reshetnikova, van de Wiel (2), Scheffknecht (8), Frey (4), Buceschi, Pintea (1), Schmelzer, Snelder (2), Engel (3), Blase, Huber (2), Wohlbold (4).

SR: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Münchberg).

Zeitstrafen: 8:6 Minuten.

Zuschauer: 850.

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